arrow-leftarrow-rightclosecontrastdownloadeasy-languagefacebookinstagrammailmenueMinusPlusprintsearchsoundtarget-blanktwitteryoutube
Inhaltsbereich
Sigmar Gabriel,
23.07.2016

Sigmar Gabriel Wir trauern um die Opfer von München

Foto: Sigmar Gabriel
dpa

Vizekanzler Sigmar Gabriel hat sich entsetzt über den Münchner Amoklauf geäußert. „Wir alle sind erschüttert über die grauenhafte Tat von München, bei der so viele junge Menschen ermordet wurden. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und deren Angehörigen.“ Gabriel dankte der Polizei und den Rettungskräften, „die in diesen furchtbaren Stunden unglaublich professionell, mutig und besonnen“ reagiert hätten. Ein Namensbeitrag des SPD-Vorsitzenden.

Wir alle sind erschüttert über die grauenhafte Tat von München, bei der so viele junge Menschen ermordet wurden. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und deren Angehörigen. Unser Dank gilt den Tausenden Polizeibeamtinnen und -beamten sowie den Rettungskräften, die in diesen furchtbaren Stunden unglaublich professionell, mutig und besonnen reagiert haben.

Gewalttaten psychisch belasteter oder labiler Täter lassen sich leider nie vollständig ausschließen oder verhindern. Aber es macht einen großen Unterschied, ob wir eine Polizei haben, die in solchen Notlagen schnell und professionell für Kontrolle und Sicherheit sorgen kann. Einsatzkräfte, die an einem Freitagabend sofort einsatzbereit sind. Intensiv ausgebildete Spezialkräfte, die auch schwer bewaffnete Täter stellen können. Eine Logistik von Polizei, Feuerwehr und Krankenhäusern, die sofort U-Bahnen und Straßenverkehr unter Kontrolle hat und Opfer sofort versorgen kann.

Das alles hatten wir gestern! Die gestrige Nacht war die Nacht der Polizei und der sie unterstützenden Rettungskräfte. Bei ihnen allen müssen wir uns bedanken! Und wir müssen sie weiterhin unterstützen. Wir müssen für unsere Polizei und unsere Rettungskräfte in ganz Deutschland gut sorgen!

Es wäre ein Zeichen von Stärke, wenn in dieser aufgewühlten Situation Politik, Gesellschaft und Medien alles tun würden, um die Ermittlungsbehörden möglichst ungestört ihre schwierige Arbeit machen zu lassen.

Ein zweiter Punkt ist die Waffenkontrolle. Wir müssen weiter alles tun, um den Zugang zu tödlichen Waffen zu begrenzen und streng zu kontrollieren. Wie kann ein labiler oder sogar psychisch kranker 18jähriger an Schusswaffen kommen?

Hinzu kommt, dass wir gerade bei Jugendlichen niemals wegsehen dürfen. Soziale und psychische Notlagen erfordern einen Staat und eine Gesellschaft, die hinsehen und intervenieren.

Also: Polizei stärken. Waffenbesitz kontrollieren. Hilfe und Unterstützung in Notlagen geben.

Mich hat auch die Reaktion der Münchnerinnen und Münchner beeindruckt, die Solidarität und Anteilnahme gezeigt haben und damit gemeinsam gegen Angst und Hass gekämpft haben.

Der Anschlag von München ereignete sich genau fünf Jahre nach dem Massaker in Oslo und Utoya. Norwegen hat im Angesicht des Terrors damals zusammengehalten. Davon können wir lernen.

Hintergrund

  • Bei der Schießerei in München starben am Freitagabend zehn Menschen, neun davon jünger als 20, darunter der Täter. 16 werden verletzt, drei von ihnen schwer.

  • Der Täter ist ein 18-jähriger Schüler, in München geboren und aufgewachsen, mit deutscher und iranischer Staatsbürgerschaft. Er hat sich nach Angaben der Polizei selbst getötet. Es gibt keine Hinweise auf weitere Tatbeteiligte.

  • Die Polizei hat in München das Zimmer des Täters im Haus der Eltern durchsucht. Der Täter hat sich intensiv mit dem Thema Amok beschäftigt. Es gibt keinen Hinweis auf eine Verbindung mit dem Thema IS.