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04.02.2016

Integrationsjahr für Flüchtlinge und Langzeitarbeitslose Gabriel: „So schaffen wir das!“

Foto: Flüchtlinge lernen in einer Ausbildungswerkstatt für Metall- und Elektrotechnik
Friedhelm Loh Group / dpa

Die IG Metall schlägt vor, Flüchtlinge und Langzeitarbeitslose mit speziell auf sie zugeschnittenen Qualifizierungsangeboten schneller wieder in Arbeit zu bringen. „Arbeitsmarktintegration für Flüchtlinge genauso wie für Menschen, die schon immer hier leben. Wohnungsbau für alle, die bezahlbaren Wohnraum suchen. So schaffen wir das", begrüßte SPD-Chef Sigmar Gabriel den Gewerkschafts-Vorschlag. Er deckt sich in großen Teilen mit Plänen der SPD zur Integration und zu sozialem Zusammenhalt.

„Die IG Metall ruft laut: Wir machen das! Die IG Metall zeigt sich damit als kraftvolle Stimme für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für Integration“, sagte der SPD-Chef. „Gut, dass wir derart engagierte Gewerkschaften haben.“ Arbeit und Sprache seien die zentralen Voraussetzungen für gelungene Integration, „deshalb sind die Betriebe genau der richtige Ort.“ Der Vizekanzler mahnte: „Wir dürfen nicht die Schwachen gegen die Schwächsten ausspielen.“

Förderung für Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge

Konkret schlägt die IG Metall ein von der Bundesagentur für Arbeit (BA) gefördertes betriebliches „Integrationsjahr“ vor. Dafür sollen bereits vorhandene Programme genutzt werden. Diese sehen etwa Eingliederungszuschüsse von bis zu 50 Prozent des Lohns für den Arbeitgeber vor. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen nicht nur Flüchtlingen, sondern auch allen anderen am Arbeitsmarkt Benachteiligten offen stehen. „Es gilt das Prinzip: Gleiche Ansprüche für alle, die unsere gesellschaftliche Unterstützung benötigen“, sagte Hofmann.

Die IG Metall will mit ihrem Modell eine Spaltung des Arbeitsmarktes vermeiden. „Wir wollen keine Lohnkonkurrenz zu anderen Arbeitsuchenden“, sagte Hofmann. Daher sollten tarifliche Entgelte gezahlt werden.

SPD will ehrgeiziges Integrationspaket

Die Vorschläge der IG Metall decken sich mit dem von der SPD erarbeiteten Plan für Integration und sozialen Zusammenhalt. Bereits im Dezember vergangenen Jahres hatten die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und die SPD-Bundesministerinnen Andrea Nahles, Manuela Schwesig, Barbara Hendricks sowie die Integrationsbeauftragte Aydan Özoguz einen solchen Plan vorgelegt. Er sieht unter anderem vor:

  • Wohnungsbau für alle, die in Deutschland eine bezahlbare Wohnung suchen – und keinen reinen Flüchtlingswohnungsbau.
  • Mehr Investitionen für bessere Bildung für alle – vor allem in Kitas und Ganztagsschulen.
  • Investitionen in den Arbeitsmarkt und Programme gegen Langzeitarbeitslosigkeit.
  • Mehr und besser ausgestattete Polizei für die öffentliche Sicherheit.

In der letzten Woche haben sich Bundesregierung und Länder auf Druck der SPD verständigt, diese Initiative aufzugreifen und bis Ende Februar Eckpunkte für ein Integrationskonzept vorzulegen. „Das ist ein wichtiger Schritt voran – aber wir müssen weiter Tempo machen“, so SPD-Chef Sigmar Gabriel.

IG Metall-Chef optimistisch

Angesichts von 43 Millionen Beschäftigten in Deutschland, 2,1 Millionen offenen Stellen und etwa 380.000 erwerbsfähigen Flüchtlingen aus dem vorigen Jahr „sprechen wir von Zahlen, die der Arbeitsmarkt sehr wohl verarbeiten kann – gute Qualifizierung vorausgesetzt“, betonte IG Metall-Chef Hofmann. Das Modell soll neben einem Arbeitsplatz auch Integrations- und Sprachkurse für Flüchtlinge umfassen. Qualifizierung und Job könnten „betriebsnah kombiniert“ werden. Das größte Potenzial dafür sieht er beim Handwerk.


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