Bettina Martin und Timon Gremmels, Mitglieder des SPD-Parteivorstands und Vorsitzende des Kulturforums der Sozialdemokratie, erklären:
„Als Vorsitzende des bundesweiten Kulturforums der SPD erklären wir ausdrücklich unsere Solidarität mit Tricia Tuttle. Sie hat die Berlinale in einer schwierigen Zeit übernommen und hoch professionell geführt. Dafür verdient sie nicht nur Anerkennung, sondern unsere klare Unterstützung und Rückendeckung.
In diesen Zeiten ein internationales Publikumsfestival zu steuern, auf dem verhärtete Positionen und hitzig geführte Debatten aufeinandertreffen, ist eine enorme Herausforderung. Dieser Herausforderung hat Tricia Tuttle sich gestellt. Es ist jetzt für die politisch Verantwortlichen entscheidend, Tricia Tuttle Rückhalt zu geben, statt auf Distanz zu gehen. Denn wer Verantwortung übernimmt und für die Freiheit von Kunst und Kultur einsteht, wer ein Podium für Vielfalt und offene Debatten schafft und sich der Komplexität gegenwärtiger Diskurse stellt, der muss sich der Solidarität der Kulturpolitik sicher sein können. Politik darf Kulturverantwortliche nicht dafür abstrafen, dass sie ihre Arbeit mit Haltung ausüben. Wir wünschen uns, dass Tricia Tuttle ihren Weg an der Spitze der Berlinale fortsetzt.
Die Berlinale steht für Austausch, künstlerische Freiheit und internationale Verständigung. Diese Werte verteidigen wir entschlossen. Kultur muss Debatten ermöglichen und widerstreitende Positionen zulassen. Zugleich muss klar sein: Antisemitismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit widersprechen allem, wofür wir stehen. Kunstfreiheit hat dort eine Grenze, wo Antisemitismus, Hass und Menschenverachtung beginnen.
Der Kulturbetrieb steht derzeit unter einem enormen öffentlichen Druck. Die Verantwortlichen im Kulturbetrieb müssen mit der Komplexität und der Härte zugespitzter Diskurse umgehen. Dafür brauchen sie unsere Unterstützung. Gerade in Zeiten verschärfter Auseinandersetzungen muss Kulturpolitik besonnen sein.“