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SPD beendet Parteitag: „Gut gerüstet“ für 2013
06. December 2011 - Jan Almstedt

Mitte-Links

(Foto: Marco Urban)

Inhaltlich und personell gestärkt beendet die SPD ihren dreitägigen Bundesparteitag in Berlin. Mit wichtigen Beschlüssen in der Steuer- und Finanzpolitik, für Europa, Bildung, Gesundheit, Arbeit, Rente, Familie und für mehr direkte Demokratie. Außerdem erneuert die SPD die Parteiorganisation. Das Ziel ist nun die Regierungsübernahme 2013.

Ausgesprochen gut gelaunt präsentierte sich der wiedergewählte Parteichef Sigmar Gabriel zum Abschluss des Bundesparteitags der Presse. Seine Bilanz des dreitägigen Treffens in Berlin: „Wir haben gezeigt, dass wir inhaltlich und personell etwas zu bieten haben.“ Zuvor hatten die Delegierten gerade das Steuer- und Finanzkonzept einstimmig beschlossen. Nach einer leidenschaftlichen Debatte vor allem um Abgeltungs- und Reichensteuer. 

Am Ende geschlossen – auch bei kontroversen Themen

Am Ende stellte sich der Parteitag geschlossen hinter das Konzept. Im Kern geht es dabei um konsequenten Schuldenabbau auf der einen und Investitionen in bessere Bildung auf der anderen Seite. Für diese Ziele sollen im Bundeshaushalt 16 Milliarden Euro eingespart werden und Bezieher hoher Einkommen durch einen höheren Spitzensteuersatz von 49 Prozent und die Wiedereinführung der Vermögensteuer mehr beitragen.

Besonders kontrovers wurde auch am Vortag der Bereich Rente diskutiert. Denn das Rentensicherungsniveau betrachten viele Delegierte vor allem bei Beziehern kleiner und mittlerer Einkommen als zu niedrig. Antworten auf die Frage soll jetzt eine Kommission erarbeiten. Weiterhin positionierte sich der Parteitag für einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro, für die Begrenzung des Niedriglohnsektors, und gleiche Bezahlung in der Leih- und Zeitarbeit sowie zwischen Frauen und Männern.

Für mehr direkte Demokratie sollen Volksentscheide auch auf Bundesebene eingeführt und eine „Volksgesetzgebung“ geschaffen werden. Der Drei-Klassen-Medizin tritt die SPD durch ihr Gesamtkonzept für die Bürgerversicherung entgegen, das auch im Bereich Pflege greifen soll.

Bessere Kinderbetreuung soll ein Rechtsanspruch auf Betreuung ab dem ersten Geburtstag in einem Stufenplan bis 2020 sichern. 

Außerdem hat sich die SPD eine neue, modernere Struktur gegeben. Damit haben Mitglieder mehr Entscheidungsrechte und Nichtmitglieder neue Möglichkeiten sich an der Arbeit der SPD zu beteiligen.

In den Wahlen wurde die Parteispitze gestärkt, als neue stellvertretende Vorsitzende die Hamburger Bundestagsabgeordnete Aydan Özoguz.

SPD ist Europapartei Deutschlands

Einen besonderen Schwerpunkt des Parteitags bildete das Thema Europa: mit prominenten Gastrednern von Helmut Schmidt über den Präsidentschaftskandidaten der französischen Sozialisten, Francois Hollande bis hin zum norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg. Im Parteitagsbeschluss positionierte sich die SPD klar als die Europapartei Deutschlands: mit einer Stärkung der Institutionen, Solidarität mit den Partnern – aber auch scharfer Kontrolle der Haushaltsdisziplin und einer Rückbesinnung auf das Prinzip der Subsidiarität.

Ein besonderes Bekenntnis zu Europa gab der Parteitag auch zum Abschluss ab. Zusätzlich zum traditionellen Lied „Wann wir schreiten Seit’ an Seit’“ sang der Jugend-Chor Köln Beethovens 4. Satz der 9. Sinfonie, die Europahymne „Ode an die Freude“.

„Die nächste Bundesregierung wird von der SPD geführt“

Die Beschlüsse sieht der Parteivorsitzende als Beleg für den „Wiederaufstieg der SPD nach der bitteren Wahlniederlage“ – und für die „Regierungsfähigkeit und Regierungswilligkeit“ der Partei. Die SPD verspreche nichts, was sie nicht halten könne, sie halte „Maß und Mitte: Mitte-Links“.

„Die nächste Bundesregierung“, ist der Parteichef sicher, „wird von der SPD geführt“.

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14. May 2012 • 20:33 Antworten

marianne karper-imig

Hannelore Kraft hat ein zukunftsweisendes Potential! Wir brauchen solche Köpfe in Deutschland damit wir wieder eine volksnahe Politik machen können und der Bürger uns versteht. Bravo Hannelore, sagt eine SPdlerin aus Bayern!

07. March 2012 • 20:49 Antworten

Thomas Neumann

*Das Mitte-Links stört mich an diesem Beitrag. * Eine starke Zentrums-Partei sollte die SPD sein, die alle Interessen vertreten kann, jedoch sollte sie sich klar von den Linken (in meinen Augen Kommunisten) unterscheiden. Wir dürfen uns da nicht verstecken, Sarrazin hat es nicht getan und auch viel eingesteckt, aber das ist ein anderes Thema. Die Differenzierung zwischen Links und Rechts ist die Mitte und genau das sollte die SPD auch sein. Nicht linksorientiert nicht rechtsorientiert. Von allem etwas sollte sie tragen. Es gibt auch noch Menschen mit Heimatstolz, aber es gibt auch Zugewanderte Menschen, die sich genauso gut fühlen sollten wie die Einheimischen. Doch dies erreicht man nicht, wenn man den Einheimischen den Nationalstolz wegnimmt und eine Gründung eines "Multi-Kulti-Staates" zulässt. Mit Nationalstolz verbinde ich nicht gleich eine rechte Gruppierung und mit Integration eine linke Einstellung. Europa ist eine wunderbare Idee, welche aber momentan zum erliegen gekommen ist. Überschüttet von Finanzkrisen und neuen Bestimmungen/Gesetzen verlieren immer mehr Menschen den Glauben an die europäische Union. Den als selbsternannte "Europa-Partei" wiederherzustellen wird schwierig aber ist machbar, wenn das Volk selber mehr über Europa mitbestimmen könnte. Reformierbar ist vieles in Europa und in Deutschland. Obwohl ich in ferner Zukunft eher das Problem der starken Zuwanderung und die, immer damit verbundene, steigene, Rechtsradikalität sehe. *Demokratie= lasst das Volk entscheiden bei schwerwiegenden Entscheidungen!*

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Reisehank

Die SPD ist Zeit Ihres Bestehens stets links orientiert gewesen. Links von der Mitte ist demzufolge genau die Positionierung, die angemessen ist. Sich wischiwaschi in die Mitte zu stellen, um nur ja alle mitzunehmen - das sollen andere machen. Es zeichnet die SPD eben gerade aus, nicht immer dem Zeitgeist hinterher gerannt zu sein, sondern sich klar zu positionieren - auch wenn es für die Partei selbst unbequem ist. Das verleiht ihr Glaubwürdigkeit. Volksabstimmungen sind übrigens nicht immer das Gelbe vom Ei und aus gutem Grund in unserer Verfassung nur im Ausnahmefall vorgesehen. Wieviele Bürger informieren sich denn vor so einer Abstimmung differenziert und intensiv mit dem abzustimmenden Thema? Wieviele Bürger nehmen denn im Durchschnitt an so einer Abstimmung teil? In Berlin bisher immer sehr wenige... Das Hohelied der Volksabstimmung als vermeintlich echt-demokratische Willensbildung kann ich so nicht mitsingen - auch wenn es gerade on vogue ist. Interessierte, gut organisierte Gruppen können auf diese Weise ihre Klientel mobilisieren und der Rest bleibt gemächlich zu Hause und regt sich nachher auf, was da so von der angeblichen Mehrheit beschlossen wurde...Einer Mehrheit die bei 30 % Wahlbeteiligung nicht sehr aussagekräftig ist...Nein, jeder kann sich in einer Partei engagieren, dort seine Ideen einbringen und versuchen vorwärts zu kommen - das erfordert wirklichen Einsatz, Mühe und intensive Beschäftigung mit einem Thema...einfach nur sagen "dafür oder "dagegen" - das kann jeder...

30. December 2011 • 22:00 Antworten
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Gelöschter Nutzer

*Differenzierung der Sozialdemokratie* -_ "in Vielfalt vereint!"_ Die SPD ist eine vielfältige politische Kraft und Partei. Sie wird ganz besonders durch regionale Vielfältigkeit in Deutschlands UND Europa geprägt und geformt. Hier kann die SPD von guten, erfolgreichen globalen Konzernen lernen. Sie passen sich der regionalen Gegebenheit an ("interkulturelles Denken"). Auch in Deutschland sind die regionalen Unterschiede oft sehr groß. Die Menschen in Bayern sind anders als die Menschen in Schleswig-Holstein - und verlangen daher andere politische Herangehensweise! Um in jeder Region und in jedem Bundesland erfolgreich und wählbar zu sein muss sich die SPD den regionalen Gegebenheit ausdrücklich und programmatisch anpassen. D.h. sie muss selbstbewusst klar machen, dass die bayrische Sozialdemokratie sich von der nordrhein-westfälischen Sozialdemokratie unterscheidet. Dass die hessische Sozialdemokratie eine andere ist als die sächsische. *"In Vielfalt vereint"* muss eine neues SPD Selbstverständnis werden. (1) _*...eine bayrische Sozialdemokratie_* (bzw. sollte es geben!) => mit Rücksicht und Würdigung der Gegebenheit in Bayern (kulturelle, mentale, politische, etc.). (2) _*...eine rheinland-pfälzische Sozialdemokratie_*, die genau auf die Verhältnisse von Rheinland-Pflanz zugeschnitte ist. (3) _*...ein brandenburgische Sozialdemokratie_* - entstanden aus der Regierungs-Tradition der SPD-Brandenburg. (4) ...ein nordrhein-westfälische Sozialdemokratie - als Mutterland der SPD und ihre Besonderheit und Selbstverständnis. In einem Satz: *ein positiver Wettbewerb der Sozialdemokratie in der Sozialdemokratie* wird der SPD sehr gut und beleben => sich mit sich selbst messen statt mit anderen ist eine Winner-Strategie, mit dem Ziel, immer besser zu werden. Erst dann wird es einfacher für die SPD auch in schwierigen Regionen erfolgreich zu sein. Hier ist natürlich Bayern gemeint. In Bayern braucht es ausdrücklich eine besondere "bayrische Sozialdemokratie". Wie diese „bayrische Sozialdemokratie“, mit bayrischen Sozialdemokraten wie Christian Ude, Florian Pronold und einem „sozialdemokratischen Konzept für Bayern“ aussehen wird, wird eine spannende Frage der nächsten 20 Monaten sein. *Es wird vor allem eine andere SPD sein. So, wie sie die Menschen in Bayern und für Bayern wünschen* (und dann auch mit Mehrheit wählen!).

30. December 2011 • 16:49 Antworten
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Gelöschter Nutzer

Was heißt *Mitte-Links konkret?* ...bei den einzelnen Themen der Politik, im Alltag und bei Detail-Fragen? Ich schliße mich da dem Kommentar meines Vorgängers an.