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Jim Rakete - Der Stand der Dinge

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Hommage an den deutschen Film

Er gehört zu den bedeutendsten Fotografen und Fotojournalisten Deutschlands. Und er ist der Fotograf der Stars. Ursprünglich plante Jim Rakete 20 Porträts der Crème der deutschen Schauspielkunst - eine Hall of Fame des Deutschen Films. Innerhalb von zwei Jahren entstanden 100 eindrucksvolle Porträts von Legenden, Machern und Talenten des deutschsprachigen Films. Sie erzählen vom „Stand der Dinge“ in Sachen deutscher Film.



Fotoausstellung vom 14. Februar bis 25. März 2012 in Berlin

Zur Berlinale - quasi als Verbeugung vor dem Filmfestival - ist der „Stand der Dinge“ im Willy-Brandt-Haus in Berlin zu sehen.

 Anders als von ihm gewohnt, hat Jim Rakete die prominenten Köpfe des Kulturbetriebs nicht in Schwarzweiß und mit einer Plattenkamera abgelichtet. Für dieses Projekt stieg er auf die Digitalkamera um und fotografierte in Farbe.



Icon Bilderstrecke: Hommage an den deutschen Film

Moritz Bleibtrei mit Beretta-Pistole (Bild: Jim Rakete / Deutsches Filmmuseum) Zur Bilderstrecke (8)

Eine Bedingung stellte er den Porträtierten: Sie sollten sich einen Gegenstand mitbringen, mit dem sie eine persönliche Erinnerung ihres filmischen Schaffens verbinden. So posierte Jürgen Vogel mit einer Keule, die an seinen Gangsterstreifen „Schwerkraft“ erinnert. Nora Tschirner hatte den „Keinohrhasen“ aus dem gleichnamigen Film dabei. Christoph Waltz trug die Armbanduhr aus „Inglourious Basterds“ von Quentin Tarrantino. Moritz Bleibtreu wählte eine Pistole der Marke Beretta aus „Knockin´in Heavens Door“. Doris Dörrie, halb verdeckt von einem blühenden Kirschzweig, lässt Erinnerungen an ihren Erfolgsfilm „Kirschblüten – Hanami“ wach werden. 

Schauen Sie vorbei!

Der Freundeskreis Willy-Brandt-Haus zeigt die Fotoausstellung „Jim Rakete – Stand der Dinge. 100 Porträts für das Deutsche Filmmuseum“ vom 14. Februar bis 25. März 2012 im Willy-Brandt-Haus in Berlin.
Die Ausstellung ist Dienstag bis Sonntag von 12 bis 20 Uhr geöffnet; der Eintritt ist frei. Bitte beachten Sie, dass ein Personalausweis erforderlich ist. So finden Sie uns [Wegbeschreibung, PDF, 1,8 MB].

Erfahren Sie mehr über Jim Rakete

Jim Rakete
(Bild: Katrin Schmidt)

Jim Rakete, 1951 in Berlin geboren, fotografierte bereits als Schüler für Tageszeitungen, Magazine und Agenturen. Sein Schwerpunkt lag damals schon auf Porträtfotografie in den Bereichen Film, Theater und Politik.

Von 1977 bis 1986 leitete er das Kreativlabor „Fabrik“. Dort entstanden Plattencover für zahlreiche Bands. Parallel managte er Musiker wie die Nina Hagen Band, Spliff, Nena und Die Ärzte.



In den 1990er Jahren pendelte Rakete zwischen Hamburg und Los Angeles. Dort drehte er als Director of Photography Musikvideos und Werbespots, bevor er 2001 nach Berlin zurückkehrte. 

Wiederholt engagiert er sich mit seiner Arbeit für humanitäre Hilfsprojekte, so etwa für den fairen Handel mit Entwicklungsländern oder für Berliner Straßenkinder und Jugendliche in Not.



Die Größen der deutschen und internationalen Musik- und Filmbranche begleitet Jim Rakete fotografisch oft über viele Jahre. 2007 erschien der Bildband 1/8 sec. Vertraute Fremde, eine Hommage an die Fotografie mit der Plattenkamera. Von 2009 bis 2011 fotografierte er den „Stand der Dinge“.

Jim Rakete im kulturundpolitik.de-Interview

Jim Rakete
(Bild: Katrin Schmidt)

Mit kulturundpolitik.de spricht Jim Rakete über Fotografien die Schlüsselmomente festhalten, über den Reiz von Farbfotos und darüber, wie die Digitalfotografie unsere Erzählkultur verändert.

kulturundpolitik.de: Sie gelten als Meister der analogen schwarz-weiß Fotografie. Ihre letzte große Porträt-Serie „1/8 sec.“ haben Sie mit einer Plattenkamera fotografiert. Für „Stand der Dinge“ haben Sie Filmschaffende farbig und digital fotografiert. Was hat Sie daran gereizt?

Jim Rakete: Ich muss unentwegt farbig fotografieren um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Die persönlichen Vorlieben haben nichts damit zu tun, dass man auch von irgendetwas leben muss. Aber bei „Stand der Dinge“ spielen Farben zum Teil eine Rolle. Wenn Floriane Daniel den roten BH durch die Bluse blitzen lässt, den sie im Film „Winterschläfer“ getragen hat, dann nützt mir das nichts in schwarz-weiß. Deshalb war klar, dass ich bei dem Thema auf Farbe gehen muss.

Sie hätten auch analoge Farbfotografien machen können.

Ja, aber da ist noch der Kostenfaktor. Wir haben das Projekt begonnen, um Geld von Stiftern für das Frankfurter Filmmuseum zu bekommen. Die ganze Ausstellung ist eine Stiftung an das Frankfurter Filmmuseum.

Die analoge Fotografie verliert immer mehr an Bedeutung. Markiert die Insolvenz des Foto-Konzerns Kodak den endgültigen Durchbruch der Digitalfotografie?

Das hat schon viel früher begonnen. Der eigentliche Unterschied ist der Unterschied im Denken. Die analoge Fotografie bezieht sich immer auf ein Original, auf das Negativ. Das Fehlen dieses Originals ist ein Phantomschmerz der Fotografie. Das digitale Denken ist jenes der Ungeduld – des sofortigen Zeigens, der sofortigen Versendbarkeit. Das füttert unsere Schwäche: Wir können auf nichts mehr warten, wir können uns auf nichts mehr einlassen. Fotografie heißt heute einer macht mit dem Handy ein Bild und schickt es woanders hin. Das führt zu einer Entwertung des einzelnen Bildes. Es führt weg davon sich etwas aus einem Foto herauszulesen. Dieser Siegeszug der Bilderflut ist durch nichts mehr einzudämmen.

Ein weiterer Nachteil ist dieses „Wie wollen Sie’s gerne haben?“. Alles ist verlegt auf das Hinterher. Vollkommen egal was man fotografiert hat, hinterher kann man daraus irgendwas machen. Für mich war die wirkliche Trophäe von Fotografie immer, dass das Foto auch ein Ergebnis einer Begegnung ist. Wenn ich heute Sachen sehe, die eindrucksvoll bearbeitet sind, kann ich sagen, das ist gut gemacht. Aber das Bild hat diese Kraft von Begegnung nicht mehr. Es hat keine Zeitzeugenschaft.

Das vollständige Interview finden Sie auf www.kulturundpolitik.de.

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