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Käte Strobel

Foto: Käte Strobel

Käte Strobel (1907–1996)

„Politik ist eine viel zu ernste Sache, als dass man sie allein den Männern überlassen könnte.“ Dieser berühmte Ausspruch von Käte Strobel aus dem Jahr 1959 mag für viele Frauen gelten, die in die Politik gegangen sind.

Käte Müller wird 1907 in Nürnberg als viertes von sieben Kindern eines Schuhmachers und einer Köchin geboren. Sie absolviert eine kaufmännische Ausbildung und arbeitet später als Buchhalterin.

Das Überleben sichern

Schon früh engagiert Käte Müller sich in der sozialistischen Jugendbewegung bei den Kinderfreunden und den Falken. 1928 heiratet sie den Schriftsetzer Hans Strobel. Ihr Mann engagiert sich ebenfalls bei den Sozialdemokraten. 1934 wird er wegen Vorbereitung des Hochverrats verurteilt, kommt für zweieinhalb Jahre ins Konzentrationslager Dachau und muss später in ein Strafbataillon. Käte Strobel muss ihre zwei kleinen Töchter durch Krieg und Naziherrschaft bringen.

Nach dem Krieg engagiert sie sich sofort wieder in der bayrischen SPD. Käte Strobel gehört zu den Politikerinnen der ersten Stunde in der Bundesrepublik. 1949 zieht sie in den ersten Bundestag ein und gehört in den Wahlkämpfen 1961 und 1965 zum Regierungsteam von Willy Brandt.

Erste sozialdemokratische Bundesministerin

Von 1966 bis 1972 ist sie Kabinettsmitglied als Ministerin für Gesundheit. 1969 erweitert sie die Aufgaben des Ministeriums um die Bereiche Jugend und Familie.

Als Ministerin setzt sich Käte Strobel vor allem für die sexuelle Aufklärung ein. Der vom Ministerium geförderte Aufklärungsfilm "Helga" wird ein großer Kinoerfolg. Auch der "Sexualkunde-Atlas" für Jugendliche stößt auf große Resonanz.

Das Rollenbild der Frau modernisieren


Käte Strobel will Frauen für die politische Arbeit gewinnen – und erreicht auf diesem Wege viel. „Es gibt keine Garantie, dass Frauen eine bessere Politik machen“, sagt sie einmal. Doch wenn sich Frauen engagieren, wollten sie genau so viel Einfluss wie Männer.

Dem Europäischen Parlament gehört Käte Strobel von 1958 bis 1966 an, unter anderem als Vizepräsidentin und später als Vorsitzende der sozialistischen Fraktion. In der SPD, der sie seit 1925 zeitweise in führenden Funktionen angehört, ist sie zuletzt Vorsitzende des Seniorenrats.

Käte Strobel stirbt am 26. März 1996 in Nürnberg.