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Pressemitteilung

23.08.2022 | 059/22

AG Migration und Vielfalt: Rostock Lichtenhagen. Erinnern reicht uns nicht!

Die rassistischen Gewaltexzesse von Rostock-Lichtenhagen jähren sich gerade zum dreißigsten Mal. Dazu erklären Aziz Bozkurt, Bundesvorsitzender der AG Migration und Vielfalt in der SPD und die stellvertretende Bundesvorsitzende Irena Rudolph-Kokot:

„Viele Menschen, die alt genug sind, haben vor 30 Jahren die schrecklichen Bilder in den Nachrichten oder sogar vor Ort gesehen, als im August 1992 drei Tage lang Geflüchtete und ehemalige DDR-Vertragsarbeiter:innen, vor allem aus Vietnam, von einem Mob brutal angegriffen wurden. Die Polizei schritt erst nicht ein und zog sich dann komplett zurück. Der Mob tobte, warf Brandsätze auf das Gebäude und 120 Menschen mussten sich über ein Dach retten. Wir sind solidarisch mit den Opfern und fordern, den Kampf gegen rassistischen Terror, Gewalt und Hetze weiter zu verschärfen.“

Bozkurt ergänzt: „Der beispiellosen rassistischen Gewalt von Rostock-Lichtenhagen folgte im Jahr 1992 eine gravierende Schleifung des Asylrechts. Und zu oft wurden in der Folge nicht Nazis bekämpft, sondern deren Opfern das Leben schwer gemacht. Am Beispiel NSU sieht man gut, wie schleppend die Aufarbeitung erfolgt. 30 Jahre nach dem Gewaltausbruch von Rostock-Lichtenhagen sind rassistische Gewalt und institutioneller Rassismus in unserem Land längst nicht überwunden. Es ist gut, dass Innenministerin Nancy Faeser diese Aufgabe in den Mittelpunkt ihrer Agenda stellt. Wir werden sie mit voller Kraft dabei unterstützen.“

Rudolph-Kokot fordert abschließend: „Es kann nicht sein, dass aktuell wieder ein ehemaliger vietnamesischer DDR-Vertragsarbeiter in Sachsen von Abschiebung bedroht ist. Opfer rassistischer Gewalt – und das waren die ehemaligen DDR-Vertragsarbeiter:innen in der Wende- und Nachwendezeit – müssen nach 30 Jahren in unserem Land endlich ein verlässliches Bleiberecht haben. Wir brauchen ein wirkliches Gehör für Opfer von rassistischer Gewalt mit Folgen für die Täter:innen und ein gelebtes antifaschistisches Selbstverständnis in allen staatlichen Institutionen. Erinnern reicht uns nicht!“