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23.09.2020

In welcher Welt lebt Merz?

Foto: Olaf Scholz
Thomas Trutschel / Photothek

Vizekanzler Olaf Scholz hat Äußerungen des CDU-Politikers Friedrich Merz über Kurzarbeit und Lehrkräfte in der Corona-Krise scharf kritisiert. Auch andere Einlassungen des Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz skizzieren ein verschrobenes Weltbild.

Der für den Parteivorsitz kandidierende CDU-Politiker Merz unterstellt vielen Menschen Trägheit als Folge der Corona-Krise. „Wir müssen ein bisschen aufpassen, dass wir uns nicht alle daran gewöhnen, dass wir ohne Arbeit leben können“, sagte der frühere Aufsichtsratschef des US-Vermögensverwalters Blackrock am Sonntagabend in einem „Bild“-Politiktalk. „Wir müssen zurück an die Arbeit.“ Besonders kritisch bewertete Merz die Situation an den Schulen: „Es bleiben einfach zu viele Lehrer zu Hause.“

„Ich weiß nicht, was Herr Merz so macht, aber ich arbeite sehr viel, und viele Bürgerinnen und Bürger dieses Landes auch“, sagte SPD-Kanzlerkandidat Scholz der „Augsburger Allgemeinen“. Er finde es auch nicht richtig, wenn jetzt „auf die Lehrer geschimpft wird“.

Voller Ressentiments

Auch mit einer weiteren Aussage gab Merz tiefere Einblicke in seine Gedankenwelt. Auf die Frage, ob er Vorbehalte gegen einen schwulen Bundeskanzler hätte, antwortete Merz zwar zunächst „Nein“, die sexuelle Orientierung sei Privatsache. Doch dann schob er die Einschränkung hinterher: „Solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft.“

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Kevin Kühnert, der sich in der Vergangenheit über seine eigene Homosexualität geäußert hatte, kritisierte am Montag auf Twitter: „So laviert jemand, der nicht kaschieren kann, dass er mit der Normalisierung des Umgangs mit Homosexualität eigentlich nichts anfangen kann.“ SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil kommentierte: „Friedrich möchte aus dem letzten Jahrhundert abgeholt werden.“ In der „Bild“-Zeitung fügte er später hinzu: „Da ist eine deutliche Entschuldigung fällig.“