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17.11.2015

SPD-Kulturempfang 2016 Der Schlüssel zur Verständigung

Sigmar Gabriel (r.) übergibt Wolfgang Thierse ein Geschenk (Foto: Dirk Bleicker)
Dirk Bleicker

„Dein kulturpolitisches und Dein politisches Wort werden weiterhin gehört“, sagte Sigmar Gabriel (r.) zu Wolfgang Thierse (Foto: Dirk Bleicker)

Kultur und ihre Bedeutung als Schlüssel der Verständigung. Drei Tage nach dem Terror von Paris rückte eine aktuelle Frage in den Mittelpunkt des diesjährigen SPD-Kulturempfang – und die Würdigung von Wolfgang Thierse. Der langjährige Vorsitzenden des Kulturforums der Sozialdemokratie übergibt sein Amt an Thorsten Schäfer-Gümbel.

„Nach Paris ist nicht alles anders“, sagt SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel am Montagabend. „Nach Paris darf nichts anders sein“, sagt SPD-Chef Sigmar Gabriel. Das ist die Antwort auf Markus Söders (CSU) Versuch, die Terroranschläge von Paris mit der europäischen Flüchtlingsdebatte zu verquicken – Opfer zu möglichen Tätern zu machen. „Vor die, die zu uns kommen, müssen wir uns genauso schützend stellen wie vor die, die schon lange hier sind.“ Freie Gesellschaften seien verletzbar, räumte Gabriel ein. Am Ende „aber sind sie stärker.“

Einflüsse von außen bereichern

In der Diskussion um erfolgreiche Integration verwies der neue Vorsitzende des Kulturforums der Sozialdemokratie, Thorsten Schäfer-Gümbel, auf die zentrale Rolle, die Kultur dabei spielen werde. „Sprache ist der Schlüssel zur Verständigung. Kultur ist der Schlüssel zu Verständnis.“ Sein Vorgänger Thierse erinnerte daran, dass in den guten Phasen der deutschen Geschichte Einflüsse von außen bedeutsam gewesen seien. Die schlechten hingegen seien gekennzeichnet gewesen von Abschottung und Ausgrenzung.

„Kultur kennt keine Grenzen“

Ein Gedanke, der auch Kreative umtreibt: So forderte die Präsidentin der Akademie der Künste, Jeanine Meerapfel, dazu auf, von anderen, die zu uns kommen, zu lernen: „Was sie uns bringen, sollte uns interessieren.“ Die Journalistin Hatice Akyün sieht das ähnlich. Sie wirbt dafür, nicht nach der Herkunft von Menschen zu fragen, sondern zu hören, was sie zu erzählen haben. „Kultur kennt keine Grenzen“, sagte sie.

Und Wolfgang Thierse, der an diesem Abend für sein jahrzehntelanges kulturpolitisches Engagement gewürdigt wurde, regte mehr kulturelles Selbstvertrauen an. Das vermisse er in der Debatte um Integration und Zuwanderung. Wir hätten allen, die kommen, einen großen kulturellen Reichtum anzubieten. Dass die Sozialdemokratie weiter auf Thierses Impulse setzt, unterstrich abschließend SPD-Chef Sigmar Gabriel: „Dein kulturpolitisches und Dein politisches Wort werden weiterhin gehört.“