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Erich Ollenhauer

Foto: Erich Ollenhauer
Erich Ollenhauer / AdsD Friedrich-Ebert-Stiftung

Der spätere Parteivorsitzende Erich Ollenhauer wurde am 27. März 1901 in Magdeburg geboren. Aufgewachsen in einem sozialdemokratischen Elternhaus, trat er nach der Absolvierung einer kaufmännischen Lehre mit 17 Jahren der SPD bei. Schon als 19-jähriger wurde er 1920 in den Hauptvorstand der SPD gewählt und zum hauptamtlichen Sekretär ernannt. 1921 wurde er Sekretär der Arbeiterjugend-Internationale, seit 1928 amtierte er als Vorsitzender der Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ). Mit dem SPD-Parteivorstand, in den er im April 1933 gewählt worden war, emigrierte er zunächst nach Prag, darauf nach Paris, schließlich, 1941, nach London.

Politisches Exil

Zu Ollenhauers großen Leistungen in dieser Zeit gehört seine Unterstützung der illegalen Arbeit der SPD in Deutschland und seine Vermittlerrolle, die er im März 1941 bei der Gründung der "Union deutscher sozialistischer Organisationen in Großbritannien" - in ihr vereinigte sich die SPD mit allen von ihr vor 1933 abgespaltenen Gruppen - einnahm. Nach dem Tode von Wels und Vogel wurde Ollenhauer als der Repräsentant der Exil-SPD, der zugleich den Brückenschlag zwischen der Weimar- und der Nachkriegs-SPD personifizierte, 1946 zum stellvertretenden SPD-Vorsitzenden gewählt. Die Emigration hatte Ollenhauer in seiner Überzeugung bestärkt, dass für ein demokratisches Gemeinwesen - so sein Credo 1946 - "Sachlichkeit, Menschlichkeit, Rechtsbewusstsein, Toleranz" notwendig seien.

Nach Schumachers Tod wurde er 1952 zum SPD-Vorsitzenden gewählt - getragen von der Sympathie der Mitglieder, weil er auf den menschlichen Zusammenhalt innerhalb der Partei großen Wert legte. In leidenschaftlichen Bundestagsreden opponierte er gegen die Politik Konrad Adenauers, konnte aber keinen Wahlsieg erringen, weshalb er "ein Staatsmann ohne Staatsamt" (Carl Schmid) blieb.

Charakteristisch für seinen Politikstil, der die scharfe Gegnerschaft in der Sache und die Verbindlichkeit in der Form zu vereinigen versuchte, ist seine Erklärung für die Rolle der parlamentarischen Opposition: "Es kommt darauf an, dass wir die sachlichen Positionen der einen und der anderen Seite beziehen und dann feststellen, wo es eine Gemeinsamkeit gibt und wo das nicht der Fall ist."

Erich Ollenhauer unterstützte eine nachgewachsene Führungsgruppe (Erler/Brandt/Wehner), indem er deren organisatorische und programmatische Neuansätze innerhalb der Partei durchzusetzen verhalf. Er starb 1963 in Bonn.

Literaturempfehlung

  • Brigitte Seebacher-Brandt: Ollenhauer. Biedermann und Patriot, Berlin 1984.