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Herbert Wehner

Foto: Herbert Wehner mit Pfeife
Herbert Wehner / Bundesarchiv

Als sich Herbert Wehner im Herbst 1946 der SPD anschloss, besaß er bereits eine bewegte politische Biographie. Der Sohn einer Arbeiterfamilie - er wurde am 11. Juli 1906 in Dresden geboren - entwickelte früh seinen grundsätzlichen Protest gegen die Machtverhältnisse in Staat und Gesellschaft. Sein politisches Denken wurde vor allem von den Ideen Michail Bakunins, Gustav Landauers und Rosa Luxemburgs beeinflusst. 1927 trat er der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei, bereits drei Jahre später wurde Wehner als zweitjüngster Abgeordneter in den sächsischen Landtag gewählt. In der Funktion des technischen Sekretärs des KPD-Politbüros in Berlin (seit 1932) wuchs er in eine führende Rolle des illegalen Widerstandes dieser Partei hinein. Seit Anfang 1937 in Moskau, geriet er in die Maschinerie der Stalinschen "großen Säuberung" (darüber berichtet er in seinem Buch "Zeugnis", 1982). Ab 1941 sollte er von Schweden aus die illegale KPD in Deutschland aufbauen, wurde jedoch 1942 dort verhaftet und bis Sommer 1944 inhaftiert. Während dieser Zeit löste er sich nach langem inneren Ringen von der KPD.

Seit 1949 gehörte er dem Bundestag an. Er trat 1959 in Godesberg vehement für das neue SPD-Grundsatzprogramm ein ("Glaubt einem Gebrannten!") und besaß einen wesentlichen Anteil daran, die SPD koalitionsfähig zu machen. Für die Partei erkannte er im Juni 1960 die Westintegration als Grundlage der westdeutschen Außenpolitik an und meinte: "Das geteilte Deutschland kann nicht unheilbar miteinander verfeindete christliche Demokraten und Sozialdemokraten ertragen." Wehner war zunächst (1949-66) Vorsitzender des Gesamtdeutschen Ausschusses im Bundestag, 1966-69 amtierte er als Bundesminister für gesamtdeutsche Fragen. In seiner politischen Arbeit - Wehner war von 1969 bis zu seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik 1983 SPD-Fraktionsvorsitzender im Bundestag - sah er seine Aufgabe vor allem darin, die Regierungsfähigkeit der SPD zu garantieren. Mit oft schroffen sprachlichen Formen erregte er während der Parlamentsdebatten großes Aufsehen; sie machten die Tiefe der Brüche in seinem Lebensweg sichtbar. Besondere Verdienste erwarb er sich um die Aussöhnung mit Deutschlands östlichen Nachbarn, vor allem den Polen. Wehner starb im Januar 1990 in Bonn.

Literaturempfehlung

  • Alfred Freudenhammer/Karl-Heinz Vater: Herbert Wehner. Rowohlt Verlag, Reinbek 1978.
  • Hartmut Soell: Der junge Wehner. Zwischen revolutionärem Mythos und praktischer Vernunft. Stuttgart 1991.
  • Christoph Meyer: Herbert Wehner. Biographie, München 2006.

Weitere Informationen zur Person und zum Wirken Herbert Wehners finden Sie beim Herbert-Wehner-Bildungswerk.

www.wehnerwerk.de