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Arbeit von Morgen

Getty Images

Partei der Arbeit

DIE DEBATTE: Unumstritten ist, dass die SPD die Partei der Arbeit ist und bleiben muss. Dennoch wird die Sozialdemokratie bei den massiven Umwälzungen am Arbeitsmarkt derzeit nicht mehr als Schutzmacht für Gerechtigkeit und Teilhabe wahrgenommen. Gemeinsam mit den Gewerkschaften muss sie auch in Zukunft gute Arbeit gestalten und Anwältin der abhängig Beschäftigten sein. Dazu gilt es auf allen Ebenen die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften zu stärken. Es muss um eine praktische Politik für eine Arbeitswelt gehen, die sich den Menschen anpasst und nicht anders herum.

Unsere Arbeitswelt für die Menschen modernisieren

DIE DEBATTE: Erwerbsarbeit ist weiter zentral für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dabei ist die Arbeitswelt zunehmend in gut abgesicherte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf der einen und prekär Beschäftigte auf der anderen Seite gespalten. Unsere Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit hängt auch davon ab, die Belange der Beschäftigten im Auge zu haben. Wir brauchen einen starken Staat, der den Rahmen setzt und die Unterschiedlichkeit der modernen Arbeitswelt im Blick hat. Und wir brauchen Unternehmen, die sich ihrer Verantwortung für die Menschen bewusst sind. Kontrovers bleibt die Frage, ob unsere Forderungen nach Flexibilisierung der Arbeitszeit, Stärkung der Tarifbindung und lebensbegleitendem Lernen an der Wirklichkeit vorbeigehen. Sie zielen vor allem auf große Unternehmen, sind in kleinen und neuen Organisationsformen aber nur schwer umzusetzen. Das Bild von der klaren Trennung abhängiger und selbstständiger Beschäftigung scheint häufig nicht mehr zeitgemäß.

Arbeit in der digitalen Welt aktiv gestalten

DIE DEBATTE: Die Digitalisierung verändert, wie wir arbeiten und Werte schaffen. Sie entwickelt sich rasant und entgrenzt zunehmend Arbeitsort, Arbeitszeit und Beschäftigungsformen. Deshalb wird die Digitalisierung nicht nur als Chance gesehen, die Angst vor Nachteilen für die Beschäftigten ist groß. Viele haben Mühe, angesichts dieser Entwicklung das Niveau ihrer Qualifizierung zu erhalten. Deshalb gilt es, die digitalisierte Arbeitswelt von morgen aktiv zu gestalten und den Schutz der Beschäftigten, die Mitbestimmung und den Sozialstaat neu zu organisieren. Angesichts von Plattformarbeit muss auch neu definiert werden, was Beschäftigte und Unternehmen sind. Mit einem besseren Schutz gegen Datenmissbrauch (Überwachung, Verhaltens- und Leistungskontrollen, Sammlung von Gesundheitsdaten) müssen die Persönlichkeitsrechte der Beschäftigten stärker geschützt werden.

Arbeitszeit verkürzen, Zeitsouveränität ausbauen

DIE DEBATTE: Der Leistungsdruck in unserer Arbeitswelt nimmt zu. Viele wünschen sich Entlastungen, verkürzte Arbeitszeiten, mehr Flexibilität im Umgang mit der eigenen Zeit und mehr Zeitressourcen für Familie, Pflege, zur Weiterbildung, zum Stressabbau und zur Regeneration. Ein wesentliches Instrument hierbei sind Arbeitszeitkonten, die Möglichkeiten der Flexibilisierung mit Blick auf die Lebensarbeitszeit bieten. Gleichzeitig gilt es, z.B. durch verbesserte Möglichkeiten der Heimarbeit, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Mehr Flexibilität und mehr Homeoffice müssten aber mit klaren Regeln verbunden werden, damit Beschäftigte nicht ausgebeutet werden.

Gute Arbeit gut bezahlen

DIE DEBATTE: Viele erhalten heute nicht mehr den Lohn, der ihnen für gute Arbeit zusteht. Der Mindestlohn
ist eine große Errungenschaft von SPD und Gewerkschaften. Er muss zu einem Lohn ausgebaut werden, der vor Armut schützt. Trotz der bestehenden Mechanismen zur Festlegung des Mindestlohns, werden dafür 12 Euro vielfach als angemessenes Niveau angesehen. Die Anpassung des Mindestlohns sollte darüber hinaus aber auch zukünftig von der Tarifentwicklung abhängig sein und alle zwei Jahre durch die Mindestlohnkommission erfolgen. Die SPD muss sich zunehmend wieder um diejenigen kümmern, die nur einen geringen Verdienst haben. Sie muss sich für gleichen Lohn für gleiche Arbeit in der Leiharbeit einsetzen und einem Lohndumping durch erzwungene Selbstständigkeit entgegentreten.

Tarifbindung stärken

DIE DEBATTE: Die Tarifbindung zu stärken bleibt erklärtes Ziel. Deutlich wird dabei jedoch, dass dies gerade in kleinen Betrieben, bei Solo-Selbstständigen, Click- und Crowd-Workern ein schwieriges Unterfangen ist. Bei der Ausschreibung von öffentlichen Aufträgen muss die Tarifbindung zur Voraussetzung gemacht werden. Im Falle von Outsourcing und Betriebsverkäufen müssen Tarifverträge weiter gelten, bis ein neuer abgeschlossen ist. Kontrovers diskutiert wird dabei die Frage, ob die mit den Gewerkschaften ausgehandelten Tarifverträge zukünftig stärker nur noch für deren Mitglieder gelten sollten. Die Gewerkschaften versuchen zunehmend auch (Solo-) Selbstständige zu organisieren.

Mitbestimmung erneuern

DIE DEBATTE: Mitbestimmung und betriebliche Interessenvertretung müssen ausgebaut und an die Arbeits- und Lebenswelt des 21. Jahrhunderts angepasst werden. Der Schutz der Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern muss auch in der digitalen Arbeitswelt durchgesetzt werden. Es gilt Betriebsräte zu stärken, ihre Rechte zu erweitern und den Kündigungsschutz für befristet beschäftigte Betriebsräte zu verbessern. Sogar die Pflicht zur Gründung von Betriebsräten wird vorgeschlagen. Neben der klassischen Mitbestimmung geht es vielen aber auch um mehr Selbstbestimmung und Demokratie am Arbeitsplatz. Mehr Teamarbeit,
weniger Hierarchie und eine direktere Beteiligung an der Gestaltung von Arbeitsprozessen.

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