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30.09.2015

Thorsten Schäfer-Gümbel: Unvergesslicher Feuilletonist und geistreicher Fernsehkritiker

Thorsten Schäfer-Gümbel, stellv. SPD-Vorsitzender und Vorsitzender des Kulturforums der Sozialdemokratie erklärt zum Tode von Hellmuth Karasek:

Zwölf Jahre lang prägte Hellmuth Karasek neben Marcel Reich-Ranicki die ZDF-Sendung „Das literarische Quartett“ und ist mit seinem eindringlichen Wortwitz und charmanter Direktheit einem großen Publikum, weit über die Feuilletongrenzen hinaus bekannt geworden. Er war das, was man einen rastlosen Feingeist der Kultur nennen könnte: Journalist, Kulturchef sowie Mitherausgeber, Dramaturg, Moderator, Biograf und Theaterautor. Egal in welchem Medien-, Kunst- oder Kulturbereich, stets spitzte er seine Beobachtungen und Kritiken auf einzigartige Weise zu, nie bösartig, aber immer mit einer großen Portion Selbstironie. Karasek selbst sagte einmal, er wurde Journalist, um „die Großen dieser Welt zu interviewen, sprechen, kritisieren und bewundern zu können“. Und das tat er auf eine unvergessliche Weise, auch gerne mal mit der SPD. Bis zuletzt, blieb er leidenschaftlich bissig und brachte uns alle mehr als einmal zum Lachen. Ein Genussmensch, einer der das Leben und jedes Wortgefecht liebte, ist gestern verstorben. Sein Charme, sein Wissen, sein Humor – all das wird der deutschen Kulturgemeinde fehlen.  Meine Gedanken sind bei seinen Angehörigen.