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Aktuelles

29.07.2021

Olaf Scholz bei „Brigitte live“ „Ich wollte schon immer Politik machen, weil ich Gerechtigkeit will“

Foto: Olaf Scholz spricht bei der Gesprächsreihe "Brigitte Live“
dpa

Als Bundeskanzler will Olaf Scholz endlich die Gleichstellung von Frauen und Männern erreichen.

Solidarität, Respekt und Gleichberechtigung: Darum geht es Olaf Scholz in der Politik. Das wurde am Mittwochabend im „Brigitte live“-Gespräch deutlich. Der SPD-Kanzlerkandidat und Vizekanzler stellte sich den politischen und persönlichen Fragen von Brigitte Huber, Chefredakteurin des Frauenmagazins „Brigitte“, und ihrer Kollegin Meike Dinklage.

Dabei betonte er, dass er als Bundeskanzler die Gleichstellung von Frauen und Männern schaffen wolle. „Ich will endlich durchsetzen, dass es gleiche Löhne und Gehälter gibt.“ Das bedeute nicht nur, Unternehmen beim Thema Lohngleichheit in die Pflicht zu nehmen. „Das heißt auch, dass wir dafür sorgen, dass in den sogenannten Frauenberufen besser bezahlt wird. Dazu gehört auch ein gesetzlicher Mindestlohn in Höhe von 12 Euro. Der würde zehn Millionen Menschen in Deutschland ein besseres Gehalt bringen, und die meisten davon sind Frauen. Wenn wir in der Pflege endlich ordentlich zahlen, hat das eine Folge für die Verringerung des Gender Pay Gap.“

Die Hälfte der Macht für Frauen

Scholz betonte auch, dass Frauen in der Politik die Hälfte der Macht haben müssen. Seine Bundesregierung soll die erste in Deutschland sein, die je zur Hälfte mit Frauen und Männern besetzt ist. Auch in Parlamenten soll die Hälfte der Abgeordneten Frauen sein.

Für die Gleichstellung von Frauen und Männern kämpft Scholz schon seine gesamte politische Karriere hindurch. „Als ich 1975 bei den Jusos eintrat, habe ich ehrlich geglaubt: In 20 Jahren haben wir die Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht“, erzählte er. „Und das ist für mich trotz aller Verbesserungen, die wir erreicht haben, eine der ganz großen Enttäuschungen, dass das nicht passiert ist.“

Es geht um Respekt

Er berichtete, das Thema liege ihm auch dank seiner Ehefrau Britta Ernst am Herzen. Ernst war früher Ministerin für Schule und berufliche Bildung in Schleswig-Holstein, mittlerweile ist sie Bildungsministerin in Brandenburg. Auf die Frage der „Brigitte“-Redakteurin Meike Dinklage, ob seine Frau weiterarbeiten werde, wenn er Kanzler werde, antwortete Scholz: „Meine Frau ist eine erfolgreiche Politikerin.“ Die Frage empöre ihn. „Ich weiß nicht, ob die Frage auch Männern gestellt wird, die Ehegatten sind. Für mich ist das ein Ausdruck, dass es in unserer Gesellschaft mit der Gleichstellung noch nicht so weit her ist.“

Dabei ist Gleichstellung nur einer von vielen Aspekten, die für Scholz wichtig sind, wenn es um den Zusammenhalt in der Gesellschaft geht. Er plant, Hartz IV mit einer Reform abzuschaffen und durch ein Bürgergeld zu ersetzen. „Ich beantworte die Frage, was gute Gemeinschaft und gutes Gemeinwesen im 12. Jahrhundert bedeutet, mit dem Satz: Es geht um Respekt. Darum, dass wir einander auf Augenhöhe begegnen. Dass nicht einer auf die andere herabblickt oder umgekehrt, sondern wir uns begegnen als welche, die ein gemeinsames Ziel haben in der Gesellschaft trotz aller unterschiedlichen beruflichen Wege.“