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025/20
15.03.2020

Brosda: Das gesellschaftliche Lebensmittel Kultur verfügbar halten

Brosda: Das gesellschaftliche Lebensmittel Kultur verfügbar halten

Die aktuell notwendigen Maßnahmen zur Verlangsamung der Corona-Pandemie treffen Künstlerinnen und Künstler, Kreative, Kultureinrichtungen und kulturelle Veranstaltungsbetriebe hart. Der Vorsitzende des Kulturforums der Sozialdemokratie, der Hamburger Senator für Kultur und Medien Carsten Brosda erklärt:

Dass Kultureinrichtungen geschlossen werden, fühlt sich grundsätzlich falsch an, ist aber in dieser Situation absolut richtig und notwendig. Kunst und Kultur schaffen Öffentlichkeit und soziale Begegnung. Gerade diese sozialen Kontakte aber müssen wir momentan einschränken, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen.

Das Kulturforum der Sozialdemokratie drängt in dieser schwierigen und teilweise existenzbedrohlichen Situation für viele Kulturakteure auf ein klares und koordiniertes staatliches Handeln. Es braucht in diesen Zeiten eine nationale Kraftanstrengung. Kommunen, Länder und Bund können diese Lage nur gemeinsam bewältigen.

Wir fordern: Die derzeit zu entwickelnden Rettungsschirme und -programme müssen die besondere Situation der Kultureinrichtungen und -betriebe ebenso im Blick haben, wie die oft prekäre Situation von Künstlerinnen und Künstlern. Wir setzen uns dafür ein:

- dass staatliche und institutionell geförderte Kultureinrichtungen die Gewissheit bekommen, dass ihre Existenz gesichert ist.

- dass private Kultureinrichtungen und -veranstalter finanziell unterstützt werden, um durch die aktuelle Krise zu kommen. Die Rettungsschirme der Bundesregierung müssen auch für Kulturbetriebe nutzbar sein. Länderprogramme und unbürokratisch schnelle Nothilfen müssen hinzukommen.

- dass auch Künstlerinnen und Künstler Hilfe bekommen. Förderzusagen müssen weiterhin gelten, soziale Absicherungsprogramme so ausgestaltet sein, dass sie auch freien Formen der Beschäftigung offen stehen.

Diese ökonomische Absicherung ist in der aktuellen Situation unverzichtbar.

Aber sie alleine reicht nicht aus. Wir erleben aktuell auch eine dramatische Beschränkung kultureller und gesellschaftlicher Öffentlichkeit. Wir müssen neue Formen entwickeln, um das gesellschaftliche Lebensmittel Kultur auch in diesen Zeiten der sozialen Distanzierung verfügbar zu halten.

Gerade in krisenhaften Zeiten sind die normative Dimension der Kultur und die avantgardistische Perspektive der Kunst unverzichtbar. Die Mitglieder des Kulturforums der Sozialdemokratie machen sich auf allen Ebenen dafür stark, dass diese kulturellen Leistungen auch in diesen schweren Zeiten möglich bleiben. Digitale Techniken und kulturelle Kreativität können neue Angebote möglich machen. Das kulturelle Leben wird weitergehen. Wir stehen solidarisch an der Seite aller, die als Künstlerinnen und Kreative in unserem Land tätig sind.