Wahlkampfauftakt in Hamburg. Am 20. Februar wird in der Hansestadt gewählt. Einen ersten direkten Schlagabtausch lieferten sich die Spitzenkandidaten von SPD und CDU in einem TV-Duell am Donnerstag. SPD-Kandidat Olaf Scholz hat in den Umfragen deutlich die Nase vor dem amtierenden Bürgermeister Christoph Ahlhaus (CDU). Wie er in dem Verbal-Gefecht bewies – zu Recht!
Der Stadtsender Hamburg 1, die Radiostationen Radio Hamburg und Oldie 95 sowie die Hamburger „Bild“-Zeitung hatten zum knapp 90-minütigen Duell geladen. Vor rund 120 Zuschauern traten die beiden Politiker gegeneinander zum Wort-Schlacht an. Scholz ließ von Beginn an keinen Zweifel daran aufkommen, dass er die Sozialdemokraten nach fast zehnjähriger Abstinenz zurück ins Bürgermeisteramt führen will und kann. „Mein Ziel ist, dass Hamburg wieder ordentlich regiert wird“, sagte Scholz.
Es ging um Wohnungen, Verkehr, Straßenbau und eskalierende Jugendgewalt. Aber richtig in Fahrt kam das Gespräch erst, als das Thema Geld auf den Tisch kam. Scholz plante, Ahlhaus rechtfertigte.
Die Streichung des Weihnachtsgeldes für Beamte? „Das muss man sich noch mal anschauen“, kommentierte Scholz. Die Beamten sollten nicht das Gefühl haben, sie würden mit ihrem Geld die Elbphilharmonie bezahlen.
Scholz für kostenfreie Kitas
Außerdem versprach Scholz ein kostenloses Kita-Angebot für fünf Stunden. „Wir müssen uns um die jungen Leute kümmern. Kita-Plätze, Schule, Ausbildung“, sagte Scholz in seinem Schlussplädoyer. „Ich bin dafür, dass jeder in die Lage versetzt wird, ein eigenständiges Leben ohne soziale Hilfe zu führen, dafür stehe ich.“
Nach dem freiwilligen Rücktritt des CDU-Bürgermeisters Ole von Beust im Sommer 2010, wurde Ahlhaus sein Nachfolger. Nicht einmal 100 Tagen später scheiterte Ende November die schwarz-grüne Koalition. Die Grün-Alternative Liste (GAL) trennte sich von ihrem konservativen Partner.
Ahlhaus glaubt nicht an die Niederlage
Und jetzt, wo Neuwahlen ins Haus stehen, die aktuellen Umfragen klar für Scholz sprechen, räumte auch Ahlhaus beim TV-Duell ein, dass die Situation für die CDU „alles andere als einfach“ sei. Trotzdem glaubt er immer noch „nicht, dass wir die Wahl verlieren werden“.
Für den frischsten Spruch des Abends sorgte Scholz. „Wahlkampf ist eine große Zeit für mich“, sagte er. „Endlich interessiert sich jemand für meinen Beruf.“
Im Stil der Auseinandersetzung präsentierten sich sowohl Scholz als auch Ahlhaus hanseatisch sachlich, vermieden persönliche Angriffe und unterließen es, dem Gespächspartner ins Wort zu fallen. Es ging um die Sache.
Nun bleiben den Hamburgern noch gut sechs Wochen bis zur Wahl am 20. Februar – und sich ein eigenes Bild zu machen über die Spitzenkandidaten und die Programme. Vier Tage vor dem Wahltag, am 16. Februar, haben sie noch einmal die Gelegenheit, Ahlhaus und Scholz in einem TV-Duell zu beurteilen - dann im NDR Fernsehen.











