arrow-leftarrow-rightclosecontrastdownloadeasy-languagefacebookinstagramtelegramlogo-spe-kleinmailmenueMinusPlusprintsearchsoundtarget-blankTwitteryoutube
Inhaltsbereich

Aktuelles

28.05.2021

Große Koalition beschließt Frauenquote für Vorstände „Historischer Durchbruch“

Foto: Eine Frau hält in einem Büro Papiere in der Hand. Vor ihr steht ein Schild mit der Aufschrift „Chefin“
dpa

Die große Koalition hat sich auf eine Frauenquote für die Vorstände von großen Unternehmen in Deutschland geeinigt.

„Mit unserem Gesetz muss künftig ab vier Vorstandsmitgliedern mindestens eine Frau am Tisch sitzen“, erklärte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD). Das neue Gesetz soll noch im Juni im Bundestag verabschiedet werden. „Das ist ein Meilenstein für die Frauen in Deutschland und bietet gleichzeitig eine große Chance sowohl für die Gesellschaft als auch für die Unternehmen selbst“, betonte die Justizministerin. Derzeit gebe es in den Vorständen immer noch häufig „reine Männerclubs, die gern unter sich bleiben.“

Die neue Quote für Vorstände ergänzt eine Frauenquote für Aufsichtsräte, die bereits 2015 eingeführt wurde. Ab einer bestimmten Größe - in der Regel ab 2000 Beschäftigten - müssen mindestens 30 Prozent der Aufsichtsratsplätze mit Frauen besetzt werden. Diese Regelung habe bewiesen, dass Quoten wirken könnten, sagte Lambrecht. „Sie verändern nicht nur die Zusammensetzung der Führungsgremien, sondern sie wirken sich auf die gesamte Unternehmenskultur aus.“

Modernisierungsschub in Wirtschaft und Gesellschaft

SPD-Vize Klara Geywitz betonte: „Mehr Frauen in Führungspositionen sind ein Gewinn für die Wirtschaft, keine Belastung.“ Auch SPD-Fraktionsvize Katja Mast sagte, die Wirtschaft profitiere von dem Gesetz. Mehr Frauen in den Chefetagen verbesserten die Unternehmenskultur, erhöhten die Chancen von Frauen auf allen Ebenen und machten Unternehmen erfolgreicher. Die Hartnäckigkeit der SPD habe sich bezahlt gemacht. „Die erste Quote für die Vorstände der Wirtschaft kommt. Das ist ein historischer Durchbruch“, so Mast.

Für Unternehmen mit einer Mehrheitsbeteiligung des Bundes sieht das neue Gesetz schon jetzt noch strengere Regeln vor: Hier soll bereits bei mehr als zwei Mitgliedern in der Geschäftsführung mindestens eine Frau sein. Außerdem müssen Firmen künftig speziell begründen, wenn sie den Vorstand, die beiden obersten Führungsebenen unterhalb des Vorstands und den Aufsichtsrat ohne Frauen planen.