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Online-Kampagne
Zirka 32 Millionen Facebook-Nutzer*innen gibt es in Deutschland (Stand: November 2018). Knapp 60 Prozent davon informieren sich laut Statista via Facebook über die persönlichen Meinungen ihrer Freunde zu politischen Themen (Stand: 2016). Durch die Datenskandale und Manipulationen der US-Wahlen im Jahr 2016 hat ein Sinkflug von Facebook eingesetzt. Zudem ist Facebook mittlerweile gesättigt von Unternehmen, Nachrichtenportalen und professionellen Medien. Um den Nutzer*innen weiterhin einen Mehrwert beim Nutzen des Newsfeeds zu bieten, wurde der Algorithmus zugunsten von mehr Freund*innen-Content angepasst. Das hat allerdings auch dazu geführt, dass es für Seiten schwieriger geworden ist, Reichweite zu generieren. Die Bedeutung der Plattform nimmt bei der jungen Zielgruppe 14 – 19 stark ab. Facebook landet in manchen Studien nur noch auf Platz 5, hinter Youtube, WhatsApp, Instagram und Snapchat. Du musst also abwägen, wie viel Aufwand ihr noch in Facebook stecken wollt. Für die „interne“ Kommunikation innerhalb der „Bubble“ sicherlich immer noch hilfreich, eine große Außenwirkung wird via Facebook nur noch in Ausnahmefällen erzielt.
Dass eine Seite viele Fans hat, heißt nicht automatisch, dass die dort veröffentlichten Botschaften eine große Reichweite erzielen. Entscheidend ist, dass du Feedback bekommst und die Inhalte geshared werden. Es lohnt sich, auf Kommentare zu reagieren, zu diskutieren oder sich zu bedanken. So fühlen sich die Nutzer ernst genommen und mit der Seite verbunden. Interaktion ist die wichtigste Währung auf Facebook. Ein gutes Community Management und viel Kontakt zu den Menschen, die deine Inhalte anschauen, ist daher sehr wichtig. Lies zum Thema Moderation auch unbedingt den Hate Speech Leitfaden.
Qualität zählt mehr als Quantität. Finde die richtige Mischung zwischen zwei bis drei Posts die Woche und täglichen Updates. Nicht alles eignet sich für einen Facebook-Post. Jede Botschaft von dir sollte den Leser*innen einen Mehrwert bieten. Du kannst zum Beispiel über erfolgreiche Projekte informieren oder einen spannenden Hintergrundbericht liefern. Über 80 Prozent der Deutschen nutzen das Smartphone für ihre Facebookbesuche. Für deinen Content bedeutet das, er muss kurz und verständlich dargestellt werden. Kurze Videos, Infografiken und prägnante Aussagen sind ideal. Bei Videos solltet ihr unbedingt die Untertitelfunktion nutzen oder – sofern ihr mit einem Schnittprogramm arbeitet – Untertitel einsetzen.
*Tipp: Videos bei YouTube hochladen, automatisch untertiteln lassen im YouTube-Studio, die so generierte srt-Datei (SubRip) downloaden und bei Facebook wieder hochladen. Beim Hochladen von Videos können srt-Dateien separat hinzugefügt werden.
Versuche, deine Postings so ansprechend wie möglich und so einfach wie möglich zu gestalten. Wenn du Sharepics baust, versuche sie inhaltlich zuzuspitzen und eine prägnante, spannende oder witzige Botschaft zu formulieren. Dazu brauchst du nicht immer ein Foto, du kannst auch einfach Text vor einen farbigen Hintergrund zu setzen, wenn der Text gut formuliert ist. Auch Foto-Slideshows, 360°-Fotos, GIFs oder Memes machen deinen Feed abwechslungsreicher. Eine gute visuelle Kommunikation essentiell.
Über Live-Videos kannst du in den direkten Austausch mit deiner Community treten und auf Augenhöhe kommunizieren. Zum Beispiel in Form einer digitalen Fragestunde (Q&A = questions and answers). Denke daran, schon einige Zeit vorher Werbung für dein Q&A zu machen, damit möglichst viele Nutzer*innen daran teilnehmen.
Auf Twitter muss jede*r Nutzer*in mit 280 Zeichen auskommen. Twitter ist deshalb ein sehr schneller und direkter Kommunikationsweg. Anders als bei Facebook kannst du bei Twitter gezielter mit einem Fachpublikum interagieren, da weder die breite Masse der Bevölkerung, noch jüngere Menschen auf Twitter vertreten sind, dagegen aber viele Journalist*innen und Politiker*innen und politisch Interessierte. Gleichzeitig ist Twitter auch eine Plattform, die in den letzten Jahren massiv durch Hatespeech und Shitstorms aufgefallen ist. Die Zahl der Bots und Fakeaccounts ist stetig gewachsen. Wer hier politisch kommuniziert, muss sich auf Beleidigungen, Hass und Trolle einstellen.
Wenn du Twitter mit deinem Laptop nutzen möchtest, kannst du das Online-Gratistool Tweetdeck verwenden. Die dort eingerichteten Spalten helfen dir, einen Überblick zu bekommen. Sie zeigen dir zum Beispiel deinen Twitter-Feed in Echtzeit (Home), deine Direktnachrichten, die du von anderen Nutzern erhalten hast (Messages), listen alle Benachrichtigungen zu deinem Account auf, also neue Follows, Likes und Retweets (Notifications) oder auch alle aktuellen Interaktionen der Nutzer, denen du folgst (Activity). Du kannst die Zusammenstellung der angezeigten Spalten selbst bearbeiten. Statt der oben genannten Optionen kannst du dir zum Beispiel auch eine Suchspalte, in der du nach bestimmten Hashtags suchen kannst, oder Tweets bestimmter Nutzer anzeigen lassen. Mit der Spalte „Scheduled“ kannst du wie bei Facebook Tweets planen, also an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Uhrzeit automatisch senden lassen.
Außerdem bietet Tweetdeck dir die Möglichkeit, einen Account von mehreren Twitter-Usern bespielen zu lassen. Diese Einstellung kannst du über den Button Account vornehmen.
Für Twitter gilt das gleiche wie für Facebook: Bilder erhöhen die Klickrate. Verwende sie, damit dein Tweet mehr ins Auge fällt. Um die 240 Zeichen zu erweitern, kannst du auch ein Bild mit Text posten.
Nutze Erwähnungen (Mentions): Dazu fügst du die Accountnamen (z.B. @jusos) in deinen Tweet-Text ein. Das erhöht die Chance auf einen ReTweet, da die entsprechenden Nutzer eine Benachrichtigung erhalten. Noch wichtiger ist es, Hashtags zu verwenden. Über die Suchfunktion kann Twitter alle Tweets nach bestimmten Hashtags filtern und anzeigen. Wer zu einem bestimmten Thema recherchiert, wird so schneller auf dich aufmerksam. Wenn du live von Veranstaltungen twitterst, nutze den richtigen Hashtag (z.B. #spdbpt oder #socializeit).
Je mehr Accounts du folgst, desto unübersichtlicher wird deine Timeline. Mit Listen kannst du Ordnung ins Chaos bringen. Neben eigenen Listen kannst du auch öffentlichen Listen anderer Mitglieder folgen (Profil > Mehr > Listen).
Instagram hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Was Facebook an Boden verliert, wird hier dazugewonnen. Insbesondere die jüngste Zielgruppe zwischen 14 und 25 ist bei Instagram aktiv. Diese Plattform zeichnet sich durch kreative Interaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten aus. In den Stories kannst du deine Follower Fragen stellen lassen, Abstimmungen durchführen, Countdowns verwenden oder Emoji-Slider einfügen. Diese Optionen erscheinen als nette Spielereien, wirken aber durch den Fun-Faktor sehr attraktiv und erhöhen die Verweildauer der Nutzer*innen auf der Plattform enorm – Stichwort: Gamification. Nutze sie zu deinem Vorteil! Instagram hat als Plattform für die Jusos enormes Potenzial. Durch die Nutzung von Hashtags und Ortsmarken können außerdem viele neue Follower/potenzielle Jusos hinzugewonnen werden.
Instagram unterteilt sich grob in zwei verschiedene Ebenen: Den Feed und die Story. Der Feed ist die ursprüngliche Bild-Blog Funktion der Plattform. Hier kannst du ein hübsches Foto online stellen, mit Filtern überarbeiten und dank Hashtags in die ganze Welt verbreiten.
Die Story-Funktion ist später hinzugekommen und bildet aber zunehmend den Kern von Instagram. Die Story ermöglicht es Fotos, aber auch Videos, Musik, GIFs mit deinen Freund*innen zu teilen. Ein Post in der Story löscht sich automatisch nach 24 Stunden. In den Highlights können Stories jedoch auch über diese Frist hinaus angezeigt werden. Nutze diese Funktion, um wichtige Storys länger verfügbar zu machen und inhaltlich zu ordnen. Tagge Freund*innen oder andere Organisationen in deiner Story, damit sie diese in ihrer eigenen Story reposten können. So erhöhst du deine Reichweite und machst neue Followerschaften auf deinen Account aufmerksam.
Derzeit setzen allein in der Facebook-Familie (Facebook, WhatsApp, Instagram, Messenger) bereits mehr als eine Milliarde Nutzer täglich Stories ein. Wow! Visueller Content hat in den Jahren extrem an Bedeutung gewonnen, Inhalte werden schneller und oberflächlicher konsumiert. Versuche möglichst authentisch, unmittelbar und persönlich zu kommunizieren.
Instagram ist perfekt dazu geeignet, deine Follower*innen auf einer persönlichen und emotionalen Ebene anzusprechen. Poste Fotos und Videos, die deine Botschaften visuell vermitteln. Lass deine Follower*innen auf Instagram etwas Neues und Besonderes vorfinden. Im Feed ist die Optik entscheidend, ausgefallene Fotos setzen sich durch. Nutze Filter, um die Bilder aufzuwerten.
Zeige Menschen bei der politischen Arbeit, teile Einblicke hinter die Kulissen bei Veranstaltungen oder kleine Momentaufnahmen aus dem (Büro-)Alltag. Mit Instagram kannst du deinen Follower*innen einen Einblick hinter die Kulissen des Engagements bieten. Für die Auffindbarkeit deiner Posts solltest du Hashtags (auch in der Story) und die Orts-Funktion nutzen. Nutze die Stories, um Geschichten zu erzählen. Auf keinen Fall sollte Instagram zur Zweiverwertung von Facebook-Posts genutzt werden: gähn! Versuche auf Instagram eine eigene Strategie zu finden!
Wenn du Grafiken erstellen möchtest, verwende ein Foto oder einen geeigneten Hintergrund und lege ein Zitat oder ein Textelement darüber. Tools, mit denen du das schnell hinbekommst, sind Canva, Snappa oder pablo.buffer.com. Eine Collage aus mehreren Bildern kannst du mit der Layout-App von Instagram erstellen.
Die Formate von Instagram sind 1080 x 1920 Pixel (9:16) in der Story und 1080 x 1080 pixel (1:1) im Feed. Innerhalb dieser Größen kannst du dir eigene Vorlagen bauen.
Mittlerweise gibt es mehrere Erweiterungen für Instagram: Boomerang, Hyperlapse (nur iOS) und Layout. Mit Boomerang kannst du kurze Sequenzen aufnehmen, die sich dann als Loop wiederholen. Mit Hyperlapse kannst du ein Video aufnehmen und in Zeitraffer laufen ablaufen lassen und mit Layout kannst du mehrere Bilder für den Feed in einen Rahmen setzen.
Mit der App Clipomatic (nur für iOS, kostet zirka 5 Euro) kannst du Videos für die Insta-Stories automatisch untertiteln lassen. Untertitel in Videos sind wichtig, weil sehr viele Nutzer*innen sie ohne eingeschalteten Ton anschauen.
Wenn du ein längeres Video in die Insta-Story hochladen willst und dazu in einzelne Clips schneiden möchtest, kannst du das mit dem Gratis Tool CutStory machen. Das schneidet dein Video – egal wie lang es ist – in 15-sekündige Sequenzen, die du einzeln nacheinander in die Story hochladen kannst. Längere Videos kannst auch aber auch bei IGTV hochladen. Das ist der spezielle Videobereich von Instagram – ähnlich wie YouTube.
Fotos
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Das gilt besonders für die sozialen Netzwerke. Gute Fotos bringen mehr Shares, Likes und Retweets. Doch bestimmte Anforderungen sollten dabei erfüllt werden:
Achte darauf, dass du qualitativ hochwertige Fotos nutzt. Die meisten Smartphones haben gute Kameras, du brauchst nicht unbedingt eine Spiegelreflex. Passe die Art der Fotos an die Endnutzung an. Die meisten NutzerInnen surfen mit dem Handy durchs Netz, verwende daher möglichst quadratische Zuschnitte (1:1), damit die Fotos im Stream mehr Fläche einnehmen. Am besten speicherst du im Dateiformat PNG.
Beachte bei der Bildkomposition die „Rule of Thirds“. Danach wird das Bild gedanklich in neun Teile geschnitten. Man zieht zwei waagerechte und zwei senkrechte Linien, so dass alle neun Teile gleich groß sind. Das zu fotografierende Motiv wird an einem der vier Schnittpunkte angelegt, man kann es aber auch längs einer Linie platzieren. Die Regel hilft dabei, dass Fotos nicht so langweilig und statisch wirken.
Trau dich, rumzuprobieren und sei kreativ: Erstelle Memes und GIFs oder verwende hin und wieder einen Filter, um deine Fotos aufzupeppen. Poste aber hin und wieder auch ein „normales“ Foto. Bild und Begleittext sollten aufeinander abgestimmt sein, damit keine sogenannte „Text-Bild-Schere“ entsteht. Das Foto sollte auf deine Botschaft hinleiten oder zumindest damit im Einklang stehen. Folgende Faktoren helfen dir dabei, dein Foto großartig werden zu lassen: Momentum, Haltung, Authentizität, Polarisierung, Humor.
Am besten fährst du, wenn du eigene Fotos schießt. Falls das nicht geht, beachte das Urheberrecht. Wenn du Fotoportale nutzt, lese die AGBs. Die meisten Fotoportale erlauben keine Nutzung für politische Zwecke. Bei frei verwendbaren Bildern (Creative Common Lizenz/CC0) musst du trotzdem immer den Urheber angeben.
Falls möglich, hole dir die schriftliche Einwilligung der abgebildeten Personen ein. Besonders wichtig ist das bei Minderjährigen: Hier müssen die Eltern einverstanden sein, damit du das Foto öffentlich verwenden kannst.
Als Quellen für lizenzfreie Fotos kannst du beispielsweise pixabay.com oder stocksnap.io nutzen.
Kacheln
Gibt es den „perfekten Facebook Post“? Wahrscheinlich nicht. Dafür sind die Nutzer*innen der sozialen Netzwerke einfach zu unterschiedlich. Du kannst aber einiges tun, um deine Chance auf viele Interaktionen und eine hohe Reichweite zu steigern:
Schreibe kurz, klar und verständlich. Mach es den Nutzer*innen leicht, deinen Text zu verstehen. Je mehr sie sich anstrengen müssen, desto eher werden sie sich von deinem Posting abwenden. Vermeide Schachtelsätze. Versuche nicht „gezwungen cool“ zu schreiben und verwende keine Floskeln oder „typischen Politiker*innensprech“. Bleibe authentisch und personalisiere deine Kommunikation. Schreibe emotional und alltagsbezogen. Komplizierte Substantivierungen solltest du vermeiden, aktive Verben sind verständlicher. Finde die goldene Mitte zwischen Akademiker*innensprech und Kindergartenniveau.
Mache gleich am Anfang klar, worum es geht. Die Aufmerksamkeitsspanne der Leser*innen ist extrem begrenzt. Nimm sie an die Hand und fordere zum Mitmachen, Teilen und Liken auf (Call to Action). Stelle auch mal eine Frage, auf die du Antworten als Kommentare haben möchtest. Du kannst die verschiedenen Emojis als Antwortmöglichkeiten nutzen (z.B. Gefällt mir=Ja, Traurig=Nein, Wow=Weiß nicht). Achte darauf, sowohl Verbandsmitglieder als auch junge Menschen außerhalb der Juso-„Bubble“ anzusprechen. Das Zauberwort lautet Interaktion: Nimm dir Zeit, dich mit den Kommentaren unter deinen Beiträgen auseinanderzusetzen und in den Dialog zu treten.
Achte darauf, dass der Kacheltext nicht auch noch im Begleittext erscheint (keine Doppelung). Die Verbindung aus Bild und Text sollte harmonieren.
Jeder Post sollte ein Bild, eine Grafik, ein Video oder einen anderen visuellen Eyecatcher enthalten. Was du damit sagen willst, sollte in den ersten drei Sekunden ersichtlich sein. Gestalte deine Motive übersichtlich und lebhaft.
Mach dich mit der Statistikfunktion deiner Seite vertraut. Wenn du weißt, wann deine Fans aktiv sind, welche Beiträge in der letzten Zeit am erfolgreichsten waren oder welche anderen Seiten ihnen gefallen, kannst du den Content besser auf sie zuschneiden. Der Erfolg eines Posts hängt oft auch von einem guten Timing ab. Wenn du dir unsicher bist, wann du am besten posten solltest, veröffentliche zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Tagen Posts und überprüfe, wann die Resonanz am größten ist.
Um Kacheln zu bauen kannst du kostenfreie Grafiktools nutzen, wenn du nicht über professionelle Software wie Indesign oder Photoshop verfügst. Mit Snappa, Canva oder pablo.buffer.com kannst du beispielsweise kinderleicht Sharepics erstellen. Es gibt sogar frei verwendbares Fotomaterial dazu. Die passenden Größenformate für die verschiedenen Plattformen bekommst du auch gleich mitgeliefert. Umfangreichere Gratis-Programm zum Download sind GIMP oder Scribus.
Den Hintergrund von einem Foto entfernen? Geht ohne Photoshop! Einfach auf https://www.remove.bg/ hochladen – fertig.
Du kannst auch eigene kleine Doodles und Grafiken zeichnen mit https://inkscape.org/.
Die meisten Nutzer*innen scrollen mit ihrem Smartphone durch den Newsfeed. Denke daran, wenn du Postings vorbereitest. Sie sollten intuitiv und leicht verständlich aufgebaut sein. Das Format am besten quadratisch (1:1) oder noch besser: vertical! Durch einen vertikalen Bildzuschnitt (1080 x 11350 Pixel (4:5) nimmt dein Posting auf dem Smartphone Screen mehr Platz ein. Hier findest du weitere Hinweise zu Formaten: https://www.facebook.com/business/help/103816146375741.
Videos
Mehr als ein Drittel der Jugendlichen in Deutschland nutzt YouTube täglich oder mehrmals wöchentlich. Tendenz steigend. Gute Videos zu erstellen ist nicht schwer und damit kannst du viele junge Menschen erreichen. Egal ob Spiegelreflexkamera oder Smartphone – leg einfach los!
Dein Video sollte einem roten Faden folgen. Überlege dir zuerst, wie dein Video aussehen soll und halte deine Ideen in einem Storyboard fest. Überlege dir ein Format für dein Video: Willst du ein Video-Blog führen (Vlog), einfach ein „Follow-me-around“-Video drehen oder dich oder deinen/deine Kandidat*In beim Wahlkampf zeigen („Canvassing“)? Gestalte dein Video persönlich, menschlich und authentisch. Wenn du es dir nicht zutraust, dich selbst zu filmen, identifiziere Persönlichkeiten, die sich für Videos zur Verfügung stellen! Schaffe eine lockere Atmosphäre, es darf auch ruhig mal ein bisschen witzig sein.
Wenn du ein Video für deinen Wahlkreis drehst, zeige die Erfolge, die erreicht wurden. Was hat sich konkret verbessert? Fahre zum Schwimmbad, das renoviert wurde und lass deinen/deine ProtagonistIn davor ein Statement geben. Danach zeigst du ihn/sie zum Beispiel im Gespräch und beim Gang durch die Location.
Während des Drehs solltest du auf den Bildausschnitt achten: Nicht das Kinn abschneiden, auf Licht und Ton achten! Am besten ein Ansteckmikro verwenden, das kannst du genauso wie kleine LED-Licht-Aufsätze auch ans Handy anschließen. Lasse Mimik, Gestik und Emotionen einfließen. Zeige keine Zoombewegungen, versuche allgemein nicht zu zoomen. Bringe mit Blickrichtungswechseln Abwechslung ins Video. Filme auf Augenhöhe. Sammle Schnittbilder (z.B. von der Umgebung oder Nahaufnahmen) mit denen du deine Aufnahmen auflockern kannst. Achte auf einen ruhigen Stand, das Bild sollte auf keinen Fall wackeln. Immer Ersatzakkus parat haben!
Füge Untertitel in dein Video ein, damit es auch auf dem Smartphone ohne Ton funktioniert. Achte darauf, dass der Ton in der Lautstärke nicht schwankt. Erstelle ein interessantes Thumbnail (Vorschaubild) für das Video, damit es oft geklickt wird. In der Kürze liegt die Würze! Videos bei Facebook sollten unter zwei Minuten lang sei. Ein Drittel der NutzerInnen klickt nach 20 Sekunden weg. Bevor du das Video ausspielst, teste es: Zeige das Video Freund*innen und Bekannten und hol dir Feedback!
YouTube
Bei den Digital Natives haben Online-Bewegtbildkanäle mittlerweile das Fernsehen ersetzt. YouTube ist nach Google die zweitgrößte Suchmaschine der Welt und bietet im Wahlkampf neben der immensen Reichweite die Chance, Wähler*innen nicht nur zu informieren, sondern auch emotional zu erreichen. Für eine erfolgreiche YouTube-Kommunikation sollten Themen gefeatured werden, für die sich potenzielle Wähler*innen interessieren. Eine Analyse der Suchanfragen bei Google und YouTube kann helfen, solche Themen zu identifizieren.
Wie bei Facebook kannst du mit einem eigenen Header dem Channel einen passenden Auftritt geben. Verlinke deine Website, deine Facebook-Page, dein Instagram-Profil oder deinen Twitter-Kanal.
Lege einen eigenen Trailer an, also eine Art Willkommensvideo. Dies kannst du bei YouTube prominent anzeigen lassen. Dieses Video ist zumeist das Video, was viele Nutzer*innen dazu bewegt, den Channel zu abonnieren. Produziere daher am besten ein möglichst kurzes, knackiges und kompaktes Video, in dem du den Kanal vorstellst.
Optimiere deine Metadaten: Auf den richtigen Titel kommt es an. Die ersten drei Worte des Videotitels sind am wichtigsten – erst danach sollte man die Nummer der Episode, etwaiges Branding oder andere Kleinigkeiten dazu schreiben. Beschreibe dein Video. Im Optimalfall nutzt du die zweizeilige Beschreibung des Videos.
Erstelle ein Thumbnail (Vorschaubild, 640 x 360 Pixel, Seitenverhältnis 16:9): Beim Suchen auf YouTube oder Google stößt man zunächst auf das Thumbnail – dementsprechend attraktiv sollte es sein. Das Thumbnail kann auch beschriftet werden – achte nur darauf, dass die Schrift im Vorschaubild gut lesbar ist.
Solltest du Video-Serien veröffentlichen wollen (z.B. Vorstellung mehrerer Bundestagskandidat*innen oder Jusos aus einer bestimmten Region), dann veröffentliche diese regelmäßig an einem bestimmten Tag.
Im Channel-Design kannst du Playlists prominent platzieren. Die Playlists können auch „nur“ Videos von dir sein. Die Abonnent*innen einer Playlists bekommen eine Benachrichtigung, wenn ein neues Video hinzugefügt wurde.
Hate Speech
In den sozialen Netzwerken erfahren wir mehr über den Hass unserer Mitmenschen als uns lieb ist. Hate Speech, also gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Volksverhetzung, findet sich in Kommentarfunktionen der Zeitungen, in Auseinandersetzungen bei Facebook, Twitter und anderen Netzwerken. Völkisch-Nationale (Gruppen wie Reconquista Germanica) nutzen Hate Speech als Raumergreifungsstrategie in sozialen Netzwerken. Kernelement ihrer Strategie ist die Simulation von Mehrheiten, dazu legen sie Fake-Accounts an und greifen bestimmte Kommentarspalten gezielt an. Wir wollen nicht, dass der Hass unsere Freiheit bedroht, weder analog noch digital. Deshalb wollen wir etwas dagegen unternehmen:
Kläre intern die Zuständigkeiten für die Social Media Accounts, die du betreust. Stelle dort verbindliche Diskussionsregeln auf (Netiquette) und halte dich selbst daran. Liken und kommentieren über den Privataccount ist solidarisch. Es ist absolut legitim Posts und Kommentare löschen und Accounts blockieren, die deine Regeln konsequent brechen. Mache Gründe für Löschungen/Sperrungen transparent. Verlinke ExpertInnen, die dir helfen können. Setze dem Niveaulimbo Humor entgegen. Sorgfalt geht vor Geschwindigkeit. Beantworte die gleiche Frage nicht mehrfach.
Wir wollen verhindern, dass Menschen, die häufig Diskriminierung erfahren müssen, sich irgendwann zurückziehen. Dazu müssen Kommentarspalten moderiert werden. Nur dann können plurale, demokratische Debatten, in der sich alle wohl fühlen, zu Stande kommen.
Thematisiere problematische Aussagen und biete zusätzliche Quellen an. Unterstütze die positiven und konstruktiven Stimmen der Community durch Likes, GIFs und anerkennende Kommentare. Freundliche und sachlich Interessierte brauchen eine Umgebung, in der sie sich wohlfühlen.
Hier kannst du Haltung beweisen und gleichzeitig die Absurdität des Diskussionsbeitrags aufzeigen. Das kann auch ein Ventil für Frustrationen sein, die durch Debatten entstehen. Bedenke aber, dass die Diskussion dadurch kaum befördert wird und kein Dialog ermöglicht wird – möglicherweise verhärten sich dadurch die Fronten.