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08.12.2015

Manuela Schwesig besucht Flüchtlingsunterkunft „Schutz für Frauen und Familien ist besonders wichtig“

Manuela Schwesig / Dirk Bleicker

Manuela Schwesig besucht Flüchtlingsunterkunft

Zwei Tage vor dem Bundesparteitag der SPD hat Familienministerin Manuela Schwesig auf dem Berliner Messegelände eine Notunterkunft für Flüchtlinge besucht. In der vom Malteser Hilfsdienst betriebenen Unterkunft sind etwa 1000 registrierte Flüchtlinge untergebracht, die meisten davon Familien.

Gezielt hatte sich Schwesig diese Unterkunft gewählt, „gerade auch, weil wir unseren Parteitag in unmittelbarer Nachbarschaft abhalten werden“, sagte sie nach ihrem Rundgang durch die am 1. Oktober quasi über Nacht zur Flüchtlingsunterkunft umgebaute Messehalle. Ab Donnerstag wird nur wenige hundert Meter entfernt der SPD-Bundesparteitag stattfinden. „Die aktuelle Flüchtlingssituation wird auch dort ein dominierendes Thema sein“, so Schwesig. „Ich will von ihnen wissen, wie Sie die Dinge sehen.“ Denn: „Ihre Erfahrungen aus der Praxis müssen in den politischen Prozess einfließen“, bekräftigte sie in Richtung der anwesenden Vertreter der Malteser. Ohne ihre Expertise und die anderer Betreiber von Notunterkünften lasse sich keine vernünftige Flüchtlingspolitik machen.

Im Zuge ihres knapp einstündigen Besuchs verwies die Familienministerin auf das für das kommende Jahr geplante Patenschaftsprogramm „Menschen für Menschen – Familien für Familie“. „Das Programm soll Flüchtlingen dabei helfen, im ganz konkreten Alltag anzukommen, auch als Familie. Das ist der beste Schlüssel zur Integration“, so Schwesig. Das Programm soll mit rund zehn Millionen Euro unterlegt werden.

Das besondere Interesse der Ministerin galt den in der Unterkunft untergebrachten Frauen und Kindern. „Der Schutz für Frauen und Familien ist mit besonders wichtig“, erklärte Schwesig. Vergleichbar gute Bedingungen herrschen in der besuchten Unterkunft. „Wir haben nach Geschlecht getrennte Sanitärbereiche, auch die Duschen sind nach Mann und Frau getrennt und besitzen eigene Zugänge. Die Aufsicht darüber haben wir mittlerweile sogar abschaffen können, das funktioniert auch so“, betonte Matthias Nowak, Leiter der Unterkunft und Pressesprecher der Malteser in Berlin.

Nowak wie auch Schwesig lobten das große ehrenamtliche Engagement bei der Betreuung der zum größten Teil aus Syrien und Afghanistan stammenden Flüchtlinge. „Ich bin wirklich beeindruckt von der Zahl und der Leistung der ehrenamtlichen Helfer“, so Schwesig. Laut Nowak engagieren sich rund 150 Menschen aus verschiedensten Initiativen in der Unterkunft. Sie kümmern sich um die Kinderbetreuung, helfen bei der Verteilung von Kleiderspenden oder organisieren einen allen Bewohnern zugute kommenden Deutschunterricht. Eine unverzichtbare Hilfe für die 40 hauptamtlichen Helfer des Malteser Hilfsdienstes.

Helfen will auch die SPD. Neben Umzugskisten mit Kuscheltieren für die knapp 130 Kinder in der Unterkunft hatte Manuela Schwesig eine Geldspende für das Malteser-Hilfswerk im Gepäck. Dieses betreut deutschlandweit rund 60000 Flüchtlinge – und jede Hilfe ist willkommen.