Statt vereinbarte Koalitionsbeschlüsse zügig umzusetzen, versucht Innenminister de Maizière den Schutz syrischer Flüchtlinge einzuschränken und damit innerparteilich sein Profil zu schärfen. Ein Vorstoß , der die gesamte Flüchtlingspolitik der Bundesregierung und damit auch der Kanzlerin infrage stelle, warnt SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi – und macht deutlich, dass der CDU-Politiker damit nicht weit kommt.Bund und Länder haben eine Reihe klarer Beschlüsse gefasst – zuletzt auf dem Flüchtlingsgipfel im Kanzleramt vergangene Woche. So soll es eine Beschleunigung der Registrierung von Flüchtlingen wie auch mehr Personal beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geben. Ein Erfolg auch: die dezentralen Einreisezentren mit verschärfter Residenzpflicht. „Ziel dieser unserer Vorschläge ist es, besser kontrollierte und geordnete Verfahren in Deutschland sicher zu stellen – und zwar sowohl für die Einreise als auch für die Rückführung“, machte SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi am Montag deutlich.Der Vorstoß von Innenminister de Maizière (CDU), syrischen Flüchtlingen nur noch eingeschränkten Schutz zu gewähren und den Familiennachzug auszusetzen, ist nicht Teil der Einigung. Nach scharfer Kritik aus der SPD nahm der Minister eine entsprechende Weisung wieder zurück. Auch das Kanzleramt war offensichtlich überrascht von der spontanen Idee des Parteifreundes. „Der in der Union schwelende Machtkampf gegen die Bundeskanzlerin wird nun offensichtlich mit immer größerer Kraft auch auf offener Bühne ausgetragen“, so die Einschätzung von Fahimi. „Dabei wissen wir, dass dieses Land nichts weniger gebrauchen kann, als Minister, die für den innerparteilichen Geländegewinn die Zuverlässigkeit der Bundesregierung aufs Spiel setzen.“
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SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi. (Foto: dpa)
09.11.2015 | Innenminister provoziert mit Scheinlösungen