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Für die Anhebung des Rentenalters fehlen wichtige Voraussetzungen

Teresa Bücker • 02. December 2010

Sigmar Gabriel redet im Deutschen Bundestag
(Bild: Deutscher Bundestag/Thomas Imo/photothek.net)

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat die Pläne der Bundesregierung zur Einführung der Rente mit 67 scharf attackiert. Solange die notwendigen arbeitsmarktpolitischen, wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen für den Einstieg in die Rente mit 67 nicht gegeben seien, könne sie nicht eingeführt werden. Zum jetzigen Zeitpunkt bedeute die Anhebung des Rentenalters „nichts anderes als eine Rentenkürzung“.

„Es geht nicht um die Frage, ob die Rente mit 67 eingeführt wird, sondern wann“, sagte Gabriel in seiner Rede vor dem Bundestag am Donnerstagmorgen. Nur zehn Prozent der 64-Jährigen seien zuletzt in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung gewesen. Die anderen würden durch die Anhebung des Rentenalters „vor eine unlösbare Aufgabe“ am Arbeitsmarkt gestellt, denn sie fänden entweder keine Arbeit oder seien körperlich nicht mehr dazu in der Lage, einer Arbeit nachzugehen. Genau das wolle das Gesetz aber nicht, so Gabriel. Da Gesetz fordere eine genaue Betrachtung des Arbeitsmarktes, bevor es beschlossen werden könnte.

Gabriel warf Bundesarbeitsministerin von der Leyen (CDU) vor, die notwendigen Maßnahmen für mehr Arbeitsmöglichkeiten für Ältere nicht zu treffen: „Sie machen das genaue Gegenteil – und verordnen dazu noch kalt  lächelnd eine Rentenkürzung für alle, die es auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr schaffen.“ Auch habe die Ministerin die sozialen Folgen eines erhöhten Renteneintrittsalters nicht geprüft. Der „Überprüfungsbericht zur Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre“ verlöre kein Wort über Menschen, die schwer belastende Arbeit leisten würden und berufsbedingt früh in Rente gehen müssten. Nur ein Bruchteil aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehe heute in eine abschlagfreie Rente. Diese Abschläge – also faktische Rentenkürzungen – wolle von der Leyen nun drastisch erhöhen. „Für alle, die sich jahrzehntelang im wahrsten Sinne des Wortes „krummgemacht“ haben für unser aller Wohl, sei dies eine schmerzhafte Kürzung. Und eine bittere Ungerechtigkeit obendrein“, kritisierte Sigmar Gabriel.

Die CDU habe auf ihrem Parteitag im November beschlossen „Längere Erwerbsarbeit muss so ausgestaltet sein, dass sie von den Menschen nicht als Bedrohung empfunden wird.“ „Wäre dieser Satz das Papier wert, auf dem er geschrieben wurde, dann würden Sie jetzt erst einmal Vorschläge machen, wie diejenigen, die es nun wirklich nicht mal bis 65 schaffen können, ohne zusätzliche Abschläge in die Rente schaffe können. Nichts von dem tun Sie!“, warf Gabriel der CDU-Politikerin vor.

Gabriel erläuterte zum Abschluss seiner Rede die Pläne der SPD, um die wichtigen Vorraussetzungen für die Anhebung des Rentenalters zu schaffen:

  • Die SPD wird erstens dafür sorgen, dass Armutslöhne verschwinden und sich Arbeit wieder lohnt. Sozial ist nicht, was Arbeit schafft, sondern sozial ist, was Arbeit schafft, von der man leben kann – auch im Alter!
  • Zweitens mehr für die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer tun.
  • Und drittens flexible Übergänge für die schaffen, die es nicht mal bis 64 oder 65 schaffen.

„Das sind die drei Voraussetzungen, die wir für die Rente mit 67 schaffen müssen.  Und solange wir das nicht getan haben, so lange kann die Rente mit 67 nicht in Kraft treten. So will es das Gesetz. Und so wollen es auch wir Sozialdemokraten.“

Die Rede von Sigmar Gabriel können Sie in voller Länger hier nachlesen.

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