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08.03.2016

SPD-Frauen unterstützen DGB-Forderung nach Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit

Anlässlich des heutigen Internationalen Frauentags erklärt die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) Elke Ferner:

Auch im Jahr 2016 sind wir in Deutschland von der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern noch weit entfernt. Frauen haben auf dem Arbeitsmarkt immer noch mit erheblichen Nachteilen zu kämpfen. Zwar ist die Frauenerwerbsquote so hoch wie nie zuvor, doch mehr als die Hälfte der Frauen sind in Teilzeit oder geringfügig beschäftigt. Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern stagniert seit Jahren bei 22 Prozent und vergrößert sich zu einer Rentenlücke von knapp 60 Prozent.

Die Gründe dafür kennen wir – zum Beispiel die hohe Teilzeitquote. Deshalb unterstützen die SPD-Frauen ausdrücklich die Forderung des DGB nach einem Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit. Dies ist auch im Koalitionsvertrag vereinbart. Der Widerstand der Wirtschaft gegen ein Rückkehrrecht ist blanke Ideologie. Mit dem Rückkehrrecht ist die Personalplanung einfacher und gut ausgebildete Fachkräfte kommen schneller in Vollzeit in den Betrieb zurück. Wieder einmal lehnt die Wirtschaft reflexartig die Beseitigung von Benachteiligungen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt ab. Zudem kommt eine hohe Erwerbsbeteiligung von Frauen auch der Wirtschaft zugute.

Wer die Arbeitszeit reduziert, um Kinder zu erziehen oder Angehörige zu pflegen, muss sich sicher sein können, dass dies nicht zu beruflichen Nachteilen führt. Nur so werden sich auch mehr Männer trauen, in bestimmten Lebensphasen ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Nur so werden wir die Lohn- und Rentenlücke weiter schließen können.

Wir wollen eine partnerschaftliche Teilung der Familien- und Berufspflichten.

Der Grundsatz „Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ muss in dieser Wahlperiode umgesetzt werden. Die SPD-Frauen unterstützen den von Manuela Schwesig vorgelegten Gesetzentwurf. Allerdings sperren sich – wie schon bei der Quote – wieder einmal Union und Wirtschaft gegen das Gesetz. Die Bekenntnisse zu Artikel 3 Grundgesetz, die immer gerne im Zusammenhang mit Flüchtlingen abgegeben werden, sind offenbar nicht mehr präsent, wenn es um die Beseitigung der Lohnlücke geht.

Es geht aber auch um gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit. Deshalb unterstützen wir das neue Pflegeberufsgesetz, das ein erster Schritt zur Aufwertung der sozialen Berufe ist.

Im Jahr 2016 ist es an der Zeit, dass Union und Wirtschaft ihre Blockadehaltung gegen eine moderne Gleichstellungspolitik endlich aufgeben. Daran werden wir SPD-Frauen weiterarbeiten, denn für uns gilt: Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist eine Frage der Gerechtigkeit – und dafür lohnt es sich zu kämpfen.