Im schweizerischen Davos sind 2.600 Politiker, Wirtschaftslenker, Wissenschaftler und zivilgesellschaftliche Vertreter zum Weltwirtschaftsforum zusammen gekommen. Sie diskutieren über Wege aus der Krise und über neue Zukunftsmodelle. Investorenlegende George Soros gab im Vorfeld Deutschland die Hauptschuld an der Eskalation der Euro-Krise.
Krisenmeldungen sind an der Tagesordnung: Staatsschulden, Umwälzungen in der arabischen Welt und explodierende Nahrungsmittelpreise. Der Kapitalismus in seiner bisherigen Form passe nicht länger in unsere Welt, wird der Wirtschaftsexperte Klaus Schwab, Präsident des Weltwirtschaftsforums, zitiert. Bis Sonntag wird in dem mondänen Alpen-Kurort Davos über Wege aus der Krise und über die Wirtschaft der Zukunft diskutiert. Das Forum steht unter dem Motto: "Die große Transformation - neue Modelle gestalten."
Soros: Deutsche Politik befeuert Schuldenspirale
Im Vorfeld des 42. Weltwirtschaftsforums und des am kommenden Montag stattfindenden Gipfeltreffens der europäischen Staats- und Regierungschefs griff die amerikanisch-ungarische Investorenlegende George Soros das von Deutschland geführte Euro-Krisenmanagement scharf an. "Deutschland diktiert eine Politik, die in eine Schuldenspirale mit deflationären Folgen führt", sagte Soros. Er frage sich, wann sich die Erkenntnis durchsetze, "dass die Währungsunion auf einem selbstzerstörerischen Kurs ist."
Als Weg aus der Krise schlug Soros vor, Problemstaaten wie Griechenland nicht nur zu strikter Haushaltsdisziplin zu zwingen. "Sie brauchen zudem einen Stimulus, der eine Deflationsspirale verhindert", fordert Soros. Als Hilfe für angeschlagene Staaten wie Italien und Spanien schlug er einen "Kreditgeber der letzten Zuflucht" aus Europäischer Zentralbank und den Krisenmechanismen EFSF und ESM vor. Mit diesem Garanten im Rücken könnten sich die Staaten günstig refinanzieren.
Kapitalismus des 20. Jahrhunderts hat ausgedient
Soros warf Deutschland vor, Euro-Krisenstaaten unerreichbare Ziele zu setzen und sie damit gegen sich aufzubringen. Das derzeitige Euro-Krisenmanagement erzeuge Widerstand in Ländern der Peripherie.
Besonders in der Kritik stehen in Davos Vertreter von Banken und Finanzinvestoren. Der Kapitalismus des 20. Jahrhunderts sei für das 21. Jahrhundert nicht mehr geeignet, sagte die Generalsekretärin des internationalen Gewerkschaftsbundes ITUC, Sharan Burrow, in einer Podiumsdiskussion. Die Ungleichheiten seien heute in der Welt so groß wie vor der Krise der 1930er Jahre. Hunderte Millionen Menschen seien ohne Arbeitsplatz. Der Kapitalismus habe es verpasst, sichere Jobs zu schaffen und den Reichtum gleichmäßig zu verteilen.
Banken in der Defensive
Banken seien der Spiegel der Wirtschaft, verteidigte sich der Chef der Bank of America, Brian Moynihan. "Natürlich gibt es Exzesse, die sind aber eingedämmt worden." Die Arbeitsweise der Banken habe sich seit 2008 im Zuge der Finanzkrise enorm verändert.
Kritiker des Weltwirtschaftsforums demonstrierten am Mittwoch in unmittelbarer Nähe des Davoser Kongresszentrums. Wenige Kilometer vom Tagungsort entfernt betreibt die Occupy-Bewegung ein Iglu-Dorf.
(mit dpa)














jraduka • 11. February 2012 • 15:01
Ausgerechnet der Herr Soros greift an. Er und seine Gattung nehmen das was andere mühevoll erwirtschaftet haben. Und er belehrt ? Was für ein Apsurdum?? Nicht er, die anderen sind die Dummen. Mit freundlichen Grüssen, raduka
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