Liebe Genossinnen, liebe Freundinnen,
ich bedaure es sehr, dass ich bei Eurer Bundeskonferenz in Bonn-Bad Godesberg nicht anwesend sein kann. Wichtige Ministerinnentermine in Mecklenburg-Vorpommern und die 850-Jahr-Feier in Schwerin stehen dem leider im Weg.
Gern wäre ich dabei gewesen, um mit Euch darüber zu diskutieren, wie unsere Partei es schaffen kann, wieder stärker mit Frauen ins Gespräch zu kommen und bei ihnen für unsere Anliegen zu werben. Und natürlich hätte ich mich auch gern bei Euch persönlich für die
Unterstützung der letzten Monate herzlich bedankt. Ich habe von Euch von Anfang an Unterstützung für meine politische Arbeit in der Bundes-SPD erfahren. Darüber habe ich mich sehr gefreut.
Gemeinsam haben wir im Wahlkampf Gespräche geführt mit dem ASF-Bundesvorstand, mit dem Vorstand des Deutschen Frauenrates, mit Frauen in Spitzenfunktionen der Wirtschaft. Wir
haben einen Wahlaufruf gestartet und damit wichtige frauenpolitische Belange transportiert.
Mit Elke Ferner und den anderen Genossinnen in Präsidium und Parteivorstand arbeite ich seit meiner Wahl zur stellvertretenden Parteivorsitzenden sehr gut zusammen. Wenn wir als Frauen gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir viel erreichen, für alte Frauen und junge Frauen, für Frauen im Osten wie im Westen, für Frauen mit Kindern oder ohne, mit Arbeit oder ohne.
In den Zukunftswerkstätten können wir unsere Positionen erarbeiten, um weiter voran zu kommen für eine Gesellschaft ohne Hürden und gläserne Decken. Ich lade Euch herzlich ein, mitzumachen in den Zukunftswerkstätten und Eure Perspektive einzubringen. Denn wir brauchen viele starke Frauen in unserer Partei, die mithelfen dabei, unsere Partei weiter zu öffnen in die Gesellschaft hinein und für neues Vertrauen in die Sozialdemokratie – gerade bei den Frauen - zu werben. Denn eine Erkenntnis nach der Bundestagswahl halte ich für besonders schmerzlich: Gerade bei unseren weiblichen Wählerinnen – allen voran den jungen Frauen – haben wir viel Vertrauen verloren.
"Gleichstellung jetzt!" heißt das Motto Eurer Konferenz. Gleichstellungspolitische Fortschritte zu erreichen, braucht einen langen Atem und Hartnäckigkeit. Den habt Ihr, ob unsere Vorsitzende Elke Ferner oder Brigitte Pleß aus meinem Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Das ist auch gut so, denn es gibt noch viel zu tun für uns alle – vom Pay-Gap bis zur Frage, wie es gelingen kann, dass mehr Frauen Führungspositionen wahrnehmen. Gerade angesichts der Spardiskussionen von Schwarz-Gelb wird ganz deutlich, dass die SPD dringend gebraucht wird als Anwältin für die Belange der Familien – insbesondere der Alleinerziehenden, von denen mehr als 90 Prozent Frauen sind. Denn die Bundesfamilien- und -frauenministerin Schröder wird nicht diejenige sein, die kämpft, hat sie doch in vorauseilendem Gehorsam bereits das Elterngeld freiwillig zur Disposition gestellt.
Ich finde, dass unsere SPD seit dem letzten Bundesparteitag gut aufgestellt ist. So viele gute Frauen an der Spitze können sich doch sehen lassen! Und wenn alles gut geht, werden wir mit Hannelore Kraft bald in NRW eine starke Ministerpräsidentin haben! Wir werden gemeinsam dafür sorgen, dass wir die Themen, die für Frauen wichtig sind, mehr Gehör verschaffen – nach innen und nach außen. Dafür werde ich mich einsetzen und freue mich dabei auf eine weiterhin gute und fruchtbare Zusammenarbeit mit der ASF.
Ich wünsche Eurer Konferenz viel Erfolg und freue mich auf Eure Beschlüsse. Ich hoffe, ich kann mithelfen, sie umzusetzen und für unsere Partei bei den Frauen wieder um mehr Zustimmung zu kämpfen. Die SPD hat eine große und stolze frauenpolitische Tradition. Der fühle ich mich verbunden und danke allen Vorkämpferinnen und Mitstreiterinnen.
Eure
Manuela Schwesig
Schriftliches Grußwort von Manuela Schwesig, stellvertrende SPD Vorsitzende an die ASF-Bundeskonferenz