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Emma Ihrer

Foto: Emma ihrer

Emma Ihrer (1857–1911)

Emma Ihrer kämpfte Zeit ihres Lebens für die Rechte der Arbeiterinnen und machte sich damit viele Feinde.

Am 3. Januar 1857 wird sie als Emma Faber im heute polnischen Glatz geboren. Sie stammt aus einer Schuhmacher-Familie und erlernt den Beruf einer Putzmacherin – Hüte sind ihr Metier. Früh heiratet sie den Apotheker Emanuel Ihrer und zieht mit ihm nach Velten nahe Berlin.

Kämpferin für die Rechte der Frauen

Emma Ihrer engagiert sich ab Anfang der 1880er Jahre in der proletarischen Frauenbewegung. Im Kampf für die Rechte der Arbeiterinnen gründet sie zahlreiche Vereine, unter anderem den „Frauen-Hilfsverein für Handarbeiterinnen“ und den „Verein zur Wahrung der Interessen der Arbeiterinnen“.

Gewerkschaftlich engagiert sich Emma Ihrer in der Organisation der Blumen-, Blätter- und Putzfederarbeiter und -arbeiterinnen und redigiert deren Verbandsorgan „Der Blumen-Arbeiter“. 1890 schafft sie es als erste Frau, in die Generalkommission der Gewerkschaften gewählt zu werden. Als Herausgeberin der Frauenzeitschriften „Die Arbeiterin“ und „Die Gleichheit. Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen“ tritt sie leidenschaftlich für mehr Gleichberechtigung ein.

Die „sozialistische Agitatorin“

Emma Ihrers Vereine sorgen immer wieder für Konflikt mit der Polizei. In den Polizeiakten wird sie als „sozialistische Agitatorin“ geführt.

Schließlich wird ihr Frauen-Hilfsverein als politisch gefährlich eingestuft und verboten. Emma Ihrer und ihre Mitstreiterinnen landen im Gefängnis mit der Begründung, dass der „Verein nicht bloß Frauenspersonen als Mitglieder aufgenommen hatte, sondern er nur aus Frauenspersonen bestand“. Das damalige preußische Vereinsgesetz verbot Frauen, sich politisch zu betätigen.

Als ihrem Mann wegen ihres „aufrührerischen Wirkens“ beinahe die Apothekenkonzession entzogen werden soll, verkaufen beide die Apotheke und ziehen 1894 nach Berlin-Pankow.

Emma Ihrer kämpft auch in der Hauptstadt weiter dafür, dass Frauen erwerbstätig sein dürfen. Und sie hilft dabei, dass Frauen in Gewerkschaften als gleichberechtigt anerkannt werden.

Überzeugte Sozialistin

Emma Ihrer stirbt am 8. Januar 1911 in Berlin.

Louise Zietz, Mitglied des SPD-Parteivorstandes, trauert um Emma Ihrer mit den Worten „Der besten eine ist von uns gegangen“. Emma Ihrer scharte „die Mühseligsten und Beladensten, die Frauen, um das Banner des Sozialismus.“

Auf einer Gedenktafel an ihrem Haus heißt es:

„Als überzeugte Sozialistin trat sie, obwohl polizeilich und juristisch verfolgt, für die Gleichstellung der Frauen ein. Sie war Gründerin und Herausgeberin der Zeitschrift 'Die Gleichheit' und Initiatorin des ersten zentralen Arbeiterinnen-Sekretariats der Gewerkschaften.“