Frauen und Gleichstellung
Gleichstellung
Frauen und Männer sind gleichberechtigt. So steht es im Grundgesetz. Seit über 60 Jahren. Die Wirklichkeit sieht in Deutschland auch im 21. Jahrhundert anders aus. Immer noch!
Arbeit(s) – Zeit – Leben
Frauen und Männer. Sie kümmern sich gemeinsam um ihre Kinder. Oder um Angehörige, die Pflege brauchen. Sie sind beruflich erfolgreich, denn gut ausgebildet sind beide. Viele wollen so leben, weil es das Leben reicher macht, aber nur wenigen gelingt das. Warum eigentlich?
Die Arbeit: Sie hat sich verändert, verdichtet. Immer mehr Beschäftigte sollen ständig erreichbar und verfügbar sein. Wann ist Feierabend? Wer muss sich anpassen? Die Menschen an die Arbeitswelt oder umgekehrt?
Können wir uns das leisten?
Frauen haben viel erreicht. Berufstätig und finanziell unabhängig zu sein, spielt für sie eine große Rolle. Sie wollen sich beruflich entwickeln und Karriere machen. Gleichzeitig tun wir zu wenig, um das auch möglich zu machen, diskutieren aber über Fachkräftemangel. Können wir uns das leisten?
Haben Millionen Frauen nicht viel Potenzial, das wir bisher verschenken? Ist es nicht eine große Chance, dass wir im beginnenden Fachkräftemangel die bestausgebildeten Frauen aller Zeiten haben – die auch noch berufstätig sein wollen?
Beim Geld hört der Spaß auf!
Frauen werden trotz bester Ausbildung auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt. Sie werden schlechter bezahlt als Männer. Denn gerade Frauen wählen häufig Berufe, in denen sie mit Menschen arbeiten, in der Pflege, in Dienstleistungen. Der Lohn ist hier meist niedrig. Warum sind die „typischen Frauenberufe“ eigentlich so schlecht bezahlt? Aber auch, wenn sie den selben Job wie Männer machen, verdienen die Frauen oft weniger. Warum bekommen sie auch in anderen Jobs weniger als Männer – verhandeln Frauen zu schlecht? Und Mütter arbeiten meist in Teilzeit, während Väter ihre Arbeitszeit erhöhen. Für viele Frauen wird Teilzeit zur Falle. Sie haben kaum Zugang zu Fortbildung. Vom beruflichen Aufstieg sind sie abgeschnitten. Im Alter können sie von ihrer eigenen Rente meist nicht leben.
Prämie für den Job-Verzicht
Das geplante Betreuungsgeld soll Kinder von Kitas und Mütter vom Arbeitsmarkt fernhalten. Und das will sich die Bundesregierung einiges kosten lassen. Ist das sinnvoll? Müssen wir mit dem Geld nicht vielmehr ein besseres Angebot schaffen? Kita-Plätze ausbauen und die Qualität von Kindertageseinrichtungen verbessern?
Wussten Sie eigentlich...
- … dass im Jahr 2010 von den erwerbstätigen Frauen 54 Prozent in Vollzeit arbeiteten und 46 Prozent in Teilzeit?
- … dass rund 62% der Beschäftigten mit Minijobs weiblich sind?
- ... dass Frauen Ende 2011 in Westdeutschland durchschnittlich 507 € Rente bekamen (im Osten 709 €). Bei Männern lag die gesetzliche Rente im Schnitt bei 964 € (West) bzw. 1.008 € (Ost)
Wir haben was zu bieten
Die SPD will, dass aus dem Anspruch auf Gleichstellung von Frauen und Männern endlich Wirklichkeit wird. In der Arbeitswelt, beim Lohn, bei den Steuern.
Gleicher Lohn für Frau und Mann
Frauen leisten gute Arbeit – und sollen das auch bezahlt bekommen. Mit dem Entgeltgleichheitsgesetz wollen wir dafür sorgen, dass Frauen und Männer gleichen Lohn für gleich(wertig)e Arbeit erhalten.
Partnerschaftlich
Wir wollen neue Möglichkeiten für mehr Partnerschaft zwischen Frauen und Männern eröffnen. Zum Beispiel, wenn sie ihre Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder sich weiterbilden. Frauen und Männer sollen durchgängig erwerbstätig sein können – und in bestimmten Lebensphasen flexibel ihre Arbeitszeit verändern können, ohne dass sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Dazu wollen wir ihnen Angebote machen, die verbindlich sind, auf die sie Rechtsansprüche haben. Und wir wollen Hürden abbauen, damit es für Frauen attraktiv wird, erwerbstätig zu sein. Bei Ehepaaren wollen wir zum Beispiel die höhere Besteuerung von „Zuverdienerinnen“ beenden und das Ehegattensplitting umgestalten.
Sozial abgesicherte Beschäftigung
Schlecht bezahlte Jobs ohne sozialen Schutz wollen wir zurück drängen. Zugunsten von sozial abgesicherter Arbeit, von der man (und frau) auch leben kann. Deshalb wollen wir es allen ermöglichen, möglichst ungebrochen einer Vollzeit- oder einer vollzeitnahen Erwerbstätigkeit nachgehen zu können.
Aber auch Teilzeitbeschäftigte und Menschen in Minijobs müssen vor Ausbeutung geschützt werden.
Mehr Frauen in Führungspositionen
Die SPD will per Gesetz eine Mindestquote von 40 Prozent für Frauen und Männer in Vorstände und Aufsichtsräten einführen. Andere Länder haben längst gezeigt, wie es geht. Deutschland darf hier nicht Schlusslicht sein.
Politik mit Frauen: Auf jeden Fall!
Wir machen Politik für und mit Frauen. Unser Ziel ist die Gleichstellung von Frauen und Männern. Wir wollen, dass Frauen überall vertreten sind, auch an der Spitze. Die SPD hat sich schon 1988 zu einer Geschlechterquote verpflichtet – das heißt: mindestens 40 Prozent Frauen und Männer in allen Ämtern und Funktionen.