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Arbeit, Wirtschaft und Energie

Sozial - Markt - Wirtschaft

(Foto: dpa)

"Der Markt reguliert sich am besten selbst" - "Wirtschaft bestimmt, was ein gerechter Lohn ist" - "Energieversorgung braucht keine Steuerung". Solche Glaubenssätze sind einfach. Aber funktionieren sie auch? Oder brauchen Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Energie verbindliche Spielregeln? Ist das nicht die Idee der Sozialen Marktwirtschaft?

Arm trotz Arbeit?

Wer hart arbeitet, soll genug Geld haben für sich und seine Familie. Und abgesichert sein - für den Fall, dass er oder sie arbeitslos wird oder krank. Und im Alter will jeder eine ausreichende Rente beziehen. Arbeit soll auch gerecht sein: Wer den selben Job macht, wie sein Kollege im Büro nebenan oder an der Werkbank, verdient auch den gleichen Lohn. Aber ist das so? Verdienen nicht viele Frauen immer noch deutlich weniger als ihre Kollegen? Und Leiharbeiter genauso? Warum muss fast jeder fünfte Beschäftigte für einen Lohn arbeiten, der nicht zum Leben reicht? Manche für 7 Euro in der Stunde, 6 Euro oder sogar noch weniger.

Grafik: Niedriglöhne weit verbreitet - Zahl der Beschäftigen mit Niedriglöhnen

Was heißt das für die Selbstachtung der Menschen, für ihre Würde, wenn sie trotz harter Arbeit zum „Amt“ gehen müssen, damit sie ihre Miete bezahlen können? Und müssen – vor allem junge – Menschen sich damit abfinden, dass sie über viele Jahre nur befristete Jobs bekommen? Kann man so eine Familie gründen?

Markt oder Mensch?

Alles wird in der global vernetzen Wirtschaft dem Ziel untergeordnet, Gewinne zu machen. Wirtschaft dient nicht mehr dem Menschen. In weiten Teilen ist sie zum Selbstzweck geworden. Politik macht hier zu wenig. Denn hat sich nicht unser Modell der Sozialen Marktwirtschaft bewährt – gerade in der Krise? Mit der Mischung aus starker industrieller Basis, einem Dienstleistungssektor, leistungsfähigem Mittelstand und Handwerk? Hat nicht ein unregulierter Markt vor allem in der Finanzwirtschaft viele Probleme verursacht? Ist es vernünftig, wenn jede Regierung in einem europäischen Binnenmarkt mit gemeinsamer Währung am Ende ihre eigene Wirtschaftspolitik macht, statt sie mit den anderen abzustimmen? Soziale Marktwirtschaft: Was heißt das? Ist sie Selbstzweck oder muss sie auch der Gesellschaft dienen? Der Markt im Mittelpunkt – oder der Mensch?

Weniger Rohstoffe - aber mehr Energie?

Foto: Arbeiter am Strommast
(Foto: dpa)
Wohlstand, Lebensqualität, eine starke Wirtschaft, sichere Arbeitsplätze hängen auch von einer zuverlässigen Energieversorgung ab. Weltweit steigt die Nachfrage und damit die Preise. Gleichzeitig werden Rohstoffe knapp und die Umwelt kann einen ungebremsten Schadstoffausstoß nicht mehr verkraften. Und die Atom-Katastrophe von Fukushima hat einmal mehr gezeigt, dass die Risiken der Atomkraft nicht beherrschbar sind. Was müssen Forschergeist und Politik leisten, damit Energie nicht zum unbezahlbaren Luxus für wenige wird? Und damit die Umwelt auch für unsere Kinder und Enkel erhalten bleibt? Können Rohstoffe noch sparsamer eingesetzt werden – und gleichzeitig mehr Energie erzeugen? Wie viele neue Stromtrassen und Speicher brauchen wir, wenn wir immer mehr erneuerbare Energien nutzen wollen? Und kann der Ausstieg aus der Atomkraft sogar mehr Wachstum und Beschäftigung bringen?


Wussten Sie eigentlich? ...

  • ... dass 32 % aller Neueinstellungen im Jahr 2001 befristet waren? 2011 waren es bereits ganze 45 %.
  • ... dass fast ein Viertel der Beschäftigten für Niedriglöhne arbeiten? Rund 1,2 Millionen bekommen sogar nur 5 € in der Stunde.

Wir haben was zu bieten!

Arbeit, Wirtschaft und Energie haben viel miteinander zu tun. Und sie haben viel mit sozialdemokratischer Politik zu tun: als Grundlage dafür, dass Wohlstand und hohe Lebensqualität für alle machbar ist.

Arbeit

Arbeit ist mehr als nur Broterwerb. Arbeit bestimmt auch, was wir sind. Und was wir (uns) wert sind. Da ist einiges in Schieflage geraten. Die SPD macht sich deshalb für eine gerechte Ordnung auf dem Arbeitsmarkt stark und will:

  • einen gesetzlichen Mindestlohn einführen. Denn mehr als sechs Millionen Menschen arbeiten für weniger als 8,50 Euro in der Stunde. Leistung muss sich lohnen!
  • gerechte Löhne für Frauen, die immer noch durchschnittlich 23 Prozent weniger verdienen als Männer. Und für die Beschäftigten in der Leiharbeit. Bei gleicher Arbeit am gleichen Ort sollen sie auch den gleichen Lohn bekommen wie ihre festangestellten Kollegen.
  • Tarifverträge stärken. Denn nur, wenn starke Gewerkschaften mit Arbeitgebern verhandeln, gibt es für alle Beschäftigten eine gute Lohnentwicklung.

Wirtschaft

Eine starke Industrie, ein leistungsfähiger Mittelstand und ein handlungsfähiger Staat sind die Grundlage für ein erfolgreiches Wirtschafts- und Sozialsystem in Deutschland. Die SPD steht für: 

  • eine aktive Industriepolitik, die Arbeitsplätze schafft und Vollbeschäftigung als Ziel hat. Bei den Dienstleistungen soll vor allem die Kreativ- und die Gesundheitswirtschaft unterstützt werden.
  • einen starken Mittelstand und starkes Handwerk. Sie brauchen die Förderung von Forschung und Entwicklung.
  • eine bessere Abstimmung der Wirtschaftspolitik in Europa. Für eine gemeinsame Wachstumsstrategie.

Energie

Grafik: Monatliche Ausgaben für Energie pro Haushalt in Euro
Die Energiewende ist zwar beschlossen, aber die Umsetzung kommt nicht voran. Die SPD will darum:

  • einen Masterplan zur Energiewende und zur Förderung von Zukunftstechnologien erarbeiten. Politik gemeinsam mit Unternehmen, Umweltverbänden und Gewerkschaften. Damit es gelingt, dass bis 2050 nur noch erneuerbare Energie verbraucht wird.
  • Versorgungssicherheit zu bezahlbare Kosten. Energie darf nicht zum Luxus für wenige werden. Dafür müssen auch kleine regionale Versorger, zum Beispiel Stadtwerke, unterstützt werden.
  • eine gemeinsame europäische Strategie. Auch, um die unterschiedlichen Stärken von Nord und Süd bei der Erzeugung von Ökostrom zu nutzen.

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07. April 2013 • 10:24 Antworten

damamu

Mindestlohn, Minijobs usw. Also meiner Meinung sollte nicht darüber diskutiert werden, sondern endlich mal gehandelt werden, sprich es in die Tat umgesetzt werden! Und was bitte bringt ein flächendeckender Mindestlohn von 8,50 €, wenn es in Deutschland kaum Arbeitsplätze gibt? Und was sind bitte schon 8,50 € BRUTTO? Die Mieten steigen immer drastischer, dass man dennoch auf Wohngeld oder Aufstockung mit Hartz IV angewiesen ist. Meiner Meinung sollten grundlegend etwas geändert werden! Minijobs bis 450 € nur für diejenigen die eine Voll oder Teilzeitstelle nachweisen können, somit kann man vermeiden, dass Unternehmen nur Leute auf Minijobbasis beschäftigen. Dann sollten die Lohnnebenkosten gesenkt werden, damit die Unternehmen Anreize bekommen, die Leute wieder auf Voll- bzw. Teilzeit einzustellen. Vermittlungsfirmen, Zeitarbeit abschaffen!!! Es werden unnutz viele Gelder verschwendet für Vermittlungsgutscheine für Vermittlungsfirmen! Diese kassieren 2000 Euro und am Ende wird der Arbeitnehmer dennoch gekündigt!Hartz IV nicht schmackhafter machen! Sondern Arbeitsplätze schaffen!Was bringt es dem Staat bitte schön, ständig die Hartz IV Sätze zu erhöhen? Nichts außer höhere Ausgaben und somit Verschwendung von Steuergeldern, die an anderen Ecken wiederum fehlen!Qualifizierungen und Weiterbildungen bringen einem Hartz IV Empfänger auch nicht weiter! Denn es gibt keine Arbeitsplätze!!!! Zum Thema Menschen mit Migrationshintergrund:Es werden alle Migranten in Deutschland reingelassen, aber es gibt keine Arbeitsplätze und wenn sich ein Migrant bei einem Unternehmen oder im öffentlichen Dienst bewirbt, wird dieser abgelehnt, da dieser in Deutschland keine Berufserfahrung nachweisen kann, ja sorry, wie soll er denn Berufserfahrung nachweisen, wenn dieser nicht eingestellt wird? Also um es auf den Punkt zu bringen, in Deutschland muss sich grundlegend etwas ändern! Wird es aber nicht, da keiner den Mumm hat, endlich mal diese Sache anzupacken, lieber wird diskutiert und viel bla bla gemacht in der Politik, denn in Deutschland regiert nicht die Politik, sondern die Wirtschaft! Und die Wirtschaft will Profit! Ich finde es schade, dass man als normaler Bürger, nicht einmal im Reichstag den Politikern den Kopf waschen kann und dort eine Rede halten kann. Denn wenn diese Rede dann noch durch die Medien veröffentlicht würde, würden viele Bürger der BRD endlich mal aufwachen und auf die Straßen gehen, wie es zu DDR Zeiten getan wurde!! Ich hoffe, dass meinen Beitrag hier ein Politiker, vielleicht auch Herr Steinbrück liest! Danke!

29. March 2013 • 10:29 Antworten

mister-ede

* Die Beschränkung der Minijobs Sofern die Meldung der ARD stimmt, dass rot-grün an die ungleiche Verteilung der Lohnnebenkosten heran will, bin ich wirklich froh. Dass es für Arbeitgeber billiger ist, 3 Minijobber einzustellen, als eine Vollzeitstelle mit vollen Sozialabgaben zu gestalten ist für mich Paradox. * Atypische Beschäftigung darf nicht billiger sein Die atypischen Formen von Beschäftigung wie Leiharbeit, Minijob, usw. sollte für Arbeitgeber nicht noch finanziell attraktiver sein. * Sozialversicherung ist Solidarbeitrag wie eine Steuer Daher sollten auch hier starke Schultern mehr Lasten tragen als schwache Schultern. Die Idee der Freibeträge für die Sozialversicherung könnte von mir sein. * Lohnnebenkosten senken Überdies fände ich es richtig, die Renten- und Krankenkassen stärker über Steuerzuschüsse zu finanzieren, um den Faktor Arbeit von den sehr hohen Lohnnebenkosten etwas zu entlasten. http://www.mister-ede.de/tag/Arbeitsmarkt

28. March 2013 • 18:38 Antworten

Der Querulant

**Kein Mindestlohn unter 12,50 Euro** Wie wir von unserer Superministerin Ursula von der Leyen wissen, enden 42 Jahre Vollzeitarbeit für 12,50 Euro/Stunde in der Grundsicherung bzw. in der Altersarmut. Wie kann eine Partei, die mit der Agenda 2010 maßgeblich zur Armutsentwicklung in Deutschland beigetragen hat, einen Mindestlohn von 8,50 Euro/Stunde fordern und ernsthaft annehmen, damit Wähler zu gewinnen? Die Agenda 2010, von der Frau Nahles doch so schwärmt, hat ausschließlich den Unternehmen und den Finanzmärkten geholfen. Der Mehrheit der Menschen in Deutschland hat sie Armut und Zwangsarbeit zu sittenwidrigen Bedingungen gebracht. Die Agenda 2010 hat zu einer nie dagewesenen Umverteilung von unten nach oben geführt, sie hat Ungerechtigkeit zum Programm erhoben und aus der SPD eine Partei mit stark neoliberalen Zügen gemacht. Ich finde es mehr als befremdlich, daß auf dieser Seite die durch die Agenda 2010 bewirkte Ausweitung des Niedriglohnsektors etc. aufgezeigt und verdammt wird, während Frau Nahles überaus positive Reden zur Agenda 2010 schwingt. Aber vermutlich sieht die Partei darin keinen Widerspruch, so wie ich? Es tut mir wirklich leid, nachdem ich jahrzehntelang die SPD gewählt habe und glücklich über die Ablösung Helmut Kohls war, daß ich mit meiner Stimme und mit meinem Engagement für Rot/Grün seinerzeit mit dazu beigetragen habe, diese Entwicklung zu ermöglichen. Aber ich werde diesen Fehler nicht wiederholen, solange die SPD nicht ohne Wenn und Aber zu ihren Wurzeln zurückkehrt. Ohne glaubwürdige Abkehr von der Agendapolitik, ohne ein Ende der Ausbeutung und Unterdrückung durch den Staat als Gehilfen von Wirtschaft und Finanzwirtschaft, ohne eine rigorose Rückkehr zum Sozialstaatsprinzip u. v. m., sehe ich keinerlei Grund mehr, jemals wieder SPD zu wählen. Und ich denke, so denke ich nicht allein. Mit diesem Programm und mit Frau Nahles sowie einem Peer Steinbrück, der mich zu sehr an Schröder erinnert, sehe ich nicht, daß die SPD die Bundestagswahl gewinnen kann. Aber nicht zuletzt wegen der AfD steigt die Chance, mit der CDU als Juniorpartner auf dem Niveau einer FDP mitregieren zu können. Wenn es das ist, was die SPD anstrebt ...

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mister-ede

* @Querulant Wenn jemand 42 Jahre zum Mindestlohn von 8,5 Euro beschäftigt ist und nicht darüber hinauskommt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er bei 12,5 Euro Mindestlohn gleich gar keinen Job findet ziemlich hoch. Umso wichtiger Qualifikationsmöglichkeiten und Weiterbildung zu fördern.

Der Querulant

* @mister-ede Daß jemand sein Leben lang für einen Mindestlohn arbeiten muß, ist garnicht so selten, wie Sie anzunehmen scheinen. Auch ist die "gebrochene Erwerbsbiographie" heute eher die Regel als die Ausnahme. Und ganz besonders bitter wird es, wenn sich das in der zweiten Hälfte des Erwerbslebens, welch ein Wort, abspielt. Denn, dank Norbert Blüm, befindet sich die zu erwartende Rente dann im Sturzflug, was die Höhe anbelangt. Übrigens auch etwas, das die SPD unter Schröder nicht zurückgenommen hat. Was das "Fördern" betrifft, da spielt sich doch kaum etwas ab, was als Fördern bezeichnet werden kann. Gerade Hartz-IV-Empfänger werden doch mit sinnlosen Maßnahmen traktiert, nur damit sie aus der Arbeitslosenstatistik herausfallen. Oder sie werden in den Niedriglohnbereich gezwungen und müssen für sittenwidrige Löhne arbeiten. Aber das ist ja auch kein Wunder, gibt es doch einfach nicht genug Arbeit für alle, die anständig bezahlt wird. Die Agenda 2010 hat mit Hartz-IV ein sinnloses und menschenunwürdiges, in meinen Augen auch grundgesetzwidriges Zwangssystem geschaffen. Und für mich ist es unerträglich, daß das durch die SPD geschah und auch weiterhin durch die SPD gutgeheißen wird. Diese neoliberale Entgleisung muß zurückgenommen werden, andernfalls ist meine Stimme für die SPD Geschichte. Übrigens, ich war und bin selbst nicht betroffen, sondern seit 20 Jahren selbstständig.

27. March 2013 • 18:26 Antworten

Jo Sommer bei Google

Vergessen ! Als Hartz4lermehr dazuverdienen zu dürfen wäre schön.... Bewerbe mich um musikalische Buchung Gruß Jo Sommer siehe google