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Familienarbeitszeit

Mehr Zeit für Familie
Arbeiten, zur Kita hetzen und die Kinder abholen, die eigenen Eltern betreuen und pflegen, wenn sie es brauchen. Essen machen, Hausaufgabenhilfe, mit den Kindern spielen, mit Freunden telefonieren, Gute-Nacht-Geschichte, Mails beantworten, Haushalt. Das schaffe ich nicht! Eltern kleiner Kinder gehören heute einer Generation an, die oft einer Dreifachbelastung ausgesetzt ist: Sie begleiten ihre Kinder durch Kita, Schule und bei ihren Freizeitaktivitäten, sie sind beruflich stark gefordert und kümmern sich teilweise auch noch um ihre betreuungsbedürftigen Eltern.
Das Ergebnis: Frust, Überforderung, Erschöpfung. Bei Müttern und Vätern. Das muss nicht sein.
Mehr Zeit für die Familie haben, diesen Wunsch verspüren viele von uns. Mehr Zeit für das, was zählt – Zeit für die Liebsten. Immer mehr Müttern und Vätern ist es wichtig, Job und Familie fair untereinander aufzuteilen.
Um den Spagat zwischen Arbeit und Familie besser bewerkstelligen zu können, plant Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) eine Familienarbeitszeit für Kinder und für Pflege von Angehörigen mit einem Familiengeld. Damit will sie Müttern und Vätern mehr Zeit geben und ihnen erleichtern, ihre Kinder beim Großwerden zu begleiten und gleichzeitig Job, Partnerschaft, Freunde und Hobbys besser unter einen Hut zu bekommen und, wenn es erforderlich ist, die eigenen Eltern betreuen und einen Teil der Pflege übernehmen. Mehr Zeit für Familie, darum geht es.
Manuela Schwesig: „Nicht Familien sollen immer arbeitsfreundlicher werden, sondern die Arbeit muss familienfreundlicher werden.“
Mehr Zeit für Familie
Konkret heißt das
So will Familienministerin Manuela Schwesig Familien entlasten:
- Eltern jüngerer Kinder, die beide zwischen 26 und 36 Wochenstunden arbeiten, sollen ein Familiengeld in Höhe von 300 Euro monatlich erhalten. Je 150 Euro für die Mutter und für den Vater.
- Das Familiengeld sollen Väter und Mütter bis zu 24 Monate lang bekommen – für alle Kinder, die jünger als acht Jahre sind.
- Natürlich sollen auch Allein- oder getrennt Erziehende das Familiengeld erhalten.
- Wenn das Kind zwei Jahre alt ist, können sie entscheiden: ein weiteres Jahr Elternzeit ohne staatliche Leistungen und ohne dass beide Elternteile berufstätig sind - oder zwei Jahre Familienzeit. Die Familienzeit kann auch in zwei Abschnitte geteilt werden und ein Teil später in Anspruch genommen werden.

Familienarbeitszeit für Pflege
- Pflegefreistellung mit Lohnersatz: 3 Monate Auszeit vom Job für Pflege und ein Lohnersatz wie das Elterngeld. Nach der bisherigen zehntägigen Freistellung mit Unterstützung ist dies ein wichtiger nächster Schritt.
- Familiengeld für Pflege: Wer Arbeitszeit reduziert und 75 Prozent bis 90 Prozent der jeweiligen regulären Vollzeit (das entspricht je nach betrieblicher bzw tarifvertraglich geltender Vollzeit 26 bis 36 Wochenstunden) arbeitet, erhält 150 Euro monatlich für bis zu 24 Monate. Zwei Angehörige können dies in Anspruch nehmen.

Material
Zeit für Familie: Die Familienarbeitszeit für Kinder und für Pflege von Angehörigen
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Fragen und Antworten
Die klare Mehrheit frisch gebackener Eltern – 60 Prozent – würde sich gerne Kinderbetreuung, Haushalt und Job fair nach ihren Wünschen untereinander aufteilen. Aber nur sehr wenige schaffen das. Viele Väter stecken in einem Vollzeit-Job plus Überstunden und schaffen es nicht, sich die Zeit zu nehmen, die sie sich für ihre Familien wünschen. Und viele Mütter würden gerne mehr arbeiten und ihre Chancen im Berufsleben ergreifen, kommen aber aus der "Teilzeit-Falle" nicht raus. Das will Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) ändern. Mit der Familienarbeitszeit mit einem Familiengeld macht sie den vielen jungen Eltern ein Angebot, das sie darin unterstützt, sich gemeinsam und gleich intensiv ums Kind zu kümmern und gleich engagiert im Beruf zu sein, wie sie es sich wünschen.
Mit der Familienarbeitszeit will Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) frisch gebackene Eltern, die weniger als Vollzeit arbeiten, als Ausgleich mit einem staatlichen Familiengeld unterstützen. Ein neues Angebot, das Familien gut durchs Leben trägt. Eltern, die beide ihre Wochenarbeitszeit auf 26 bis 36 Stunden verringern, sollen bis zu zwei Jahre lang 300 Euro im Monat erhalten – also 150 Euro für die Mutter und 150 Euro für den Vater. Voraussetzung ist, dass das Kind jünger als acht Jahre ist. Natürlich sollen auch Allein- oder getrennt Erziehende das Familiengeld bekommen.
Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) hat jetzt einen konkreten Vorschlag vorgelegt. Wir wollen das neue Angebot für Familien nach der Bundestagswahl verwirklichen.
Die meisten Familien schwimmen nicht in Geld – erst recht nicht, wenn die Kinder noch klein sind. Viele Eltern fassen dann im Job gerade erst Fuß und verdienen entsprechend wenig. Oft stehen dann noch viele Anschaffungen an. In der Mehrzahl der Familien verdient heutzutage nur ein Partner – meist der Vater – den überwiegenden Teil des Einkommens. Der andere Partner – meist die Mutter – verdient nur sehr wenig hinzu. Umfragen zeigen, dass junge Leute das heute so nicht mehr wollen. Viele Väter wünschen sich mehr Zeit mit ihren Kindern, viele Mütter haben den Wunsch, beruflich und finanziell auf eigenen Füßen zu stehen. "Deshalb ist es mir wichtig, Väter und Mütter dabei zu unterstützen, ihre Existenzen möglichst von Anfang an eigenständig zu sichern. Doppelt hält besser!", sagt Familienministerin Manuela Schwesig (SPD). "Und natürlich zählen auch die Wünsche der Kinder: Zeit mit beiden Eltern finden die meisten ziemlich cool."
Ein junges Paar mit Kinderwunsch, beide arbeiten Vollzeit und haben sich vorgenommen, einander in Beruf und Kinderbetreuung zu unterstützen, wenn ein Kind kommt.
Zusammen erzielen beide ein Familieneinkommen von rund 3.400 Euro netto, bevor das Kind auf die Welt kommt.
Wenn die Mutter nach der Geburt ihre Erwerbstätigkeit auf etwa eine halbe Stelle reduzieren und der Vater voll weiterarbeiten würde, hätten beide zusammen nur noch etwa 2.800 Euro.
Mit dem Familiengeld können sie sich auch gemeinsam um das Kind kümmern und eine Zeitlang 80 Prozent der Vollzeit arbeiten – wie sie es geplant hatten.
Das Erwerbseinkommen ist dann netto genauso hoch wie das aus eineinhalb Stellen. Mit dem Familiengeld hätten sie dann insgesamt etwa 3.100 Euro.
Auf Dauer steht die ganze Familie finanziell besser da als mit der Variante "er in Vollzeit – sie mit halber Stelle". Denn beide Eltern halten den Anschluss an den Beruf; das zahlt sich auch später aus.
Immer mehr Familien stehen vor der großen Herausforderung, die Berufstätigkeit mit der Pflege von Angehörigen zu vereinbaren. Wenn noch eigene Kinder im Haus sind, führt dies oft zu einer Doppel- und Dreifachbelastung bis hin zu einer gesundheitsgefährdenden Überlastung.
Pflege ist keine Privatsache! Gerade bei familiärer Pflege leisten vor allem Ehefrauen, Töchter und Schwiegertöchter sehr viel. Sie reduzieren dafür ihre Arbeitszeit oder nehmen eine berufliche Auszeit. Wir wollen dafür sorgen, dass sie in eine finanziell abgesicherte Familienarbeitszeit für Pflege gehen können.
Dafür gibt es das Familiengeld für Pflege:
- Pflegefreistellung mit Lohnersatz: 3 Monate Auszeit vom Job für Pflege und ein Lohnersatz wie das Elterngeld. Nach der bisherigen zehntägigen Freistellung mit Unterstützung ist dies ein wichtiger nächster Schritt.
- Familiengeld für Pflege: Wer Arbeitszeit reduziert und jeweils 75 Prozent bis 90 Prozent der jeweiligen regulären Vollzeit (das entspricht je nach betrieblicher bzw tarifvertraglich geltender Vollzeit 26 bis 36 Wochenstunden) arbeitet, erhält 150 Euro monatlich für bis zu 24 Monate. Zwei Angehörige können dies in Anspruch nehmen.
- Pflegefreistellung mit Lohnersatz: 3 Monate Auszeit vom Job für Pflege und ein Lohnersatz wie das Elterngeld. Nach der bisherigen zehntägigen Freistellung mit Unterstützung ist dies ein wichtiger nächster Schritt.