„Sie lernen fürs Leben dazu“, sagt Inge Hirschmann, Rektorin der Heinrich-Zille-Grundschule in Berlin-Kreuzberg. In ihrer Schule sind Schüler mit und ohne Behinderung sowie mit und ohne Migrationshintergrund in einer Klasse. Die Heinrich-Zille-Grundschule ist eine Inklusionsschule. spd.de-Schülerpraktikantin Marie Schrenk wollte mehr darüber erfahren.
Kann das überhaupt funktionieren? Schüler mit Behinderung und ohne Behinderung in einer Klasse? Und dann der kulturelle Mix: mit und ohne Migrationshintergrund. Durch die verschiedenen Bedürfnisse der Kinder müsse man differenzieren, erklärt Inge Hirschmann, Rektorin einer Schule auf dem Weg zur Inklusion in Berlin. „ Da steht nicht mehr nur ein Lehrer frontal vor der Klasse und macht alles.“ Eine inklusive Schule erfordert einen besonderen Einsatz von Lehrern und auch höheren Aufwand für die Schule, da der tägliche Lernstoff auf jedes Kind individuell angepasst werden muss. Für Kinder, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf haben, müssen Förderpläne erstellt werden, damit diese in ihrem Tempo und mit denen für sie richtigen Lernmaterialien lernen können.
"Kinder mit Behinderung - sozial ein totaler Gewinn"
Und gelingt die Umsetzung in einer Klasse, dann sei ein solcher Unterricht eine Bereicherung für alle Seiten, für behinderte Kinder und nichtbehinderte Kinder, berichtet Inge Hirschmann. „Es gibt viele Kinder mit Behinderungen, die sind sozial ein totaler Gewinn für eine Klasse.“
In der UN-Behindertenkonvention heißt es, dass „die Vertragsstaaten ein integratives [inklusives] Bildungssystem auf allen Ebenen“ gewährleisten sollen. So kam das Bildungsmodell „Inklusion“ auf den Plan. Gemeint ist damit, dass alle Kinder, ob behindert oder nicht, ob mit Migrationshintergrund oder ohne, zusammen lernen können.
Das Land Berlin bemüht sich an möglichst allen Schulen integratives Lernen zu ermöglichen. Den Anfang machten die Grundschulen. An der Heinrich-Zille-Grundschule gibt es das Modell nun schon seit ein paar Jahren. Die Schulleiterin Inge Hirschmann findet: „ Schule muss sich verändern“. Nur so könne man alle Kinder angemessen fördern. Um diese individuelle Förderung ermöglichen zu können, gibt es natürlich Förderstunden. „ Das Wichtigste ist mir, dass die Pädagogen die jetzt in Teams zusammen arbeiten, sich genau überlegen: Was muss man mit der ganzen Klasse tun.“
Problem: die Finanzierung
Inge Hirschmann glaubt, dass beim Inklusionsmodell weniger die geistig-behinderten Kinder die große Herausforderung darstellen, sondern eher die verhaltensauffälligen Schüler. Neue, ideenreiche Unterrichtskonzepte sind gefragt, „dabei darf man nur das Ziel der Inklusion nicht aus den Augen verlieren.“
Ein Problem sieht die Kreuzberger Pädagogin doch: die Finanzierung dieses Modells. Das vom Senat veröffentlichte Konzept fand von Anfang an bei allen Unterstützung, doch es sei auch abzusehen gewesen, dass „es nicht richtig finanziert ist.“
Auch wenn Grundschulen bereits zunehmend erfolgreich integrativ arbeiten, so ist das bei weiterführenden Schulen oft noch nicht der Fall. Es fehlt an Ausstattung und geeigneten Rahmenbedingungen. Inge Hirschmann bedauert, dass daher manche Kinder nach der Grundschule dann doch in ein Förderzentrum wechseln müssten. Sie ist aber davon überzeugt, dass es möglich ist, „dass bald alle Kinder in eine Regelschule gehen.“












Matthias Herbst • 04. April 2012 • 19:50
In unserer heutigen Gesellschaft wird Wissen als Leistung vermittelt und bewertet und es wird vermittelt, das ohne Bildung keine Berufschancen bestehen. Wer weis denn was in 3 – 5 Jahren ist, welche Berufsgruppe da gefragt ist? Wer gibt solche Thesen aus welchen Gründen vor? Heute Schon in der Schule, selbst im Vorschulalter wird ein enormer Druck aufgebaut zum lernen, damit dieser kleine Mensch im späteren Leben etwas gutes Lernen und viel Geld verdienen kann. Hochentwickelte Gesellschaft (HG) Im Kindergarten wird es wichtig sein, kognitive Fertigkeiten zu entwickeln und das Leben in einer Gruppe von Menschen zu meistern. Am wichtigsten ist es, von den ErziehernInnen zu erkennen, welche kreativen Fähigkeiten das Kind hat (warum? - s.u.). Sicher ist auch eine fremdsprachliche Lernmöglichkeit gut. Aber wozu soll ein Kleinkind im Kindergarten schon rechnen können? Heute Ist das nicht der unerfüllte Wunsch der Eltern?? Das Kind selber wird dabei außer Acht gelassen und von seinen Bedürfnissen getrennt. Nur Leistung zählt und wird belohnt, mit Noten in der Schule, Befriedigungen im Elternhaus, meist materieller Art und im späteren Leben mit Aufstiegsmöglichkeiten im Job. Da wird Mathematik bis zu einem Grade in der allgemeinen Schule gelehrt, die das Leben keinesfalls rechtfertigt. In Geschichte müssen Zahlen, Geburtsdaten auswendig gelernt werden von Menschen und Ereignissen, die ich in allen einschlägigen Nachschlagewerken nachlesen kann. Biologie und Chemie ist eine rein theoretische Angelegenheit geworden, ohne Bezug zur Natur und Vermittlung von Kenntnissen direkt in der Natur. Das heißt, schon in der allgemeinen Schule und das setzt sich an den höheren Schulen + Unis fort, wird sehr viel totes Wissen gelehrt, was das Leben nicht benötigt. Fachspezifisches Wissen, wie z.B. höhere Mathematik, gehört in die Berufsausbildung für die dazu benötigten Berufe, dann ergibt es für die Jugendlichen wieder einen Sinn zum Lernen. Was in unseren Bildungseinrichtungen nicht oder nur im geringen Maße vermittelt wird, sind menschliche Werte. Menschliche Werte basieren nicht auf Leistung, sondern auf den unterschiedlichen Fähigkeiten der Kinder, auf Kreativität. Kreativität setzt Wissen frei, macht neugierig und findet neue Wege, verschiedene Dinge anzugehen. Bildung soll wieder einen Nutzeffekt haben. Ein neues Bildungssystem wird nicht mehr vom Staat, den Staaten vorgegeben, sondern basiert auf den kreativen Ausrichtungen des Einzelnen, ist ausgerichtet auf die Vermittlung von den Grundlagen im Rechnen, Schreiben, Naturwissenschaften – ohne Leistungsdruck und ohne Bewertung ( Schulnoten). Einen viel größeren Einfluss werden neue Unterrichtsfächer haben, wie z.B. Konfliktbewältigung ( in der Schule, Elternhaus, mit Freunden), die Lehre vom Wissen wer bin ich, Sozialkunde, Meditation ( zum Loslassen und Konzentrieren), Funktionsweise unseres Körpers und kleine Krankenlehre bzw. erste Hilfekurse, Ernährung, Zirkel zum Fördern der vorhanden Fähigkeiten, Sprachen, Umwelt – Naturerlebnisse (Pflanzenkunde), Berufsfindung, Sport zur Körperwahrnehmung ( Wettkampf-Sportarten wird es nicht mehr geben). Da es diese auch nicht mehr im großen Maße gibt, wird es keine Sponsorenverträge mehr mit Sportlern geben und somit fällt die Überbezahlung der Sportler weg. Das bedeutet heute, das Lehrplanschulen und Universitäten viel Zeit vergeuden, die anderweitig in Kreativität umgesetzt werden könnte. Nach der Schule, von wahrscheinlich 10 Klassen und im Alter von 17 Jahren kann eine Berufsausbildung beginnen, für welchen Beruf auch immer. Dafür sind die Unternehmen und Institutionen verantwortlich, nicht der Staat, d.h. diese bezahlen die Lehrlinge, auch wenn dies „Studenten“ sind. Studenten sind nicht mehr in diesem Maße notwendig und wenn, dann für Forschungsprojekte von Unternehmen und dafür werden diese Studenten auch bezahlt. Gerne können Menschen auch weiterhin studieren, aber dann wird dies von Firmen bezahlt, die diese Menschen und Berufe benötigen oder derjenige zahlt es selbst, weil es eine Freizeitbeschäftigung ist. Firmen können somit viel mehr Fachkräfte binden und spezifisch schulen. Lernen auf der Schulbank ist Zeitaufwendig und bringt zumeist nicht viel. Lernen im Tun setzt die benötigten Kräfte und Kreativität frei. Z.B. heute besteht ein Arztstudium zum Großteil aus Praktikas, die nicht bezahlt werden, aber genau da lernen die angehenden Ärzte etwas und dies wird bezahlt werden. Eignungskriterien zur Einstellung von Lehrlingen, auch angehende Ärzte sind Lehrlinge, basieren nicht mehr vorrangig auf vorhandenen schulischen Leistungen, sondern vor allem auf den menschlichen Werten des Bewerbers und diese werden im Bewerbungsgespräch eine große Rolle spielen.
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