arrow-leftarrow-rightclosecontrastdownloadeasy-languagefacebookinstagrammailmenueMinusPlusprintsearchsoundtarget-blanktwitteryoutube
Inhaltsbereich

Erhard Eppler

Foto: Erhard Eppler arbeitet im Mai 2016 in seinem Garten in Schwäbisch Hall (Baden-Württemberg)
dpa

Fast ein Jahrhundert Zeitgeschichte hat er miterlebt, lange Zeit prägte Erhard Eppler das Gesicht der SPD. Er war maßgeblicher Wegbereiter ökologischen Denkens, als führender Kopf der Grundwertekommission seiner Partei formte er deren politisches Profil.

Ohne ihn und seine richtungsweisenden Impulse für eine friedliche, gerechte und lebenswerte Welt wäre die Geschichte der SPD in den vergangenen Jahrzehnten nicht zu erzählen. Erhard Eppler wurde 1961 erstmals in den Bundestag gewählt und unter Willy Brandt Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Nach der Kürzung des Entwicklungsetats 1974 verließ Erhard Eppler konsequent die Bundesregierung und widmete sich bis 1981 als Landes- und Fraktionsvorsitzender der sozialdemokratischen Landespolitik in Baden-Württemberg.

Gleichzeitig prägte er für Jahrzehnte als Vorsitzender der SPD-Grundwertekommission die Programmarbeit der SPD. Er erkannte früh die Bedeutung der neuen sozialen Bewegungen und wurde zu der sozialdemokratischen Leitfigur in der Friedens- und Umweltbewegung. Er engagierte sich in der Ost- und Entspannungspolitik, schrieb Geschichte mit seiner Rede gegen den Nato-Doppelbeschluss im Bonner Hofgarten 1981 und rang mit dem gemeinsamen Papier von SPD und SED 1987 der DDR-Führung die Anerkennung von universell gültigen Bürgerrechten ab.

Auch die Grenzen des Wachstums und die Bedeutung der Ökologie erkannte Erhard Eppler als einer der ersten in der SPD. Dabei stand er nie für „no future“, sondern verkörperte einen Fortschritt, der immer auch ein Mehr an Freiheit, Teilhabe und Gerechtigkeit auf dem Weg zu einer „solidarischen Leistungsgesellschaft“ beinhaltete. Das „Berliner Programm“ von 1990 trägt erkennbar seine Handschrift.

Seine innere Unabhängigkeit sicherte dem bewahrenden Avantgardisten Zeit seines Lebens Einfluss und Respekt. Erhard Eppler verstarb am 19. Oktober 2019 mit 92 Jahren.