Der 26. März 2010 steht im Zeichen des gemeinsamen Protests eines breiten gesellschaftlichen Bündnisses gegen Lohnungleichheit und Diskriminierung im Arbeitsleben. Mit vielfältigen Aktionen beteiligt sich die ASF als Mitglied des Deutschen Frauenrats am "Equal Pay Day" bundesweit.
Am 26. März wird es auf dem Platz des 18. März auf der westlichen Seite des Brandenburger Tors in Berlin eine zentrale Versammlung geben, zu der der Deutsche Frauenrat und der Landesfrauenrat Berlin aufrufen.
Warum Entgeltgleichheit und Kampf gegen Lohndiskriminierung?
Männer und Frauen sind gleichberechtigt, so lautet der Artikel 3 Satz 2 des Grundgesetzes. Das Gleichheitsgebot des Grundgesetzes verlangt von uns, zu handeln und nicht länger abzuwarten. Gemeinsam werden wir daher gegen eine hartnäckige Ungerechtigkeit demonstrieren: Obwohl Frauen und Mädchen heute in Deutschland besser ausgebildet sind denn je, zahlt sich dies für sie bislang leider kaum aus. Frauen verdienen bei uns nach wie vor fast ein Viertel, ca. 23 Prozent, weniger als ihre männlichen Kollegen und damit im Durchschnitt auch weniger als in der Europäischen Union (18 Prozent).
Fakten zur Ungleichheit
- Es ist richtig, dass Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine Ursache für die Einkommensunterschiede sind. Aber: nicht nur Mütter, sondern auch Frauen, die keine Kinder haben, werden schlechter bezahlt als Männer - nicht weil sie weniger qualifiziert oder weniger leistungsbereit sind als Männer, sondern aus einem einzigen Grund: weil sie Frauen sind.
- Auch diskriminierende Steuerklassen und ein konservatives Familienbild, das dem männlichen Ernährermodell anhängt und (Ehe)Frauen vor allem als Zuverdienerin betrachtet, sind ebenfalls große Hemmnisse, die weit über Fragen der Vereinbarkeit hinaus gehen.
- Grundsätzlich gilt, dass in frauendominierten Branchen niedrigere Entgelte bezahlt werden. Am Berufswahlverhalten von Frauen muss sich also endlich etwas ändern. Es stellt sich jedoch die Frage, wieso uns die Arbeit eines ausgebildeten Automechanikers eigentlich mehr wert sein sollte als die Leistung der qualifizierten Erzieherin unserer Kinder oder die der Friseurin?
- Aber auch innerhalb der Branchen werden Männer und Frauen unterschiedlich entlohnt. Dazu trägt wesentlich bei, dass Frauen bis heute in höheren Positionen unterrepräsentiert sind.
Appelle und freiwillige Vereinbarungen helfen nicht
Wer wie Ministerin Schröder die Frauen weiterhin mit sinnlosen Appellen an die Wirtschaft und freiwilligen Vereinbarungen vertrösten will und gesetzliche Regelungen ablehnt, verfestigt die strukturelle Diskriminierung von Frauen. Eine Geschlechterquote in Aufsichtsräten, wie sie die Norweger mit großem Erfolg eingeführt haben, und ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft können hier Abhilfe schaffen.
Entgeltgleichheit prüfen mit eg-check
Wir als ASF wollen den Aktionstag nutzen, um auf die vielfältigen Ursachen für die Lohndiskriminierung aufmerksam zu machen, denn diese sind keineswegs zementiert, sondern können verändert werden!
19.03.2010