Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau in Deutschland entwickelt sich langsamer als in vielen anderen Ländern. In einem aktuellen Ländervergleich des Weltwirtschaftsforums fällt Deutschland auf Platz 13 zurück. Weil insbesondere Frauen in Führungspositionen rar sind, fordert die SPD-Parteivize Manuela Schwesig eine gesetzliche Frauenquote.
Nur 2,5 Prozent aller Vorstandsposten in den 200 größten Unternehmen in Deutschland werden von Frauen besetzt. „Das ist rückständig und schlecht für die Wirtschaft, denn Unternehmen mit Frauen an der Spitze sind erfolgreicher“, kritisierte die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig bereits in der Bild am Sonntag.
Freiwillige Vereinbarungen nicht zielführend
Schwesig unterstützt die Forderung der Europäischen Union nach einer gesetzlichen Frauenquote für Führungspositionen in Konzernen. Denn „freiwillige Vereinbarungen zwischen Politik und Wirtschaft haben zu nichts geführt. Deshalb brauchen wir eine Frauenquote von mindestens 40 Prozent in den Vorständen und Aufsichträten der großen deutschen Unternehmen.“
Vorbild Norwegen: Frauen in die Aufsichtsräte und Führungspositionen
Als Vorbild sieht die SPD-Politikerin Norwegen, in dem Unternehmen gesetzlich verpflichtet wurden, die Zahl der Frauen in den Aufsichtsräten zu erhöhen. Dass die Umsetzung dieser Forderung ein Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen in einer globalisierten Wirtschaft ist, stellt auch das Weltwirtschaftsforum fest.
„Die skandinavischen Länder bleiben darin führend, Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern zu eliminieren“, sagte Klaus Schwab, Gründer des Weltwirtschaftsforums. Er verwies darauf, dass Frauen und Mädchen gleichberechtigt behandelt werden müssen, wenn ein Land wirtschaftlich wachsen soll.
Neben Norwegen, in dem es bereits eine 40-Prozent-Quote für Frauen in Aufsichtsräten gibt, haben Frankreich, Spanien und die Niederlande gesetzlichre Vorgaben auf den Weg gebracht.
Skandinavische Länder weisen größte Gleichberechtigung auf
Das Weltwirtschaftsforum hat in einer aktuellen Studie 134 Länder dahingehend bewertet, wie gut sie ihre jeweiligen Ressourcen und Chancen unter ihrer männlichen und weiblichen Bevölkerung aufteilen. Der Bericht misst das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern bei der wirtschaftlichen Partizipation und Chancengleichheit, dem Bildungsniveau, der politischen Teilhabe und in den Bereichen Gesundheit und Lebenserwartung.
Ergebnis der Studie ist, dass die skandinavischen Länder Island, Norwegen, Finnland und Schweden weiterhin die größte Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen aufweisen. Deutschland ist in der internationalen Studie im Vergleich zum Vorjahr von Platz 12 auf Platz 13 zurückgefallen.
BarCamp Frauen am 30. Oktober in Berlin
Wie Gleichstellung in Deutschland wirksam voran gebracht werden kann, ist auch am 30. Oktober in Berlin beim “Barcamp Frauen” zentrales Thema: Geschlechterquoten, Frauen als Teilzeitkräfte, allein erziehende Mütter, Frauen zwischen Beruf und Familie, das sind wiederkehrend und kontrovers diskutierte Themen in Deutschland, die auch in dem Veranstaltungsformat, für das die SPD Kooperationspartner ist, diskutiert werden.
Beim BarCamp Frauen kommen Frauen und Männer aus ganz unterschiedlichen Lebenssituationen und in verschiedenen Lebensphasen mit Menschen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. Unterschiedliche Ideen und Visionen werden an einem Tag und an einem Ort zusammengetragen. Die Diskussion miteinander steht dabei im Mittelpunkt – Workshops bieten den Rahmen für eine kreative Atmosphäre, alle Teilnehmenden sind an der Gestaltung des Programms beteiligt.











