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28.02.2020

Gespräch mit Dr. Carola Reimann Das Coronavirus – wie gefährlich es ist und wie wir uns schützen

Das neuartige Coronavirus ist längst auch in Deutschland angekommen. Die niedersächsische Gesundheitsministerin Carola Reimann erklärt im Gespräch, wie ernst die Lage ist, wie Politik und Behörden mit dem Virus umgehen und wie man sich selbst schützen kann.

Fabian: Hallo Carola, es geht um das Coronavirus: Die Nachrichten sprechen gerade von einer Pandemie. Wie groß ist die Gefahr wirklich für Deutschland?

Carola: Ja, es ist schon eine ernste Lage. Bei dem Begriff „Pandemie” muss man aber wissen, dass dieser ein wissenschaftlicher ist. Das bedeutet eigentlich, dass der Virus sich über die ganze Welt verbreitet. Und das sehen wir. Es ist eine dynamische Entwicklung. Was der Begriff aber nicht sagt, wie schwer die Erkrankung ist. Die gute Nachricht ist, dass wir in Europa eher mildere und weniger schwere Verläufe sehen. Ein schwerer Verlauf wäre beispielsweise eine Lungenentzündung. Dann muss man natürlich in das Krankenhaus, aber in den allermeisten Fällen, haben wir derzeit ganz milde Verläufe. Deswegen kann man die auch zu Hause auskurieren.

Fabian: Zum Thema “zu Hause auskurieren”: Gerade sind in NRW tausend Leute in häusliche Quarantäne gesetzt worden. Jetzt hört man aus China und Italien, dass ganze Städte oder Regionen unter Quarantäne gestellt wurden. Wie wahrscheinlich ist es, dass das auch in Deutschland passiert?

Carola: Nach Infektionsschutzgesetz könnten wir das auch, aber wir setzen sehr auf diese häusliche Quarantäne. Also wenn jemand den Verdacht hat, dass er krank ist, raten wir nicht zum Arzt zu gehen, sondern anzurufen. Dann wird im Telefonat abgeklärt, ob die Beschwerden die man hat wirklich auf den Coronavirus hindeuten. Wenn sich dies bestätigt, kommt ein Mitarbeiter aus dem Gesundheitsamt und macht einen entsprechenden Abstrich. In der ganzen Zeit sollte man zu Hause bleiben, um niemanden anstecken zu können. Diese Quarantänezeit betrifft 14 Tage.

Fabian: In Niedersachsen gibt es derzeit noch keinen Fall. Wie ist denn im Moment die Lage in der Politik, steht ihr als Gesundheitministerien der Länder und dem Bund in engem Kontakt?

Carola: Niedersachsen hat zum aktuellen Zeitpunkt (Anm. 28.2.20 um 7:15) keinen Fall. Aber wir rechnen damit, dass es auch in Norddeutschland welche geben wird. In Hamburg gibt es bereits einen. Wir haben einen sehr engen Austausch zwischen Bund und Ländern, aber auch in den Länder untereinander. Und das ist wirklich ein guter, fachlicher und sehr konstruktiver Austausch über Partei- und Landesgrenzen hinweg. Nicht verstanden habe ich, warum dann ausgerechnet Innenminister Seehofer diese gesundheitspolitische Herausforderung, vor der wir stehen, mit Asylbewerbern verknüpft. Das ist sachlich und fachlich nicht gerechtfertigt. Da ist noch nicht einmal die AfD draufgekommen.

Fabian: Wie schützt man sich denn persönlich am besten vor dem Coronavirus? Und sind Hamsterkäufe jetzt schon notwendig?

Carola: Hamsterkäufe sind nicht notwendig, aber Hygienemaßnahmen. Es klingt immer so niedlich und harmlos, aber das ist wirklich die wirksamste Maßnahme. Vor allem Händewaschen ist wichtig. Und Händewaschen heißt nicht nur die Finger abzuspülen. Es heißt wirklich, 30 Sekunden lang mit Seife intensiv und gründlich zu waschen. Und das mehrmals am Tag. Zudem sollte man sich nicht so häufig in das Gesicht fassen und natürlich die Nies- und Husten-Etikette einhalten. Also: In die Armbeuge husten und nicht in die Hände.

Mit Carola sprach Fabian Schrum, er arbeitet im Willy-Brandt-Haus in der Online-Kommunikation.

Das Gespräch gab es zuerst als Audio-Talk bei telegram. Das könnt ihr jederzeit nachhören, wenn ihr in den Chat CAROLA schreibt.

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