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Bildung neu denken

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Aufstiegsversprechen erneuern

DIE DEBATTE: Von der Kita bis zur Hochschule – durch eine aktive sozialdemokratische Bildungspolitik gilt es unser Land zusammenzuhalten. Ihr Versprechen „Aufstieg durch Bildung“ hat die SPD nie modernisiert und führt ihre bildungspolitischen Debatten heute zu stark aus Sicht von Akademikerinnen und Akademikern. Bildungspolitik sollte nicht nur als Ausgleich sozialer und gesellschaftlicher Benachteiligungen verstanden werden, sondern auf das Leistungsvermögen aller setzen. Es braucht ein neues Versprechen, das Aufstieg, Bildung, Leistung und Verlässlichkeit miteinander verbindet.

Hürden im Bildungssystem abbauen

DIE DEBATTE: Bildungschancen sind noch immer von Herkunft abhängig. Es gibt vielfältige Vorschläge, wie man diesen Zusammenhang durchbricht: das Kooperationsverbot abschaffen; das dreigliedrige Schulsystem überwinden; mehr Ganztagsschulen; eine bessere Ausstattung der Berufsschulen und insgesamt mehr Wertschätzung für die berufliche Bildung oder eine Ausbildungsoffensive für mehr Fachkräfte. Die Chancen digitaler Bildung gilt es zu nutzen und den technischen wie fachlichen Rahmen dazu zu verbessern, ohne auf Kompetenzen auch aus der analogen Welt zu verzichten. Auch bei der Integration kommt dem Bildungssystem eine entscheidende Rolle zu.

In Bildung investieren

DIE DEBATTE: Gute Bildung braucht mehr finanzielle Investitionen: in das Bildungssystem, soziale Infrastrukturen (z.B. Schulen, Schulsozialarbeit, Sport- und Freizeitanlagen) und die individuelle Bildungsfinanzierung. Ein Mehr an besserer Bildung gelingt nur, wenn massiv schon in Kita und Grundschule investiert wird. Hier werden die Weichen gestellt, die Bildungschancen bestimmen. So unterstützen gute Ganztagsschulen Familien und sichern einen Zugang zu Bildung unabhängig von Herkunft oder sozialer Lage. Das BAföG muss ausgebaut und um finanzielle Einstiegspakete ergänzt werden, die schon vor Beginn eines Studiums unterstützen. Durchaus kontrovers diskutiert bleibt die Frage, ob Mittel, die für die Einführung eines Grundeinkommens nötig wären, in diesen Bereichen nicht möglicherweise besser investiert wären.

Auf der Höhe der Zeit bleiben: Weiterbildung und Qualifizierung

DIE DEBATTE: Bildung hört bei Ausbildung oder Studium nicht auf. Die Zukunft der Arbeit, die Digitalisierung, die Sicherung von Demokratie und Partizipation braucht lebenslanges Lernen. Kompetenzen und Fähigkeiten müssen immer wieder erneuert und erweitert werden, nicht nur aus wirtschaftlichen Interessen. Weiterbildung und Qualifizierung müssen zu einem zentralen Element unseres Sozialstaates werden. Durch stabile gesetzliche Vorgaben, vor allem einem Rechtsanspruch auf Weiterbildung, muss der Staat den Rahmen setzen. Aber auch die Sozialpartner tragen Verantwortung. Lebenslanges Lernen darf keine Drohung sein. Es braucht vielmehr einen kulturellen Wandel, Menschen müssen wieder Lust auf Bildung bekommen.

Demokratische Bildung leben

DIE DEBATTE: Der Gefährdung unserer Demokratie durch den zunehmenden Rechtsruck und eine sich vertiefende soziale Spaltung müssen wir durch gelebte demokratische Bildung entgegentreten. Dafür braucht es Räume und die politische Bildung in allen ihren Facetten muss gestärkt werden. Auch um der Demokratie- und Institutionenskepsis in Ostdeutschland zu begegnen.

Wissenschaft und Forschung voranbringen

DIE DEBATTE: In Wissenschaft und Forschung gilt es, wieder alle gesellschaftlichen Fragen im Blick zu haben, nicht nur die Interessen Einzelner. So hat unser Wissenschaftssystem enormen Nachholbedarf bei der Gleichstellung von Männern und Frauen. Auch die Beschäftigungsbedingungen gilt es zu überholen. Angefangen bei den Promovierenden, die für 100% Beschäftigung auch zu 100% entlohnt werden sollen. Forschungsergebnisse, die öffentlich finanziert werden, sollen auch öffentlich zugänglich sein. Im Sinne einer wissenschaftlichen Politikberatung muss die Lösung realer Probleme abseits theoretischer Modelle – zum Beispiel in den Wirtschaftswissenschaften – im Vordergrund stehen.

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