arrow-leftarrow-rightclosecontrastdownloadeasy-languagefacebookinstagramlogo-spe-kleinmailmenueMinusPlusprintsearchsoundtarget-blankTwitteryoutube
Inhaltsbereich
08.02.2021

Digitaler Dinner-Talk mit Saskia Esken „Generation Empowerment“

Foto: Jessika Rosenthal und Saskia Esken im Talk
Janine Schmitz/Photothek

Die Perspektiven junger Menschen im Blick: Saskia Esken im Talk mit Juso-Chefin Jessica Rosenthal (links)

Saskia Esken rückt die Situation junger Menschen in den Mittelpunkt: ihre Hoffnungen, Sorgen und Wünsche. In einem Dinner-Talk geht es auf der Jahresauftaktklausur um ganz praktische Ansätze – nicht nur für die Zeit der Pandemie. Und eine wichtige Erwartung hatte zuvor schon Kanzlerkandidat Olaf Scholz zu einer seiner Zukunftsmissionen gemacht.

Besonders für die Jugend ist die Corona-Krise belastend: Geschlossene Schulen und Kitas, Abschlüsse können bestenfalls unter Ausnahmebedingungen gemacht werden, Ausbildungsplätze fehlen – jetzt besonders. Gleichzeitig wird jungen Menschen oft zu Unrecht auch noch vorgeworfen, Treiber der Pandemie zu sein. Wie erlebt die junge Generation Corona – und was kann Politik tun, damit es leichter wird? Das hat die Parteivorsitzende Fachleute aus Wissenschaft und Praxis gefragt und mit ihnen diskutiert.

„Viele jungen Menschen fühlen sich von der Politik nicht wahrgenommen“, mahnte etwa Jugendforscher Wolfgang Schröer (Uni Hildesheim) – eine Beobachtung, die auch Zeit-Journalistin Tessa Högele macht. Dabei gehe es konkret um die eigene Situation, aber auch um größte politische Aufgaben, wie etwa den Kampf gegen die Klimakrise.

Klimakrise als „wichtigster politischer Konflikt“ wahrgenommen

Die Erfahrung in der Pandemie sei: Politik kann was erreichen, wenn es ernst genommen wird. Schnell handeln, viele Milliarden Euro mobilisieren. Damit verbinde sich aber auch die Erwartung, bei anderen großen Aufgaben ebenso entschlossen zu handeln, so Högele. „Die Klimakrise wird als wichtigster politischer Konflikt gesehen“, betonte die Journalistin.

Auch die Gewerkschafterin Manuela Conte (DGB) forderte Fortschritte dort, wo es auch ohne Corona schon deutlich besser laufen müsste: Die Bildungsungleichheit abbauen, sachgrundlose Befristungen zurückdrängen, Sicherheit und finanzielle Unterstützung für Studierende. In der Pandemie, so Conte, habe sich die Situation insgesamt aber zusätzlich verschärft. Themen, bei denen die Union zu oft auf der Bremse steht.

Für die, „die sich zu Dritt ein Zimmer teilen“

So sieht es auch Juso-Chefin Jessica Rosenthal. Sie ärgert sich aber auch konkret über fehlende Unterstützung speziell in der Corona-Krise. Vor allem Schüler*innen, deren Eltern nicht viel Geld haben, würde gerade noch mehr abgehängt. Politik müsse über Konzepte in den Schulen nachdenken für Kinder, „die sich zu Hause zu Dritt ein Zimmer teilen“. Nicht alle ohne Unterschiede ins Home-Schooling schicken, sondern passgenaue Lösungen. Lernen in Kleingruppen, beispielsweise auch im gerade geschlossenen Museum, unterstützt etwa durch Studierende. „Wir brauchen zusätzliches Personal, zusätzliche Räume, kleine Lerngruppen“, forderte Rosenthal.

Esken: „Post-Corona schon heute gestalten“

SPD-Chefin Esken unterstützt die Forderungen. Junge Menschen müssten wieder „Sicherheit und Perspektiven erleben“, wieder „Träume haben und Träume leben können“. Sie wünscht sich eine „Generation Empowerment“ – und kündigte an, „Post-Corona schon heute gestalten“ zu wollen. Denn beim wichtigen Kampf gegen den Klimawandel hatte kurz zuvor schon Kanzlerkandidat Olaf Scholz deutlich gemacht, wie die SPD die Aufgabe anpacken will: Als eine von vier zentralen Zukunftsmissionen für die kommenden Jahrzehnte. Nicht in irgendeinem Ministerium, sondern als „Chefsache im Kanzleramt“, betonte die Parteivorsitzende.