spd.de: Astrid, die SPD ist zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit mit einem Parteitag in der STATION-Berlin zu Gast. Geht die SPD mit ihren Parteitagen nicht mehr auf Tour?
Astrid Klug: Doch, das werden wir in der Zukunft wieder tun. Dieses Mal sind es vor allem praktische Erwägungen, warum wir in Berlin und in der STATION-Berlin tagen. Wir freuen uns auf den übernächsten Parteitag in einer der prosperierendsten Städte Deutschlands. Aber jetzt freuen wir uns erst einmal auf die zweite Runde mitten im Herzen von Berlin!
Was wird denn diese zweite Runde in der STATION-Berlin von der ersten unterscheiden?
SPD-Bundesgeschäftsführerin Astrid Klug.
(Bild: Florian Jaenicke)
Der letzte Parteitag in der STATION-Berlin war ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg der Erneuerung der SPD nach dem Debakel bei der Bundestagswahl. Er war geprägt von der Werkstatt-Atmosphäre einer Partei, die mitten in wichtigen Diskussionsprozessen steckte. Mit dem ordentlichen Parteitag in diesem Jahr vollenden wir die Neuaufstellung der SPD. Wir geben programmatische Antworten in schwierigen Zeiten. Wir benennen unser Kapital in der Krise: Demokratie und Gerechtigkeit! Wir lavieren nicht rum, zünden Nebelkerzen oder drücken uns vor Antworten wie andere. Sondern wir bekennen als SPD Farbe, wie wir unserem Land, wie wir Europa, Hoffnung, Lust, Zuversicht und Chancen auf Zukunft geben wollen.
Wird sich das auch auf das Setting des Parteitags auswirken?
Im Gegensatz zum letzten Jahr tagen wir in einer soeben fertig gestellten, neuen Halle der STATION-Berlin. Das ist durchaus symbolisch! Wir tagen nicht mehr in dem „rough“ wirkenden Werkstatt-Ambiente, sondern präsentieren auch mit der Gestaltung des Plenums professionell und prägnant unseren neuen Auftritt als SPD. Die SPD ist nach erfolgreichen Landtagswahlkämpfen, zündenden Programmdebatten und mit einem Plan für ihre eigene Reorganisation wieder da! Das werden wir deutlich machen. In Reden, mit Köpfen, durch Beschlüsse, aber auch mit einen prägnanten Claim, einem klaren Logo, überraschenden Farben und einer bestmöglichen Atmosphäre.
Was werden die Höhepunkte des Parteitages sein?
Schlechte Nachrichten für Raucher: bei diesem Parteitag wird ein Höhepunkt den nächsten jagen. Da wird es wenig Zeit für Pausen geben. Im Ernst: schon bevor der Parteitag losgeht, erwarten wir mit der Rede von Helmut Schmidt einen furiosen Start. Wir werden den norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg und den französischen Präsidentschaftskandidaten Francois Hollande als Gastredner begrüßen. Sieben Leitanträge stehen zur Beratung. Die Organisationsreform wird beschlossen. Von der Rede des Parteivorsitzenden erwarten wir Orientierung in Zeiten der Krise. Die Vorstandswahlen werden für hohe Aufmerksamkeit sorgen. Das eigentlich Wichtige ist aber: wir haben Zeit zur Debatte. Wir praktizieren gelebte Demokratie. Ich freue mich auf jeden Debattenbeitrag im Plenum.
Und wenn man doch mal eine Plenumspause braucht?
Neben den Plenumsberatungen wird beim Parteitag natürlich noch viel mehr geboten. Wir bespielen quasi jeden Quadratmeter in dem ehemaligen Postbahnhof am Gleisdreieck. Die SPD-Familie präsentiert sich an vielen Ständen. Kommerzielle Aussteller, Verbände und Initiativen sind mit eigenen Info-Angeboten präsent. In der Ausstellung des Wilhelm-Dröscher-Preises zeigen mehr als drei Dutzend Gliederungen ihre besten Ideen aus der Parteiarbeit vor Ort. Und wir haben mit der neuen „Halle für Alle“ ein Mitmach- und Entspannungsangebot für alle Delegierte und Gäste geschaffen, das die persönlichen und die elektronischen Akkus wieder auflädt.
Der Parteitag bietet also nicht nur für Delegierte, sondern auch für Gäste ein breites Angebot?
So ist es. Deshalb haben sich rund 7.500 Delegierte, Gäste und Interessierte zum Parteitag angemeldet. Das sind mehr als doppelt so viele wie bei allen vergleichbaren Parteitagen im letzten Jahrzehnt. Das freut uns sehr! Wir haben auf dem gesamten Parteitagsgelände Bildschirme aufgestellt, so dass auch diejenigen, die möglicherweise zeitweise das Plenum wegen Überfüllung nicht betreten können, dennoch das Geschehen vor Ort verfolgen. Und alle, die nicht vor Ort sind, bleiben mit dem Livestream bei www.spd.de, der Fernsehübertragung bei phoenix und sicherlich auch durch viele Infos, Posts und Nachrichten in den Social-Media-Netzwerken auf dem Laufenden.




