Die SPD-Fraktion will künftig wichtige Entscheidungen und Debatten des Parlaments so zugänglich machen, dass sie auch für Menschen mit Behinderung, alte Leute und Migranten verständlich sind. Als Pilotprojekt dient ein heute in das Parlament eingebrachter Antrag, der in Leichte Sprache übersetzt wurde – frei von „Fachchinesisch“ und Fremdwörtern.
Wer kennt das nicht? Antragsformulare, die einen verzweifeln lassen oder Gesetzestexte, die scheinbar nur von und für Menschen mit abgeschlossenem Jurastudium verfasst wurden. „Die kulturelle und mediale beziehungsweise informationelle Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ist Grundlage ihrer Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung, Mitgestaltung und Mitwirkung dieser Menschen“, heißt es in einem Antrag der SPD-Fraktion.
Haben Sie das verstanden? Wenn ja, herzlichen Glückwunsch. Wenn nein, haben wir eine Übersetzung für Sie: „Alle Menschen sollen überall mitmachen können. Kultur-Angebote sind wichtig für alle Menschen. Menschen mit Behinderungen brauchen aber barriere-freie Kultur-Angebote.“ Dieser Satz ist in sogenannter Leichter Sprache geschrieben und steht in einer Übersetzung des SPD-Antrags „Kultur für alle – für einen gleichberechtigten Zugang von Menschen mit Behinderung zu Kultur, Information und Kommunikation“ in Leichte Sprache. Die Übersetzung finden Sie als Anhang zum SPD-Antrag [PDF, 1,1 MB] ab Seite 7.
Weil viele Menschen mit Behinderung, mit Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten, mit Altersdemenz oder als „Sprach-Neulinge“ Probleme haben, schwierige Texte zu verstehen, hat die SPD-Fraktion heute als erste Fraktion überhaupt einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der auch in Leichte Sprache übersetzt wurde.
Leichte Sprache, was ist das? Leichte Sprache wurde von Behindertenverbänden entwickelt. Sie besteht aus kurzen, einfachen Sätzen mit kurzen Wörtern. Der Text ist in einer bestimmten Schriftgröße verfasst und enthält viele Erklärungen. Bunte anschauliche Bilder unterstützen das Verstehen des Textes.
Federführend bei der Übersetzung des Antrags in leichte Sprache war Ex-Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. Sie betrachtet das Vorhaben als „Pilotprojekt“. „Die SPD hat ihren Antrag in Leichte Sprache übersetzen lassen, damit ihn möglichst alle verstehen können – besonders diejenigen, für welche der Antrag Verbesserungen bringen soll“, sagt Schmidt. Sie betont, die SPD-Fraktion würde es begrüßen, „wenn sich der Deutsche Bundestag fraktionsübergreifend darauf einigt, in Zukunft barrierefreie Zugänge zu den wesentlichen Entscheidungen und Debatten des Deutschen Bundestages bereitzustellen“. Das wäre doch was.














sunshine • 01. February 2012 • 16:58
Hä? Muß ich mich als "Behinderter" jetzt verarscht oder verulkt fühlen? Zeigen Sie 100 Ex- beliebigen Leuten einen Harz4- Bescheid oder den irgend einer anderen Behörde - und dann zählen Sie die, die den Inhalt wirklich verstanden und begriffen haben....sind die alle "behindert"? Da organisert man im Bundestag einen Tag für Behinderte und dann wundert man sich, wenn die tatsächlich kommen und dass dabei u.A. Rollstuhlfahrer sind...lol...naja - und zur Wiedergutmachung jetzt sowas... Sich kompliziert auszudrücken ist keine Kunst. Allzu oft nur ein Versuch die eigene Unfähigkeit zu kaschieren oder sich hinter Worthülsen zu verstecken und durch Redezeit Aufmerksamkeit zu erhaschen Allzu oft scheint es mir, dass die Damen und Herren im Bundestag nicht einmal selbst wissen worüber und wovon sie gerade sprechen- aber gratuliere- super Idee und Umsetzung des Inklusionsgedanken - dann versteht wenigstens eine Bevölkerungsgruppe zukünftig was Sie zu sagen haben... Hier zeichnet sich wohl ein neues Berufsbild ab- den Idiotenübersetzer- der genauso sinnvoll und notwendig ist wie der Subventionsberater.
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