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Thüringen begrenzt Leiharbeit

Jochen Wiemken • 13. April 2011

Zwei Tassen mit der Aufschrift "Gleiche Arbeit?" und "Gleiches Geld!" werden in den Händen gehalten.
(Bild: DPA)

Thüringens Wirtschaftsminister Mathias Machnig (SPD) schiebt der sprunghaften Ausweitung der Leih- und Zeitarbeit einen Riegel vor. Künftig erhalten nur noch solche Unternehmen öffentliche Wirtschaftsförderungen, in denen die Zahl der Leiharbeiter begrenzt bleibt. Die IG Metall unterstützt das Modell und fordert die übrigen Bundesländer auf, dem Beispiel zu folgen.

Seit April 2011 knüpft der Freistaat Thüringen die Vergabe von Wirtschaftsförderungen an das Ausmaß der Leiharbeit in einem Unternehmen. Firmen, die mehr als 30 Prozent ihrer Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen ausleihen, erhalten keine Förderung bei Erweiterungsinvestitionen. Bei einem Anteil zwischen 10 und 30 Prozent gibt es nur noch eine Basishilfe, sagte Thüringens Wirtschaftsminister heute (Mittwoch) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit IG Metall-Chef Huber in Frankfurt am Main.

Betriebe, die Leiharbeit missbrauchen, erhalten keine Wirtschaftsförderung

Machnig betonte, mit diesen Regelungen gebe das Land einen Anreiz, reguläre Beschäftigung zu schaffen und Leiharbeiter dauerhaft in die Stammbelegschaften zu übernehmen. Zugleich bleibe genügend Spielraum, um die Leiharbeit als Instrument zur Abfederung von Auftragsspitzen zu nutzen. Es müsse jedoch damit Schluss sein, dass Zeitarbeit Lohndumping fördere und Stammbelegschaft verdränge.

IG-Metall begrüßt Initiative „ausdrücklich“

IG-Metall Chef Berthold Huber bezeichnete es als „wichtigen Schritt in die richtige Richtung“, dass Thüringen das Fördergeld an eine Leiharbeits-Quote koppele. Zum einen sei es ein deutliches politisches Signal, dass keine öffentlichen Mittel für den Missbrauch von Leiharbeit zur Verfügung gestellt werden. Zum anderen unterstreiche das Thüringer Beispiel, dass Leiharbeit und ihre negativen Auswirkungen eine öffentliche Angelegenheit seien.

Huber forderte die Regierungen der übrigen Bundesländer auf, „dem Vorbild Thüringens zu folgen“ und auch ihre Regeln für die Wirtschaftsförderung entsprechend anzupassen.

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