Frauen verdienen im Schnitt weiterhin 16 Prozent weniger als Männer. Zum Equal Pay Day verlangen die SPD FRAUEN ein wirksames Entgelttransparenzgesetz und strukturelle Reformen für echte Lohngerechtigkeit.
„Von wegen, gleicher Lohn für gleiche Arbeit - Nach den im November 2025 veröffentlichten Zahlen des Weltwirtschaftsforums bleibt die Lohnlücke im Vergleich zum Vorjahr wie festgetackert bei 16 Prozent. Dieser Einkommensunterschied ist ungerecht und raubt Frauen Lebenschancen“, sagt Anke Schneider, eine der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD FRAUEN.
„Wir SPD FRAUEN fordern ein verbindliches Entgelttransparenzgesetz mit klaren Auskunfts- und Kontrollrechten, wirksamen Sanktionen bei Verstößen gegen das Gleichstellungsgebot sowie die Aufwertung sozialer und pflegerischer Berufe durch flächendeckende Tarifbindung und höhere Mindestlöhne. Nur durch transparente Gehaltsstrukturen, starke Tarifverträge und eine gerechte Bewertung von Sorgearbeit kann das Lohngefälle nachhaltig überwunden werden“, stellt Ulrike Häfner, Bundesvorsitzende der SPD FRAUEN, klar.
Das Einkommensgefälle ist das Ergebnis struktureller Ungleichheit auf dem Arbeitsmarkt. Die Rahmenbedingungen orientieren sich einerseits an männlichen Erwerbsbiografien. Andererseits fehlt es an Wertschätzung für systemrelevante Berufe und in den Branchen, in denen überwiegend Frauen tätig sind: Tätigkeiten in den Bereichen Erziehung, Gesundheit und Pflege werden vergleichsweise schlecht bezahlt. In den sogenannten Männerberufen hingegen finden sich kaum Frauen, und schon gar nicht in Führungspositionen wieder. Frauen arbeiten häufig in Branchen, in denen das Entgeltniveau niedriger ist und der Aufstieg auf der Karriereleiter schwer. Dazu Anke Schneider: „Die Gründe sind so vielfältig wie fatal: Geschlechterstereotype in der Berufswahl, steuerliche Fehlanreize, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, die gläserne Decke, die Teilzeit-Falle und die schlechte Vereinbarkeit von familiärer Sorge, Beruf und Ehrenamt sorgen u.a. dafür, dass Frauen im Laufe ihres Lebens weniger Einkommen erzielen und höheren Armutsrisiken ausgesetzt sind.“
Lohngerechtigkeit ist nicht nur eine Frage der Fairness, sondern auch der ökonomischen Vernunft. Wenn Frauen systematisch schlechter verdienen, entgehen dem Staat erhebliche Steuereinnahmen und Sozialabgaben. Steigende Armutsrisiken führen zu höheren öffentlichen Ausgaben in den sozialen Sicherungssystemen. Alle Steuerzahlenden werden mehr belastet. Gleichstellung hingegen stärkt die Kaufkraft, stabilisiert die Sozialversicherungen und sorgt für nachhaltige öffentliche Haushalte.
„Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit ist kein Privileg, sondern ein demokratisches Grundrecht. Der jährliche Equal Pay Day zeigt: Gleichstellung ist messbar. Mit 84 Prozent lassen wir uns nicht abspeisen“, bekräftigt Ulrike Häfner.