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Fake News zu Corona

Was ist das Problem?

Der globale Ausbruch des als ‚Corona‘ bekannten Virus Covid-19 stellt die Welt vor eine riesige Herausforderung – auch uns in Deutschland. Es muss uns gelingen, die Verbreitung der Krankheit über einen möglichst großen Zeitraum zu strecken, damit sich nicht zu viele Menschen auf einmal anstecken und unser Gesundheitssystem überlasten. Dafür ist es wichtig, dass wir alle die von der Bundesregierung ergriffenen Maßnahmen befolgen: zuhause bleiben, soziale Kontakte im Analogen einschränken, Abstand zu Mitmenschen halten.

Außerdem ist es in Zeiten wie diesen enorm wichtig, das eigene Verhalten beim Konsum und bei der Verbreitung von Informationen zu überprüfen. Leider tauchen im Netz immer wieder Falschbehauptungen oder ‚Fake News‘ auf, die Menschen in Bezug auf Corona in die Irre führen. Da wird behauptet, das Virus sei ungefährlich, nichts anderes als die Grippe, für junge Menschen kein Problem und dass Bier gegen das Virus helfe. Solche und andere Falschinformationen können gravierende Folgen für uns alle haben, denn die Lage ist ernst. Viel zu ernst für Lügenmeldungen, die ungeprüft weiterverbreitet werden. Das Virus ist Realität und im Ernstfall tödlich. „Da glaube ich irgendwie nicht dran“ ist keine Kategorie für Corona.

Mir hat jemand eine unglaubliche Info zu Corona geschickt – und jetzt?

Klar: Es ist für uns alle eine schwierige Zeit, auch was die Informationslage angeht. Ständig gibt es neue Entwicklungen und Erkenntnisse. Und über die sozialen Netzwerke – und besonders Messenger wie Whatsapp – erreicht uns eine mitunter unüberschaubare Flut von Meldungen. Viele von uns teilen diese Informationen dann schnell, weil wir es gut meinen und unsere Liebsten informieren und schützen wollen. Aber es ist jetzt besonders wichtig, nur die richtigen Informationen zu teilen: wissenschaftlich geprüfte Fakten und die Handlungsmaßgaben der Bundesregierung und der zuständigen Behörden.

Wir vom FaktenFunk-Team sichten für jeden Tag neue Falschmeldungen und eure Einsendungen. Wir bemühen uns, die wichtigsten davon mit Aussagen von den zuständigen Regierungsbehörden und Forschungseinrichtungen einzuordnen. Wir fassen diese Faktenchecks dann auf unseren Motiven zusammen, die ihr als erstes über Telegram bekommt – oder hier herunterladen könnt. Gebt diese Informationen bitte weiter – und verbreitet keine Falschnachrichten. Prüft immer erst, ob die Information, die ihr erhalten habt, richtig sein kann. Dazu reicht oft eine einfache Google-Suche, da viele der verbreiteten Fake News schon von JournalistInnen widerlegt worden sind.

Warum ist der Umgang mit Fake News so wichtig?

Bei ungebremster Ausbreitung des Corona-Virus droht die Gefahr, dass es zu viele Kranke gibt, die intensivmedizinisch betreut werden müssen (z.B. durch Beatmungsgeräte). Das würde die Möglichkeiten unserer Krankenhäuser übersteigen. Außerdem könnte dies bedeuten, dass andere PatientInnen mit schweren Erkrankungen nicht richtig behandelt werden können. Wenn nun jemand behauptet, man könne sich noch gut mit seinen FreundInnen treffen oder Partys machen – dann kann das gravierende, im schlimmsten Fall sogar tödliche Folgen für andere Menschen haben.

Denn im schlimmsten Fall steckt man sich dort bei jemandem an – und merkt es vielleicht noch nicht einmal. Denn die Inkubationszeit – also die Zeit, bis man Krankheitsanzeichen bemerkt – beträgt bis zu 14 Tage. Außerdem hat ein Teil der Infizierten kaum bis gar keine Symptome. In dieser Zeit ist man selber aber bereits ansteckend. Und läuft dann Gefahr, jemand anders zu infizieren, dessen Immunsystem das Virus nicht so gut bekämpfen kann. Vielleicht die Eltern oder Großeltern. Oder die eigenen Kinder oder Nichten und Neffen.

Zu Corona: Was stimmt?

Klar ist: es handelt sich hier um ein neues Virus, gegen das wir Menschen noch keine Widerstandskräfte haben. Deshalb ist klar: Wir alle sind gefährdet – Junge wie Alte. Ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen haben jedoch das deutlich erhöhte Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken oder sogar daran zu sterben. Deshalb hat die Bundesregierung beschlossen, dem Ausbruch von Covid-19 mit eindämmenden Maßnahmen zu begegnen.

Die wichtigste Regel ist: Abstand zu seinen Mitmenschen, mindestens zwei Meter. Außerdem: regelmäßiges Händewaschen – gründlich, mit Seife, für mindestens 20 Sekunden. In die Armbeuge husten. Die sicherste und beste Maßnahme für alle ist: man bleibt in freiwilliger Quarantäne zuhause – wie es die Mehrzahl der Menschen bereits macht. Allen muss klar sein: Zusammenkünfte oder gar Partys sind in diesen Zeiten grob fahrlässig. Sollte man das Gefühl haben, Symptome zu entwickeln (vor allem Fieber und Husten), sollte man sich bei seinem zuständigen Gesundheitsamt und dem kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 melden. Wann ihr euch bei welcher Stelle melden könnt und sollt, findet ihr auf unserer Lotsenseite.

Was soll ich tun?

Bleibt zuhause. Schränkt eure sozialen Kontakte im Analogen ein. Haltet Abstand zu euren Mitmenschen. Und verbreitet keine Fake News. Verbreitet gesicherte Informationen, denn viele Menschen sind unsicher und haben Fragen zu ihrer Gesundheit, ihrer Arbeit oder der Kinderbetreuung. Hierzu bietet unsere Themenseite eine große Bandbreite an hilfreichen Informationen. Und wenn ihr Fake News bekommt oder euch unsicher seid: Schickt sie uns einfach auf Telegram. Wir schauen sie uns an.

Weitere Faktenchecks

  • Die Weltgesundheitsorganisation betreibt eine eigene Seite zum Thema Fake News, allerdings auf Englisch.
  • Der SWR hat eine eigene Seite für Faktenchecks veröffentlicht.
  • "Man muss die Information selbst immer auf Seriosität und Glaubwürdigkeit prüfen. Man sollte immer zwei Quellen für eine Information haben": Der Kommunikationswissenschaftler Johannes Hillje im Interview mit der Berliner Zeitung zum Umgang mit (Falsch-)Informationen in Zeiten der Corona-Pandemie.

Falschbehauptungen zu Corona

Corona ist nicht gefährlicher als die Grippe

Der Lungenarzt Wolfgang Wodarg erregt aktuell durch einige Videos für Aufsehen. In denen erzählt er, dass Corona gar kein neues Virus sei – und letztlich nicht gefährlicher als die Grippe. Die Regierung betreibe Panikmache. Der SPD-Bundestagsabgeordnete und Mediziner Karl Lauterbach bezeichnet Wodargs Einlassungen als „unverantwortliche FakeNews" und widerlegt dessen Thesen in einem Video. Denn klar ist: Covid-19 ist gefährlicher (wir haben keinen Impfstoff) und allem Anschein nach auch tödlicher als die Grippe.

Der Bayerische Rundfunk stellt in einem Faktencheck klar: „Wodarg banalisiert in Youtube-Videos die Gefahr von Corona und unterstellt Wissenschaftlern Panik-Mache. Er operiert mit falschen Zahlen, liefert für seine Behauptungen keine Belege.“

Auch die Süddeutsche Zeitung hat sich u.a. mit Wodargs Thesen beschäftigt und Experten befragt. Eine Sache sei klar: Das neue Coronavirus sei den bisherigen Corona-Viren "keineswegs ähnlich", so der befragte Virologe Georg Bornkamm. "Auch wenn alle Coronaviren zu einer Virenfamilie gehören, können sie sich voneinander unterscheiden wie ein Hai von einem Stichling, die beide Fische sind", ergänzt die SZ. Den sehr umfänglichen und klug abwägenden Artikel findest Du hier.

Ich bin jung, ich kann Corona gar nicht kriegen

Covid-19 ist für alle Menschen gleichermaßen gefährlich, da es zum jetzigen Zeitpunkt weder einen Impfstoff, noch ein Medikament gegen das Virus gibt. Auch junge Menschen sind gefährdet: "Ich habe eine Botschaft für junge Leute", sagt hierzu WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus: "Ihr seid nicht unbesiegbar." Und der Münchener Infektiologe Clemens Wendtner ergänzt: "Die jüngsten symptomatischen Covid-19-Patienten waren Anfang 20 Jahre alt. Insgesamt sehen wir das ganze demografische Altersspektrum, egal ob auf Normalstation oder Intensivstation." Besonders gefährdet sind laut Bundesgesundheitsministerium jedoch „Menschen höheren Alters (60+) und jene, die bereits von Grunderkrankungen betroffen sind. Die meisten Todesfälle traten in China bei über 80-Jährigen auf. Männer waren häufiger betroffen als Frauen.“

Man kann sich gut noch draußen mit Freunden treffen, kleinere Partys zu Hause sind ungefährlich

Nein. „Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion, die vorrangig über die Schleimhäute oder Atemwege, aber auch durch den Kontakt über die Hände erfolgen kann“, so das Bundesgesundheitsministerium. Das bedeutet: Jeder engere Kontakt zu einem anderen, möglicherweise infizierten Menschen, stellt ein Ansteckungsrisiko dar. Entsprechend ist es „nicht sinnvoll, zu einer Party zu sich nach Hause einzuladen oder zu anderen Festen zu gehen, bei denen sich viele Menschen treffen“, so der Vize-Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lars Schaade. Das gleich gilt auch für Treffen im Freien, sei es im Park, im Café oder der Eisdiele. „Wir können diese Pandemie nur verlangsamen, wenn wir uns alle an die Spielregeln halten“, betont RKI-Präsident Lothar Wieler. "Ich möchte, dass alle den Ernst der Lage begreifen.“ Sein dringlicher Appell: "Bitte halten Sie Abstand. Und wenn Sie krank sind, bitte bleiben Sie zu Hause!"

Im Netz gibt es Selbst- und Schnelltests zu kaufen

Nein. Hierbei handelt es sich ganz klar um eine Falschmeldung. „Ein Schnelltest, mit dem eine Bestätigung der Infektion mit dem neuartigen Coronavirus eigenhändig durchgeführt werden kann, in etwa analog zu einem Schwangerschaftstest, existiert nicht“, so das Bundesgesundheitsministerium.

Ibuprofen verschlimmert Corona

Zu diesem Thema hatte es einige Verwirrung gegeben: Der französische Gesundheitsminister hatte getwittert, dass das Schmerzmittel Ibuprofen Corona-Erkrankungen negativ beeinflussen könnte. Nachdem diese Behauptung zunächst von einigen Experten zurückgewiesen wurde, gab es eine breitere Debatte in Fachkreisen dazu. Aus der Berichterstattung von tagesschau.de entnahmen wir für unser Motiv das Zitat des anerkannten Leiters des Instituts für Virologie, Prof. Dr. Christian Drosten. Schließlich gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekannt, dass Ibuprofen im Kontext von Corona doch schädlich sein könnte - revidierte diese Aussage kurz darauf wieder: „Auf der Basis der heute vorhandenen Informationen rät die WHO nicht von der Einnahme von Ibuprofen ab“.

Die Supermärkte schließen bald

Wie die Bundesregierung bekanntgegeben hat, werden Supermärkte, „Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen“ und viele weitere Geschäfts-Sparten „ausdrücklich NICHT geschlossen“. Die Regierung fügt hinzu: „Eine Öffnung dieser genannten Einrichtungen erfolgt unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen.“ Handwerker könnten ihrer Tätigkeit „weiterhin nachgehen“. Und auch wichtig: „Alle Einrichtungen des Gesundheitswesen bleiben unter Beachtung der gestiegenen hygienischen Anforderungen geöffnet.“ Das gesamte Dokument mit allen Maßnahmen findet ihr hier.

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