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Pressemitteilung

27.01.2026 | 015/26

Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen in der SPD (AGS) - CDU verliert Blick auf Lebensrealitäten - AGS: Teilzeit ist kein Lifestyle, sondern eine bewusste Entscheidung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

Zum Vorschlag der CDU-Wirtschafts- und Mittelstandsunion (MIT) in einem Antrag für den kommenden CDU-Bundesparteitag, die derzeitigen Teilzeitregelungen abzuschaffen, erklären die Bundesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für Selbständige in der SPD (AGS), Renate Kürzdörfer und Ralph Weinbrecht:

„Schon der Titel des Antrags ist sehr verräterisch: ‚Kein Anspruch auf Lifestyle-Teilzeit‘. Damit wird deutlich: MIT ist Wirtschaftspolitik ohne Blick auf Lebensrealitäten!
MIT diffamiert alle, die aus guten und nachvollziehbaren Gründen, sich für Teilzeit entschieden haben. MIT unterstellt allen, aus Bequemlichkeit und Unlust weniger arbeiten zu wollen. 

Das passt alles zusammen und hat Methode bei der Union: Beschäftigte unter Druck zu setzen! Zuerst die telefonische Krankheitsmeldung abschaffen und jetzt die Teilzeitregelungen in Frage stellen zu wollen.

Dieses Vorhaben lehnen wir als AGS strikt ab. Wir wissen, dass viele Menschen hart arbeiten und Teilzeit eine Möglichkeit ist, sich mehr um Familie und Angehörige zu kümmern. Teilzeit hat nichts mit Faulheit zu tun. Nicht zu vergessen: Oft wird Teilzeit auch unfreiwillig geleistet.

Der Grund des Anliegens ist verständlich. Unsere Wirtschaft muss wieder auf die Füße kommen. Keine Frage, wir benötigen Fachkräfte. Aber nicht so. Populismus bringt uns nicht weiter. Das ist der falsche Weg und bringt uns auch ökonomisch wirklich nicht voran.

Es gibt klare Regelungen, die Teilzeit eben nicht zum Lifestyle machen: Eine Beschäftigungszeit von mindestens 6 Monaten, ganz kleine Unternehmen mit unter 15 Beschäftigten sind nicht betroffen und Teilzeit muss zu den betrieblichen Belangen passen. 

Wir benötigen keine Einschränkung des Rechtsanspruchs auf Rückkehr. Und: Wir sollten Fachkräfte nicht durch solche Vorschläge abschrecken. Immerhin hat die 2001 eingeführte Teilzeitregelung dazu beigetragen, dass mehr Frauen in das Erwerbsleben eingetreten sind.

Unsere Position ist klar: Nicht ‚mehr Druck auf Teilzeitkräfte‘, sondern bessere Rahmenbedingungen für Vollzeitfähigkeit. Das bringt unsere Wirtschaft wieder auf Erfolgskurs.“