Startseite > News > CDU beim Mindestlohn unglaubwürdig

Hauptinhalt

News

Übersicht

Icon   SPD zum Koalitionsveto gegen Mindestlohn

CDU beim Mindestlohn unglaubwürdig

Jochen Wiemken • 20. January 2012

"Mindestlohn" steht auf den Papp-Händen, die eine Frau am 23.02.2011 vor dem Bundeskanzleramt in Berlin hält.
(Bild: dpa)

Die Opposition im Bundestag ist mit ihren Vorstößen für einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn bei der Regierungskoalition gescheitert. Anträge von SPD, Linken und Grünen fanden am Freitag keine Mehrheit. Mit Blick auf den Parteitagsbeschluss der CDU eine Lohnuntergrenze einzuführen warf SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil der CDU mangelnde Glaubwürdigkeit vor.

Wie ernst meint es die CDU mit dem Mindestlohn? Auf ihrem Parteitag Mitte November vergangenen Jahres hatte sie sich grundsätzlich dafür ausgesprochen, eine Lohnuntergrenze einzuführen. Die Ausgestaltung blieb aber offen. Heute hat die Opposition die CDU im Bundestag mit eigenen Anträgen zur Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns gestellt. Alle Vorstöße scheiterten am Veto der Koalitionsfraktionen von Union und FDP. Die Anträge von SPD, Linken und Grünen fanden keine Mehrheit.

In ihrem Antrag [PDF, 169 KB] verlangt die SPD den vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) geforderten flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro brutto pro Stunde. Die Höhe soll regelmäßig durch eine unabhängige Expertenkommission überprüft und angepasst werden. Die Linke fordert zehn Euro pro Stunde, die Grünen wollen einen von einer unabhängigen Kommission festgelegten allgemeinen Mindestlohn.

SPD will gerechte Löhne sichern

Hintergrund des erneuten Vorstoßes der SPD zur Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns ist der seit Mitte der 90er-Jahre deutlich gewachsene Niedriglohnsektor in Deutschland. Schlecht bezahlte, atypische und prekäre Beschäftigung haben rasant zugenommen. Ein Blick in die Statistiken zeigt, dass das Normalarbeitsverhältnis schon lange nicht mehr der Normalfall ist. Mittlerweile arbeiten über 22 Prozent der Beschäftigten im Niedriglohnsektor. 1,4 Millionen Menschen brauchen trotz Erwerbstätigkeit staatliche Unterstützung.

Deshalb haben die Sozialdemokraten zuletzt auf ihrem Parteitag im Dezember vergangenen Jahres ein umfangreiches Maßnahmenbündel für mehr Fairness auf dem Arbeitsmarkt beschlossen. Dabei wurde selbstkritisch festgehalten, dass auch unter sozialdemokratischer Regierungsverantwortung der Niedriglohnsektor zu sehr ausgeweitet worden sei und atypische Beschäftigungsformen zugenommen hätten.

„Eine angemessene Bezahlung ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch eine Frage der Würde der Arbeit“, heißt es dem Parteitagsbeschluss [PDF, 237 KB].

Arbeitsministerin bleibt Bundestagsdebatte fern

Dass ein gesetzlicher flächendeckender Mindestlohn angesichts des größer werdenden Niedriglohnsektors längst überfällig ist, sehen Union und FDP nicht. In der Debatte, bei der die zuständige Arbeitsministerin Ursula von der Leyen fehlte, wiesen die Koalitionsfraktionen die Oppositionsvorstöße als Staatsinterventionismus und Misstrauensvotum gegen die Gewerkschaften zurück.

Ein Vorwurf, den der SPD-Fraktionsvize nicht gelten lassen wollte. Heil betonte, die SPD wolle, dass Gewerkschaften und Arbeitgeber „auf Augenhöhe“ in Lohnverhandlungen Löhne festsetzen. Allerdings brauche es eine gesetzliche Lohnuntergrenze. Die SPD sei bereit, noch in dieser Legislaturperiode gemeinsam mit der CDU einen Gesetzentwurf zu erarbeiten.

CDU-Abgeordneter sorgt für Aufregung im Bundestag

Für einen Eklat sorgte der CDU-Abgeordnete Matthias Zimmer. Er sagte im Parlament, die Sozialdemokraten zielten mit ihrem Gesetzentwurf auf ein „mindestlohnpolitisches Ermächtigungsgesetz“. Der Äußerung folgte eine Rüge des Bundestags-Vizepräsidenten Wolfgang Thierse (SPD). Er ermahnte Zimmer, etwaige Aussagen zu unterlassen. „Diesen Stil wollen wir uns gegenseitig nicht zumuten.“

Wie glaubwürdig ist der Beschluss des letzten CDU-Parteitags für eine Lohnuntergrenze in Deutschland? Heute stimmte sie gegen jeden Mindestlohn-Vorschlag der Opposition. „Bei ihnen klaffen Reden und Handeln meilenweit auseinander“, fasste Hubertus Heil die „Rumeierei“ der Christdemokraten zusammen.

Inhalt rechte Spalte

 

Hauptinhalt 2

Ausgewählt

Onlineantrag Netzpolitik

Icon Zukunftsdialog Online der SPD-Bundestagsfraktion

Ein Bürgerprogramm mit Ihren Ideen

Icon Elias Perabo berichtet über die Gewalt in Syrien

„Jetzt den syrischen Frühling unterstützen“

Icon Lebensmittelskandal

Wo bleibt der Schutz für Mensch und Tier?

Icon Bundesparteitag der SPD 2011

Alle Beschlüsse des Bundesparteitages

Beliebt

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles informiert über Schwerpunkte des Parteitags.

Icon Gesetzentwurf angekündigt

SPD will Rente mit 67 aussetzen

Icon Martin Schulz ist neuer Präsident des Europäischen Parlaments

„Ich werde kein bequemer Präsident sein“

Icon Gabriel bietet parteiübergreifende Wulff-Nachfolge an

"Wir brauchen einen Neuanfang"

Icon Europa-Appell von Altkanzler Helmut Schmidt

„Hilfsbereitschaft ist unerlässlich“

Interviews

Birgit Sippel im Gespräch

Icon Europäische Harmonisierung von Daten- und Verbraucherschutz

„Der Teufel steckt natürlich im Detail“

Icon spd.de-Interview mit Heiko Maas

„Der Ausgang ist offen“

Icon Korea-Experte im Interview

Machtwechsel in Nordkorea bietet auch Chancen

Icon Occupy-Bewegung

„Wir sind gekommen um zu bleiben“

Reportagen

Elisa Krummrich Taner Ünalgan Josefine Geib

Icon Drei Köpfe – eine Geschichte

Gerechte Bildung heißt für mich ...

Icon Reportage: Jugend & Politik

Politik ist ja gar nicht so uncool!

Icon Besuch in der "Sozialen Stadt"

Vom Problemkiez zum Wohnzimmer

Icon Drei Köpfe – eine Geschichte

Eine vielfältigere SPD heißt für mich ...

Eurokrise

Ein Mann zeigt symbolisch seine leere Hosentasche.

Icon Erklärung gegen die verfehlte Europa-Politik der Bundesregierung

Sparen allein reicht nicht

Icon Europäisches Wachstums- und Beschäftigungsprogramm

„Strukturfonds anzuzapfen reicht nicht“

Icon Finanztransaktionssteuer

„Signale helfen nicht“

Icon Weltwirtschaftsforum in Davos

"Ein selbstzerstörerischer Kurs"

Energiewende

Sigmar Gabriel und Volker Hauff

Icon Energiewende droht zu kippen

„Das Ding läuft schief“

Icon SPD-Chef Gabriel warnt vor dem Scheitern der Energiewende

„Regierung handelt planlos“

Icon Jahresauftakt-Klausur des SPD-Parteivorstandes

Gemeinschaftsprojekt „Soziale Gerechtigkeit“

Icon Jahreswirtschaftsbericht

Regierung baut allein auf Hoffnung

Gesundheitspolitik

Butler James schaut in dem Sketch "Dinner for One" mißbilligend auf das Tigerfell.

Icon Geschenk der Union an Pharma- und Apothekenlobby

„Der Tiger wird zum Bettvorleger“

Icon BUND und SPD für mehr Verbraucherschutz

Die industrielle Tierhaltung zurückdrängen

Icon Bundesrat-Veto angekündigt

SPD lehnt „Pflege-Bahr“ ab

Icon Kurzserie

Das erwartet Sie 2012 – Teil 2

Neuer Fortschritt

Arbeiter bauen ein Grüst auf.

Icon OECD-Studie

Wachstum braucht soziale Gerechtigkeit

Icon Neuer Fortschritt

Freiräume in der Rushhour des Lebens

Icon berlin buch battle des vorwärts-Verlags

Den Fortschritt gestalten – aber wie?

Icon Drei Köpfe – eine Geschichte

Energiewende heißt für mich...

Integration und Zuwanderung

Foto: Hannelore Kraft

Icon Mehr Investitionen: Beschluss zu Bildung und Integration

„Mut und Entschlossenheit“ für Zukunftschancen

Icon 12.01.2012 – Integrationsbericht der Bundesregierung

Integration kommt nur langsam voran

Icon Drei Köpfe – eine Geschichte

Eine vielfältigere SPD heißt für mich ...

Icon Beschluss des Parteivorstandes

SPD holt Vielfalt in die Parteiführung

Parteireform

Zahlreiche Menschen gehen am 20.12.2008 in Freiburg durch eine Fußgängerzone.

Icon SPD-Regierungsprogramm

Mehr Volksbeteiligung leben

Icon Organisationspolitisches Grundsatzprogramm

Die modernste Partei Europas werden

Icon SPD beschließt Parteireform

„Es ist wieder Zeit für eine Veränderung“

Icon Roter Frauensalon

"Frauen interessieren sich für Politik mehr denn je"